Biologische Sicherheit weltweit stärken

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: GIZ-Anteil am Deutschen Biosicherheitsprogramm
Auftraggeber: Auswärtiges Amt (AA)
Land: Schwerpunktländer: Marokko, Sudan, Tunesien
Weltweit; insb. Georgien, Kasachstan, Ukraine
Politischer Träger: Marokko, Tunesien: Ministère de la Santé
Sudan: Federal Ministry of Health
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2022

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Ausgangssituation

Hochansteckende Krankheiten können die Gesundheit, Sicherheit und Stabilität ganzer Staaten und Gesellschaften gefährden. Natürliche Krankheitsausbrüche, unbeabsichtigte Freisetzungen tödlicher Erreger oder terroristische Anschläge, bei denen diese Erreger genutzt werden, können weitreichende Auswirkungen haben, wie die SARS-Cov-2-Pandemie zeigt.

Um solchen biologischen Risiken entgegenzuwirken, rief das Auswärtige Amt 2013 das Deutsche Biosicherheitsprogramm ins Leben. Das Programm ist Bestandteil der präventiven Sicherheitspolitik der Bundesregierung. Es leistet einen Beitrag zu den Zielen der Globalen Partnerschaft gegen die Verbreitung von Massenvernichtungswaffen und -materialien der G7 sowie zur Umsetzung des Übereinkommens über das Verbot biologischer Waffen (BWÜ).

Ziel

Kompetenzen im Bereich der Biosicherheit sind in den Partnerländern gestärkt.

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Vorgehensweise

Das Deutsche Biosicherheitsprogramm wird gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH, dem Robert Koch-Institut (RKI), dem Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin (BNITM), dem Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) und dem Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr (IMB) umgesetzt.

Im Rahmen des Programms werden Projekte in neun Partnerländern sowie zwei überregionale Projekte durchgeführt. Diese tragen jeweils zu einem oder mehreren von sechs übergeordneten Zielen bei:

  • Die Präventions- und Reaktionsfähigkeit auf biologische Gefahren ist verbessert.
  • Hochgradig krankmachende Erreger werden sicherer erkannt und diagnostiziert.
  • Netzwerke in und zwischen Partnerländern koordinieren sich verstärkt zu biologischen Risiken.
  • Internationale Standards im Umgang mit biologischen Erregern werden zunehmend angewendet beim Schutz vor unbeabsichtigten Schäden (Biosafety) und vor Missbrauch (Biosecurity).
  • Das Bewusstsein für Prinzipien, Praktiken und Instrumente der Nichtverbreitung in Fragen der Biosicherheit ist gestärkt.
  • Zwischen den Partnerländern und Deutschland findet ein nachhaltiger wissenschaftlicher Austausch zu biologischer Sicherheit statt.

Der Fokus des Vorhabens liegt auf den drei Schwerpunktländern Sudan, Tunesien und Marokko, in denen die GIZ in enger Abstimmung mit dem RKI arbeitet. Zusätzlich trägt das Vorhaben dazu bei, die Kompetenzen im Bereich Biosicherheit in Georgien, Kasachstan und der Ukraine zu erhöhen. Ein gemeinsam mit dem RKI besetztes Programmbüro unterstützt zudem das Auswärtige Amt bei der Steuerung und Außendarstellung des Deutschen Biosicherheitsprogramms.

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Wirkungen

In Sudan wurde ein nationales Labornetzwerk aufgebaut, das den Austausch über biosicherheitsbezogene Themen ermöglicht. Der Informationsaustausch stärkt die Fähigkeit der beteiligten Labore, biologische Gefahren frühzeitig zu erkennen und abzuwehren. Zudem hat das Vorhaben die Partner dabei unterstützt, eine landesweite Strategie zum verantwortungsvollen Umgang mit gefährlichen biologischen Materialien zu erarbeiten. Dabei wurde bereits ein System zur Erfassung von Laborvorfällen erprobt. Damit werden in Sudan zunehmend internationale Biosicherheitsstandards etabliert.

In Tunesien wurde ein Notfallplan für biologische Gefahrenlagen entwickelt und in mehreren Simulationsübungen getestet. Dadurch konnte die Koordination der verantwortlichen Akteur*innen sowie die Präventions- und Reaktionsfähigkeit auf biologische Gefahren verbessert werden. Zudem unterstützte das Vorhaben die tunesischen Partner bei der Erarbeitung und Umsetzung einer nationalen Risiko- und Krisenkommunikationsstrategie. Durch die Förderung von zielgruppengerechter Kommunikation trägt diese dazu bei, dass die Bevölkerung im Krisenfall nicht in Panik gerät und durch Selbstschutzmaßnahmen zur Bewältigung der Krise beiträgt.

In Marokko unterstützte das Programm das Gesundheitsministerium beim Aufbau eines nationalen Lagezentrums. Fortan können Fachleute bei gesundheitlichen Notlagen auf feststehende und eingeübte Verfahren zur frühzeitigen Erkennung und schnellen Reaktion zurückgreifen. Darüber hinaus wurden landesweit mehr als 500 Studierende, Auszubildende und Lehrkräfte von Medizinfakultäten für biologische Gefahren sensibilisiert. Damit verringert sich das Risiko von unbeabsichtigten oder fahrlässigen Freisetzungen potenziell waffenfähiger Erreger.