Ländliche Elektrifizierung durch erneuerbare Energien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ländliche Elektrifizierung durch erneuerbare Energien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Madagaskar
Politischer Träger: Ministère de l’Energie et des Hydrocarbures (MEH)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2016

Ausgangssituation

67 Prozent der Bevölkerung Madagaskars leben auf dem Land. Davon hatten 2013 weniger als 5 Prozent Zugang zu Strom. Die Mehrzahl der ländlichen Haushalte greift zur Deckung des täglichen Energiebedarfs auf Brennholz, Petroleum, Kerzen, Batterien und dieselbetriebene Generatoren zurück. Grundlegende Einrichtungen der sozialen Infrastruktur wie Schulen, Gesundheitszentren oder die Verwaltung, unter anderem die Kommunalverwaltung, können wegen der begrenzten Stromversorgung nur zeitweise arbeiten. Der unzureichende Zugang zu Strom ist damit ein wesentliches Hemmnis der ländlichen Entwicklung.

Vor diesem Hintergrund hat der Staat 2009 den Energiesektor liberalisiert, um die sozioökonomische Entwicklung des ländlichen Raums durch Elektrifizierung zu fördern. Das Ziel dieser Maßnahme ist, die Privatwirtschaft verstärkt an der Entwicklung des Sektors zu beteiligen und die erneuerbaren Energien zu stärken, darunter insbesondere die Wasserkraft.

Mit der Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung im Land und der neuen Energiepolitik gilt der Energiesektor inzwischen als Schlüssel zur Entwicklung der Wirtschaft, die seit vielen Jahren in der Krise steckt.

Ziel

Voraussetzungen für eine breite Elektrifizierung des ländlichen Raums sind geschaffen. Privatwirtschaft und staatliche Institutionen treiben sie voran.

Vorgehensweise

Das Projekt arbeitet hauptsächlich mit dem Ministerium für Energie, Erdöl und Erdgas (Ministère de l’Energie et des Hydrocarbures, MEH), der Behörde für die Entwicklung der Elektrifizierung des ländlichen Raums (Agence de Développement de l’Electrification Rurale, ADER) und dem Büro für die Regulierung der Stromversorgung (Office de Régulation de l’Electricité, ORE) zusammen. Die GIZ ergreift Maßnahmen auf unterschiedlichen Ebenen, um Effizienz und Wirksamkeit sowie vor allem die Qualität der Umsetzung von Projekten zur Elektrifizierung des ländlichen Raums zu gewährleisten:

Strategie und Politik für die Elektrifizierung des ländlichen Raums. Das Projekt berät und unterstützt das Energieministerium bei der Entwicklung eines Verfahrens, das eine umfassende Elektrifizierung des ländlichen Raums gewährleistet.

Verbesserung der regionalen Energieplanung. Gemeinsam mit dem Energieministerium, der Behörde für die Entwicklung der Elektrifizierung des ländlichen Raums (ADER) und der Regionalverwaltung erarbeitet das Vorhaben Pläne zur Elektrifizierung und Vorelektrifizierung durch erneuerbare Energien. Die Planung berücksichtigt die Bedarfe sozialer Infrastruktureinrichtungen und die von der Regierung priorisierten Wachstumspole des Landes.

Planungsprozess. Das Projekt stellt Methoden bereit, die gewährleisten, dass die Projekte zur Elektrifizierung des ländlichen Raums zweckmäßig geplant und die Strompreise leistungsgerecht und bezahlbar gestaltet werden.

Förderung des Privatsektors. Das Projekt unterstützt die Privatwirtschaft bei der Ausarbeitung und Umsetzung von Investitionsprojekten im Rahmen öffentlich-privater Partnerschaften mit MEH/ADER. Unter Einbindung von Finanzierungsinstituten werden außerdem gezielt Pilotprojekte finanziell gefördert. Die Elektrifizierung des ländlichen Raums erfolgt im Rahmen eines Konzessionsmodells.

Monitoring des Sektors. Das Projekt plant die Einführung eines effizienten Monitoringsystems in den zuständigen Institutionen.