Mainstreaming ökosystembasierter Anpassung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Mainstreaming EbA – Stärkung ökosystembasierter Anpassung in Planungs- und Entscheidungsprozessen
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)
Land: Global
Politischer Träger: Mexiko: Umweltministerium (SEMARNAT), Nationale Schutzgebietskommission (CONANP); Peru: Umweltministerium (MINAM), Ministerium für Wirtschaft und Finanzen (MEF); Philippinen: Nationale Klimakommission (NCCC); Südafrika: Umweltministerium (DEA); Vietnam: Ministerium für natürliche Ressourcen und Umwelt (MONRE).
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Ausgangssituation

Als „ökosystembasierte Anpassung“ oder „Ecosystem-based Adaptation“ (kurz: EbA) bezeichnet man Maßnahmen, die die Fähigkeit der Bevölkerung stärken, sich durch die nachhaltige Nutzung und den Erhalt von Ökosystemen an die negativen Folgen des Klimawandels anzupassen. Als eine mögliche, bisher noch weitgehend vernachlässigte Strategie zur Anpassung an den Klimawandel findet EbA zunehmend Eingang in nationale Klimapolitiken und die internationale Klimadebatte. Zugleich wird, um Klimarisiken in den sensiblen Sektoren der Partnerländer der Entwicklungszusammenarbeit besser zu begegnen, immer wieder die Integration von Anpassungsmaßnahmen in bestehende Planungs- und Entscheidungsprozesse auf verschiedenen Ebenen gefordert.

Vor diesem Hintergrund ist es ein vielversprechender Ansatz, EbA-Maßnahmen – statt in separaten Projekten und Programmen – innerhalb bestehender Prozesse zur Anpassung in den Partnerländern zu stärken (Mainstreaming). Trotz wichtiger Erfolge von EbA und einzelner erfolgreicher Beispiele werden in der Praxis statt EbA meist noch „graue“ Infrastrukturmaßnahmen (zum Beispiel Betonwälle, Deiche) geplant und umgesetzt. Gründe hierfür sind unter anderen der Mangel an übertragbaren und nutzerfreundlichen Konzepten, Methoden und Instrumenten für das Mainstreaming von Anpassung und die Integration von EbA. Außerdem verfügen Individuen und Organisationen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene nicht über die nötigen Kenntnisse und Ressourcen, um wichtige anpassungsrelevante Entscheidungen zu treffen. Häufig kennen die Akteure EbA-Alternativen zu „grauer“ Infrastruktur nicht oder können diese nicht ausreichend beurteilen. Obwohl eine zunehmende Anzahl von Projekten im Mainstreaming von Anpassung sowie im Themenfeld EbA besteht, fehlt bisher der systematische Austausch der Akteure.

Ziel

Schlüsselakteure im Bereich der Anpassung an den Klimawandel verwenden zunehmend in Planungs- und Entscheidungsprozessen methodische Ansätze und praxiserprobte Instrumente für das Mainstreaming von Anpassung. EbA-Maßnahmen finden hierbei besondere Berücksichtigung.

Vorgehensweise

Zielgruppe des Projekts sind Entscheidungsträger auf nationaler Ebene und in internationalen Klimaverhandlungen sowie weitere Anpassungsakteure, etwa die internationale Fachöffentlichkeit. Das Projekt arbeitet in den Bereichen Politikberatung, Aufbau von Kompetenzen und Entwicklung von Netzwerken und Partnerschaften.

In den Partnerländern werden übertragbare Konzepte und Methoden sowie Qualitäts- und Qualifizierungskriterien ökosystembasierter Anpassung gesammelt und weiterentwickelt. Ökonomische, soziale und ökologische Vorteile ausgewählter EbA-Maßnahmen gegenüber „grauen“ Infrastrukturmaßnahmen werden systematisch aufgearbeitet. Vergleichende Bewertungsverfahren werden weiterentwickelt.

Das Projekt entwickelt gemeinsam mit laufenden Maßnahmen im Auftrag des Bundesumweltministeriums bedarfsorientiert Instrumente und Methoden des Mainstreamings und der Stärkung von EbA. Dazu werden Anwendungserfahrungen für die Verbesserung und Weiterentwicklung der Produkte gesammelt und ausgewertet. Flankierend hierzu werden Formate für die Entwicklung von Kompetenzen von Entscheidungsträgern entwickelt.

Über ein Lern- und Wissensnetzwerk mit verschiedenen Austauschformaten (unter anderem Online-Plattform, Präsenz-Workshops) werden Wissens- und Lernerfahrungen zum Mainstreaming von EbA ausgetauscht und einer breiten Fachöffentlichkeit sowie Schlüsselakteuren der internationalen Klima- und Biodiversitätsverhandlungen zur Verfügung gestellt.

Zur Implementierung des Globalvorhabens arbeitet die GIZ mit internationalen Kooperationspartnern: der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen (IUCN), dem Internationalen Institut für Umwelt und Entwicklung (IIED), dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO).