Deutsch-Chinesisches Agrarzentrum (DCZ) in Peking

Projektkurzbeschreibung

Projekt-/Programmbezeichnung: Deutsch-Chinesisches Agrarzentrum (DCZ)
Auftraggeber: Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
Land: Volksrepublik China
Politischer Träger: Landwirtschaftsministerium der Volksrepublik China (MOA); Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2017

Ausgangssituation
Das Deutsch-Chinesische Agrarzentrum (DCZ) ist eine gemeinsame Initiative des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) und des chinesischen Landwirtschaftsministeriums (MOA). Es wurde im März 2015 als zentrale Kontakt- und Informationsstelle sowie zur Koordination der Zusammenarbeit beider Länder im Agrar- und Ernährungssektor gegründet. China und Deutschland haben den politischen Willen, Innovationskraft, Modernität und ressourcenschonende Wirtschaftsweise in der Landwirtschaft weiterzuentwickeln und damit auch den Menschen im ländlichen Raum eine Perspektive zu geben. China ist für die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft ein zunehmend wichtiger Handelspartner.

Mit über 1,3 Milliarden Menschen ist China das bevölkerungsreichste Land der Welt. Es steht angesichts der steigenden Kaufkraft einer wachsenden Mittelschicht vor großen Herausforderungen bei der lokalen Ernährungssicherung. Für die Modernisierung der Landwirtschaft hat die chinesische Regierung drei zentrale Ziele formuliert. Neben der Gewährleistung der Ernährungssicherung soll auch die Lebensmittelsicherheit verbessert werden. Außerdem wird die Förderung der Nachhaltigkeit, und damit die Minimierung von Umweltwirkungen, angestrebt. Die strategische deutsch-chinesische Partnerschaft sowie der Aufbau des gemeinsamen Agrarzentrums werden dazu wichtige Impulse geben.

Ziel
Das Deutsch-Chinesische Agrarzentrum (DCZ) bringt politische Entscheidungsträger, Experten sowie Fach- und Führungskräfte aus Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Ein ertragreicher Erfahrungs- und Wissensaustausch über zahlreiche Themen des Agrar- und Ernährungssektors intensiviert die deutsch-chinesische Zusammenarbeit in diesem Feld.

China. Der deutsche Bundesagrarminister Christian Schmidt und der chinesische Landwirtschaftsminister Han Changfu bei der Eröffnungszeremonie des DCZ am 23. März 2015. © GIZ

Vorgehensweise
Mit der Gründung des Agrarzentrums (DCZ) wollen beide Länder die Zusammenarbeit im Agrar- und Ernährungssektor weiter intensivieren und koordinieren. Vorrangige Themen sind:

  • Ernährungssicherheit
  • Nachhaltige und ressourcenschonende Landwirtschaft
  • Instrumente der Agrarförderung, zum Beispiel Agrarsubventionen
  • Technische Modernisierung der Landwirtschaft
  • Tierhaltung
  • Bioenergie
  • Ökologische Erzeugung
  • Boden und Bodenschutz

Im Mittelpunkt stehen beispielsweise die Einrichtung eines agrarpolitischen Dialogs sowie berufliche Aus- und Weiterbildung. Mit den Zielen des agrarpolitischen Dialogs abgestimmte Forschung soll unterstützt werden und das DCZ will sich mit dezentral organisierten deutsch-chinesischen Praxisprojekten koordinieren.

Zu den Aktivitäten und Angeboten des Zentrums gehören unter anderem Konferenzen, Forschungsaustauschprogramme, internationale Studienreisen, Arbeitsgruppen und Delegationen, nationale Workshops, Weiterbildungen, Broschüren und andere Publikationen sowie die grundsätzliche Kontaktanbahnung. Das DCZ bietet darüber hinaus Beratungsdienste an. Ansatz des Zentrums ist die Zusammenarbeit mit sektorrelevanten Institutionen für Ernährung und Landwirtschaft in beiden Ländern.

Im Juni 2015 führte das DCZ in Peking und Yunnan einen Workshop zur Vorbeugung und Bekämpfung der Kirschessigfliege durch. Etwa 40 Teilnehmer aus China und Deutschland diskutierten Strategien zur Reduzierung von Fruchtbefall und Ernteausfällen bei Obst und Wein und definierten Themen für zukünftige gemeinsame Forschungsprojekte.

Im November 2015 veranstaltete das DCZ die erste deutsch-chinesische Agrarwoche. Wissensträger des Agrarsektors aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft trafen sich zum intensiven Austausch. Zentrales Thema der ersten Veranstaltung dieser Art, mit über 300 Teilnehmern, war „Bodenkunde und Bodenschutz“.

Die GIZ und das Foreign Economic Cooperation Center (FECC) des chinesischen Landwirtschaftsministeriums führen das Vorhaben gemeinsam durch. Wissenschaftlicher Partner ist die Chinese Academy of Agricultural Sciences (CAAS). Die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) ist Unterauftragsnehmer für die Koordination von Landwirtschafts- und Ernährungsindustrie beider Länder. 

Kontakt

Conrad Graf von Hoyos
conrad.hoyos@giz.de