Deutsches Biosicherheitsprogramm

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Umsetzung des Deutschen Partnerschaftsprogramms für biologische Sicherheit und Gesundheitssicherstellung
Auftraggeber: Auswärtiges Amt (AA)
Land: Schwerpunktländer: Marokko, Tunesien, Sudan; weiteres Engagement: Mali, Tadschikistan, Kirgistan, Usbekistan, Georgien, Kasachstan
Politischer Träger: Marokko: Ministère de la Santé, Royaume du Maroc; Tunesien: Ministère de la Santé, République Tunisienne; Sudan: Federal Ministry of Health, Republic of the Sudan
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2016

Ausgangssituation
Die Erfahrung des Ebola-Ausbruchs 2014 in Westafrika verdeutlicht, dass hochansteckende Krankheiten sowohl die Gesundheit als auch die Sicherheit ganzer Staaten und Gesellschaften gefährden. Solche Krankheiten können bei natürlichen Ausbrüchen, durch Unfälle in Forschungslaboren oder durch Missbrauch von biologischen Erregern verbreitet werden. Fachexperten sprechen hier vom biologischen Risiko. Durch Maßnahmen im Bereich der biologischen Sicherheit soll dieses Risiko minimiert werden.

Ziel
In den Partnerländern des Deutschen Biosicherheitsprogramms und in Deutschland sind biologische Risiken verringert.

Vorgehensweise
Die GIZ kooperiert im Biosicherheitsprogramm mit vier deutschen Fachinstituten: dem Robert Koch-Institut, dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, dem Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit und dem Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr.

Innerhalb des globalen Biosicherheitsprogramms der Bundesregierung umfasst der Beitrag der GIZ, neben der Umsetzung vielfältiger Projektaktivitäten, auch Finanzierungen für Projekte anderer Organisationen und die personelle Besetzung eines Programmbüros im Auswärtigen Amt.

Zur Umsetzung von Projekten im Bereich Biosicherheit hat die GIZ zusammen mit dem Robert Koch-Institut einen methodischen Rahmen entwickelt. Diese sogenannte Biosicherheits-Toolbox umfasst sechs Themenfelder:

  1. Krankheitsüberwachung
  2. Detektion und Diagnostik
  3. Biosafety und Biosecurity
  4. Verbesserung institutioneller Leistungsfähigkeit und personeller Ressourcen
  5. Vernetzung von Gesundheitsakteuren
  6. Sensibilisierung zum Thema Biosicherheit

Der Schwerpunkt der Aktivitäten der GIZ liegt in den Bereichen Verbesserung institutioneller Leistungsfähigkeit und personeller Ressourcen, Vernetzung von Gesundheitsakteuren und Sensibilisierung zum Thema Biosicherheit. Durch Trainings und Seminare wird die Zusammenarbeit im Gesundheitswesen bei Erkennung, Diagnose und Bekämpfung von hochansteckenden Krankheiten verbessert. Die GIZ unterstützt Partnerinstitutionen zudem bei der Entwicklung von Notfallplänen im Fall einer Epidemie und führt Schulungen zu Risiko- und Krisenkommunikation bei biologischen Notlagen durch. Auch bei der Einrichtung von Fachnetzwerken sowie bei der Stärkung des Gesundheitssystems durch die Entwicklung nationaler Gesetzgebung ist das Vorhaben aktiv.

Wirkungen

Bereitstellung eines mobilen Labors für Ebola-Diagnostik in Mali
Während der Ebola-Krise wurde Mali ein mobiles Labor zur Diagnostik gefährlicher Krankheiten zur Verfügung gestellt, um die Ausbreitung der Epidemie ins Land zu bekämpfen. In diesem Projekt arbeitet die GIZ mit dem Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr zusammen. Dort wurde das Konzept für das mobile Labor entwickelt und dann für die zivile Nutzung angepasst. Im Dezember 2014 brachte ein gemeinsames Team der GIZ und der Bundeswehr das Labor nach Bamako und baute es dort auf. Seine Nutzung trug in den Folgemonaten entscheidend zur erfolgreichen Eindämmung des Ebola-Ausbruchs in Mail bei. In den kommenden zwei Jahren werden malische Wissenschaftler und Labormitarbeiter, mit Unterstützung der GIZ, in Bamako ausgebildet und auf einen neuen Einsatz des Labors vorbereitet.

© GIZ

Studienreise des marokkanischen Krisenstabes zur Ebola-Vorsorge
2014 haben viele Länder Krisenstäbe für Ebola eingerichtet, um sich auf einen möglichen Ausbruch vorzubereiten. Die GIZ hat mit Beteiligung des Robert Koch-Instituts eine Studienreise für den marokkanischen Ebola-Krisenstab nach Deutschland organisiert, um den Erfahrungsaustausch zu fördern. Bei diesem Besuch konnten marokkanische und deutsche Experten über Ebola-Vorsorgemaßnahmen diskutieren und voneinander lernen. 

© GIZ

Medientrainings zur Risiko- und Krisenkommunikation in Tunesien
Bei einem Krankheitsausbruch ist die öffentliche Kommunikation der Gesundheitsbehörden entscheidend, um Panikreaktionen in der Bevölkerung zu verhindern. Im Partnerland Tunesien veranstaltet die GIZ Medientrainings zur Risiko- und Krisenkommunikation mit hochrangigen Mitarbeitern der Gesundheitsinstitutionen. Pressesprecher und ausgewählte Vertreter von Gesundheitsbehörden werden in simulierten Pressekonferenzen, Interviews und einem Pandemie-Szenario für die Kommunikation im Fall eines Krankheitsausbruchs trainiert. 

© GIZ

Kontakt

Programmbüro des Biosicherheitsprogramms
G8GPP@giz.de