Fonds für Entwicklungsprojekte in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, insbesondere in strukturell benachteiligten Regionen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Fonds für Entwicklungsprojekte in Zusammenarbeit mit der Zivilgesellschaft, insbesondere in strukturell benachteiligten Regionen in Kirgisistan
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kirgisistan
Politischer Träger: Ministry of Economy (MoE)
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2016

Ausgangssituation

Kirgisistan ist als einziger Staat Zentralasiens als parlamentarische Demokratie verfasst. Im ländlichen und auch im städtischen Raum ist eine vergleichsweise plurale und offene Zivilgesellschaft entstanden. Jedoch ist das Land noch immer von großer politischer und sozialer Instabilität geprägt. Daher kommt der Lösung von praktischen Problemen der lokalen Gemeinschaft und konfliktpräventiven Initiativen auf der lokalen Ebene eine entscheidende Bedeutung zu. Allerdings sind die Institutionen der lokalen Selbstverwaltung schwach. Die zunehmende Übertragung von Aufgaben und Kompetenzen an die Kommunen im Zuge der Dezentralisierung ging nicht einher mit dem Transfer der dafür notwendigen personellen, fachlichen und finanziellen Ressourcen.

Ziel

Zivilgesellschaftliche und öffentliche Akteure setzen selbstständig Projekte mit konfliktmindernder und wirtschaftsfördernder Ausrichtung um, insbesondere in ländlichen und benachteiligten Räumen der Provinzen Issyk-Kul, Naryn und Zhalalabat.

Vorgehensweise

Das Vorhaben agiert in zwei Handlungsfeldern. Im Handlungsfeld 1 sind die Maßnahmen darauf ausgerichtet, zivilgesellschaftliche Akteure zu stärken. Unterstützt werden sowohl Strukturen der Selbstorganisation von sozialen Gruppen als auch registrierte Nichtregierungsorganisationen (NRO). Das Vorhaben fördert sie als kritisch-konstruktives Gegenüber von Staat und Wirtschaft („watchdog“), als Erbringer von Unterstützungs- und Beratungsdienstleistungen für bestimmte Bevölkerungsgruppen, als Motor für die Entwicklung einer demokratischen Kultur und für die Anerkennung von gesellschaftlicher Vielfalt und Toleranz, als Impulsgeber für gesellschaftlichen Diskurs und Veränderungen sowie in ihrer Rolle, gesellschaftliche Interessen zu bündeln und in politischen Prozessen zu repräsentieren („advocacy“).

Im Handlungsfeld 2 setzt das Vorhaben an der Schnittstelle zwischen Staat und Zivilgesellschaft an, um die Beziehungen zwischen Staat und Zivilgesellschaft auf lokaler Ebene zu verbessern. Hier stehen die Förderung von Transparenz und die Bereitstellung von Informationen durch die öffentliche Verwaltung, die aktive Zusammenarbeit staatlicher und nichtstaatlicher Akteure sowie die Förderung eines offenen Dialogs und Austauschs zwischen lokaler Selbstverwaltung und Zivilgesellschaft im Vordergrund.

Wirkungen

Maßnahmen wurden durchgeführt, die vor allem auf die gemeinsame Umsetzung von Projekten durch zivilgesellschaftliche Akteure und kommunale Selbstverwaltungen, den Aufbau von Netzwerkorganisationen sowie die Verbesserung des Informationszugangs zielten. Dadurch konnten die Beziehungen zwischen Akteuren der Zivilgesellschaft und der lokalen Selbstverwaltung auf lokaler Ebene deutlich verbessert werden. Zur Stärkung der Vernetzung und Zusammenarbeit von NRO untereinander wurde ferner ein regionales NRO-Expertennetzwerk aufgebaut. Für die vom Projekt durchgeführten Maßnahmen wurden unter Rückgriff auf Experten des Netzwerks Lehrkonzepte und -materialien entwickelt, Probetrainings durchgeführt und Trainer ausgebildet, die bereits regional Fortbildungen anbieten.