Mehr Jobchancen für palästinensische Jugendliche

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Mehr Jobchancen für palästinensische Jugendliche
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Palästinensische Gebiete
Politischer Träger: Ministerium für Bildung und Hochschulbildung (MoEHE); Al Quds Universität, Jerusalem
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2017

Ausgangssituation

Die Bedarfe der palästinensischen Wirtschaft an qualifizierten Fachkräften werden durch das derzeitige Bildungssystem bislang nur in geringem Maße erfüllt. Dies gilt auch für akademische Fach- und Führungskräfte. Dem Bedarf der Unternehmen an qualifizierten Fachkräften steht eine hohe Anzahl arbeitsloser Hochschulabsolventen gegenüber. Aktuellen Studien zufolge sind rund 60 Prozent von ihnen nach dem Abschluss zunächst ohne Beschäftigung. Gleichzeitig stellen die Arbeitgeber fest, dass die Absolventen zwar häufig über gutes theoretisches Wissen verfügen, es ihnen aber an praktischen Kompetenzen und Soft Skills mangelt.

Ziel

Die Beschäftigungsmöglichkeiten für palästinensische Jugendliche haben sich durch arbeitsmarktorientierte Ausbildung verbessert. Sowohl die Studierenden als auch die palästinensische Wirtschaft profitieren von der Einführung eines dualen Studiums.

Vorgehensweise

Erstmals werden in der Region duale Studiengänge eingeführt, welche die Lernorte Hochschule und Unternehmen verbinden. Das heißt, junge Leute absolvieren eine Ausbildung in einem lokalen Unternehmen und erwerben zeitgleich einen Hochschulabschluss. An der Al-Quds Universität, der einzigen arabischen Universität in Jerusalem, wird eine Fakultät für duale Studiengänge aufgebaut, die zunächst drei Fachgebiete anbietet: Elektrotechnik, Betriebswirtschaftslehre und Informationstechnologie. Sowohl die theoretischen als auch die praktischen Phasen werden in Zusammenarbeit mit den Unternehmen bedarfs- und kompetenzorientiert entwickelt und umgesetzt. Das Programm setzt dabei auf die enge Kooperation zwischen der Al-Quds Universität und der palästinensischen Privatwirtschaft.

Ein Teil der Umsetzung erfolgt durch ein Konsortium der deutschen Consultingwirtschaft, das aus der Dualen Hochschule Baden Württemberg, der Steinbeis Transfergemeinschaft und der GFA Consulting Group besteht.

Das Vorhaben „Mehr Jobchancen für palästinensische Jugendliche“ ist Teil der Sonderinitiative des BMZ zur Stabilisierung und Entwicklung in Nordafrika und Nahost. Mit den Projekten der Sonderinitiative trägt das Ministerium dazu bei, wirtschaftliche und soziale Perspektiven für die Menschen in der Region zu schaffen. In diesem Rahmen stehen für Vorhaben der GIZ und anderer Durchführungsorganisationen in den Jahren 2014 bis 2019 bisher mehr als 200 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Im Fokus stehen dabei die Themenbereiche Jugend- und Beschäftigungsförderung, wirtschaftliche Stabilisierung, Demokratisierung sowie die Stabilisierung von Nachbarländern in Krisensituationen.

Wirkung

  • 25 palästinensische Partnerunternehmen aus der lokalen Wirtschaft im Westjordanland und in Ostjerusalem konnten bisher gewonnen werden, die sich an der Einführung der neuen dualen Studiengänge beteiligen.
  • Für das erste Studienjahr 2015 wurden 44 Ausbildungsplätze für Studierende in Unternehmen bereitgestellt.
  • Die dualen Curricula der Studiengänge Elektrotechnik und Informationstechnologie wurden mit Unterstützung von internationalen Experten und in Zusammenarbeit mit den Wirtschaftsunternehmen neu entwickelt.