Unterstützung des Wiederaufbaus in Darfur

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung der Kapazitäten zum Wiederaufbau in Darfur
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Sudan
Politischer Träger: Ministerium für Internationale Zusammenarbeit
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

 

Ausgangssituation

Darfur wird seit langem von einem vielschichtigen Konflikt um Land, Ressourcen und Macht geprägt. Seit Beginn des Konfliktes 2003 sind in der Region etwa 3,3 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, darunter fast 2 Millionen Binnenvertriebene, die meisten von ihnen ohne wirtschaftliche Zukunftsperspektive.

Besonders angespannt ist die Situation in El Fasher und El Geneina, den Hauptstädten der Regionen Nord-Darfur und West-Darfur. Hier hat der Konflikt eine massive Migration aus ländlichen Gebieten in die Städte ausgelöst. Der Zugang zum Arbeitsmarkt ist sowohl für die ansässige Bevölkerung als auch für die Neuankömmlinge schwierig. Vielfach fehlen die nötigen Qualifikationen, um Beschäftigung auf dem städtischen Arbeitsmarkt zu finden, sodass die Menschen sich und ihre Familien nicht ernähren können.

Die konfliktbedingte Instabilität und der daraus resultierende Mangel an Investitionen schwächen die lokale Wirtschaft. Aufgrund des eingeschränkten Zugangs zu Finanzen und des Fachkräftemangels können lokale Unternehmen nicht zum Wiederaufbau der Region beitragen. Junge Menschen haben nur selten die Möglichkeit, eine Berufsausbildung abzuschließen. Dies führt zu hoher Arbeitslosigkeit und weit verbreiteter Perspektivlosigkeit.

Ziel

Unternehmer, Angestellte und Auszubildende in ausgewählten Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen haben nachfrageorientierte Lehrgänge abgeschlossen.

Vorgehensweise

Mit diesem Projekt fördert die GIZ marktorientierte Berufslehrgänge und nachhaltige Formen der Einkommenserzielung. Die Zukunftsperspektiven junger Männer und Frauen in Darfur werden so verbessert. Das Projekt arbeitet mit Berufsschulen und Kleinunternehmen in El Fasher und El Geneina zusammen und befähigt sie, junge Menschen arbeitsmarktgerecht auszubilden. In Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft und den nationalen Behörden für berufliche Bildung trägt das Projekt zur Verbesserung des Fachwissens und der Qualifizierung von Berufsschullehrern und Handwerksmeistern bei.

Zusammen mit Partnern vor Ort werden alternative Wege der Berufsausbildung für Personen ohne Schulabschluss entwickelt. Sie erwerben dadurch die notwendigen Fertigkeiten, um auf dem örtlichen Arbeitsmarkt eine nachhaltige Beschäftigung zu finden. Gleichzeitig unterstützt das Projekt die Anbieter von Leistungen zur Unternehmensförderung. Damit wird der Privatsektor gefördert und neue Arbeitsplätze entstehen.

Damit gewährleistet ist, dass die erreichte Berufsausbildung den nationalen Standards entspricht und anerkannt wird, entwickelt das Projekt seine Ausbildungsmaßnahmen in enger Zusammenarbeit mit dem Obersten Rat für die Berufs- und Handwerkerausbildung sowie mit Arbeitsagenturen in West- und Nord-Darfur.

Bis 2019 wird das Projekt voraussichtlich mindestens 1.000 Personen, davon 40 Prozent Frauen, eine Berufsausbildung ermöglichen. Zusätzlich unterstützt das Projekt 40 Kleinunternehmen mit technischen Qualifizierungsmaßnahmen und Trainings zur Unternehmensführung, um in maßgeblichen Sektoren neue Arbeitsplätze zu schaffen.