Nachhaltiges Landmanagement in „Somaliland“

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltiges Landmanagement in „Somaliland“
Auftraggeber: Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Somalia
Politischer Träger: Ministry of National Planning and Development
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

Ausgangssituation

In der somalischen Teilrepublik „Somaliland“ bestreiten etwa 85 Prozent der Bevölkerung ihren Lebensunterhalt durch Viehwirtschaft, entweder ausschließlich (pastoral) oder in Verbindung mit Ackerbau (agropastoral). Allerdings werden Schätzungen zufolge lediglich 3 Prozent der Landesfläche ackerbaulich genutzt, weitere 7 Prozent sind potenziell nutzbar. Gefährdet wird diese Lebensgrundlage durch die Auswirkungen des Klimawandels: Jährlich gehen etwa 10 Tonnen fruchtbarer Boden pro Hektar durch Wind und Wassererosion verloren. Der über 20 Jahre währende Bürgerkrieg hat frühere Landnutzungsregelungen außer Kraft gesetzt. Gegenwärtig erhöht sich der Druck auf die natürlichen Ressourcen zunehmend durch den Anstieg der Bevölkerung und die Ansiedlung zurückkehrender Flüchtlinge und Binnenvertriebener.

Auch im Wassereinzugsgebiet Togga Biji, eine der Hauptquellen der städtischen Wasserversorgung der Hauptstadt Hargeisa, werden die Gefahren der nicht nachhaltigen Landnutzung deutlich. Die Übernutzung und Degradierung der natürlichen Lebensräume, der Verlust an Artenvielfalt und die Beeinträchtigung von Ökosystemleistungen wirken sich drastisch auf die Viehwirtschaft aus und gefährden die Lebensgrundlage, insbesondere der pastoralen Bevölkerung. Darüber hinaus wird die Trinkwasserversorgung in Hargeisa durch schwindende Wasserressourcen aus dem Einzugsgebiet beeinträchtigt. Den lokalen und regionalen Akteuren fehlen materielle, fachliche und institutionelle Ressourcen und Leistungsfähigkeit, um den Herausforderungen mit harmonisierten Strategien entgegenzutreten.

Ziel

Fach- und Regionalbehörden für Landwirtschaft, Umwelt und Wasser sowie Agropastoralisten, Klanälteste und weitere maßgebliche Akteuren erbringen verbesserte Leistungen für ein nachhaltiges Landmanagement im Togga-Biji-Wassereinzugsgebiet.

Vorgehensweise

Um die vielfältigen Ursachen und negativen Auswirkungen der Übernutzung und Degradierung der natürlichen Lebensräume der vornehmlich pastoralen und agropastoralen Bevölkerung „Somalilands“ zu verringern, fördert das Vorhaben ein integriertes Konzept zur Entwicklung eines nachhaltigen Landmanagements im Togga-Biji-Wassereinzugsgebiet.

Kompetenzen, Ressourcen und Leistungsfähigkeit maßgeblicher Akteure, wie staatliche Partnerorganisationen, Gemeindeverwaltungen, Zivilgesellschaft, Agropastoralisten und andere, werden gefördert. Sie sind anschließend in der Lage, koordinierte Maßnahmen zur nachhaltigen Nutzung der natürlichen Ressourcen Boden, Wasser, Biodiversität und Umwelt zu planen und umzusetzen.

Trainings und Workshops sowie Organisationsentwicklung werden lokal und regional durchgeführt und durch Politikberatung ergänzt. Der partizipative Prozess trägt dazu bei, Konflikte zwischen verschiedenen Nutzern der natürlichen Ressourcen zu vermeiden, und fördert die friedliche Koexistenz der Bevölkerungsgruppen.

Das Programm ist in diesen Handlungsfeldern aktiv:

  • Partizipatives Landmanagement
  • Förderung nachhaltiger Landwirtschaft (Regenfeldbau)
  • Politikberatung sowie Aufbau von Kompetenzen, Ressourcen und Leistungsfähigkeit