Förderung der Solarenergie in Chile

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der Solarenergie in Chile (mit Fokus in CSP/CST und PV-Großanlagen)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Chile
Politischer Träger: Chilenisches Energieministerium
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2019

Chile. Calama Photovoltaikanlage im Norden Chiles (Foto: Hugo Muñoz) © GIZ

Ausgangssituation

Das starke Wirtschaftswachstum und die Entwicklung von Großprojekten, vor allem im Bergbau, bewirken, dass Chiles Energiebedarf jährlich um rund sechs Prozent steigt. Das Land verfügt nicht über umfangreiche fossile Brennstoffe, so dass mehr als 70 Prozent der Primärenergie importiert werden muss. Dabei hat Chile ein großes Potenzial für erneuerbaren Energien: dazu gehören Kleinwasserkraft, Windenergie, Solarenergie, Biomasse, Geothermie und Gezeitenenergie. Dank der hohen solaren Einstrahlung, besonders im Norden des Landes, bestehen außergewöhnlich gute Voraussetzungen zum Einsatz unterschiedlicher Technologien zur Strom- und Wärmeerzeugung auf Basis von Solarenergie. Die derzeit sinkenden Kosten für Solartechnologien begünstigen das zunehmende Interesse daran.

Deutsche Unternehmen gehören zu den international führenden Unternehmen im zunehmend kompetitiven Markt der Solartechnologien. Chile ist für deutsche Firmen von besonderem Interesse, da es sich um ein wirtschaftlich und politisch stabiles und gut entwickeltes Land mit hoher Industrialisierung und hohem Wirtschaftswachstum handelt.

Ziel

Konzentrierende Solartechnologien sowie Photovoltaik-Technologien in kommerzieller Größenordnung sind in Chile als Energieerzeugungsoption anerkannt, werden verstärkt ausgebaut und verbreitet, erhöhen die Versorgungssicherheit und leisten einen signifikanten Beitrag zur Minderung von Treibhausgas-Emissionen.

Vorgehensweise

Das Projekt entwickelt die technischen Kompetenzen lokaler Akteure, hilft bei der Schaffung eines günstigen Umfeldes und fördert die Markteinführung, Netzanbindung und Anwendung von Solartechnologien für industrielle Prozesse. Wenn Unternehmer und die verantwortlichen Politiker mehr über Solarenergietechnologien wie konzentrierte Solarthermische Kraftwerke und große Photovoltaik-Anlagen wissen und sie in das bestehende Stromnetz integrieren, bietet das Chile eine langfristige Option zur Diversifizierung seiner Energiematrix.

Das Projekt hat mehrere Studien initiiert. Eine Studie bestimmte die Hindernisse, die einer Markteinführung neuer Technologien entgegenstehen; eine andere ermittelte den Energiebedarf im Bergbausektor und in der Industrie; eine weitere identifizierte mögliche Standorte für den Gebrauch von erneuerbaren Energien. Dabei kam beispielsweise heraus, dass es sinnvoll ist, Solarenergie für Entsalzungsanalgen und Hydraulikpumpen im Bergbau und der Großindustrie zu nutzen.

In Diskussionsforen zu erneuerbaren Energien bringen die Mitarbeitenden des Projektes verschiedene Expertengruppen miteinander in Kontakt. So entstehen neue Netzwerke zu dem Thema, in denen sich die Akteure untereinander austauschen und ihr Wissen weitergeben können.
Das Projekt berät die Betreiber der chilenischen Energieverbundsysteme, wie sie konzentrierte Solartechnologien einführen können.

Um den Betrieb und die Instandhaltung der Anlagen nachhaltig zu gewährleisten, baut die Universität Antofagasta mit Unterstützung des Projektes ein Fort- und Weiterbildungszentrum speziell für konzentrierte Solartechnologie und Photovoltaik-Feldanlagen auf. Dieses soll ein Referenzzentrum zu Solarenergietechnologie innerhalb Lateinamerikas werden. Das Projektteam fördert die Kooperation und den wissenschaftlich-technischen Austausch zwischen deutschen und chilenischen Forschungsinstituten und Universitäten.

Chile. Photovoltaik-Anlage San Andrés im Norden Chiles (Foto: Rainer Schröer) © GIZ

Deutsche und europäische Unternehmen erwartet im chilenischen Solarmarkt eine Beteiligungsmöglichkeit als Lieferanten von Hardware, bei Bau und Inbetriebnahme von Solarkraftwerken, bei Finanzierungen, Emissionshandel und technologischer Unterstützung.

Zusätzlich zur technischen Komponente beinhaltet das Projekt eine finanzielle Komponente, die von der KfW Entwicklungsbank bearbeitet wird.