Mainstreaming EbA – Stärkung ökosystembasierter Anpassung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Mainstreaming EbA – Stärkung ökosystembasierter Anpassung in Planungs- und Entscheidungsprozessen
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)
Land: Global
Politischer Träger: Mexiko: Umweltministerium (SEMARNAT), Nationale Schutzgebietskommission (CONANP); Peru: Umweltministerium (MINAM), Ministerium für Wirtschaft und Finanzen (MEF); Philippinen: Nationale Klimakommission (NCCC); Südafrika: Umweltministerium (DEA); Vietnam: Ministerium für natürliche Ressourcen und Umwelt (MONRE)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2020

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Ausgangssituation

„Ökosystembasierte Anpassung“ (Ecosystem-based Adaptation, kurz EbA) beschreibt die nachhaltige Nutzung von Ökosystemen durch die Bevölkerung zur Anpassung an die negativen Folgen des Klimawandels. Der EbA-Ansatz findet zunehmend Eingang in nationale Klimapolitiken und die internationale Klimadebatte, wie beispielsweise durch die „Voluntary Guidelines on EbA and Eco DRR“, verabschiedet auf der „14. Conference of the Parties to the Convention on Biological Diversity” (CBD-COP 14).

Trotz wichtiger Erfolge und positiver Beispiele von EbA werden in der Praxis meist jedoch noch ganzheitlich „graue“ Infrastrukturmaßnahmen (wie Betonwälle oder Deiche im Küstenschutz) geplant und umgesetzt. Gründe hierfür sind unter anderem der Mangel an übertragbaren und nutzerfreundlichen Konzepten, Methoden und Instrumenten für das Mainstreaming (die Integration eines Themas in zentrale Entscheidungen und Prozesse) von EbA. Darüber hinaus kennen viele Akteur*innen im Anpassungsbereich EbA-Alternativen zu „grauer“ Infrastruktur nicht oder können diese nicht ausreichend beurteilen. Zudem werden Lernerfahrungen und Erfolgsgeschichten aufgrund mangelnder Austauschformate oft nicht hinreichend genutzt.

Ziel

Schlüsselakteur*innen im Anpassungsbereich verwenden in Planungs- und Entscheidungsprozessen praxiserprobte Instrumente und Lösungen für die Umsetzung von EbA. Diese sind Teil einer Gesamtstrategie zur Anpassung an den Klimawandel.

Vorgehensweise

Zielgruppe des Projekts sind Entscheidungsträger*innen auf nationaler Ebene und in internationalen Klima- und Biodiversitätsverhandlungen sowie weitere Anpassungsakteur*innen, etwa die internationale Fachöffentlichkeit. Das Projekt arbeitet in den Bereichen Politikberatung, Aufbau von Kompetenzen und Entwicklung von Netzwerken und Partnerschaften.

Das Globalvorhaben entwickelt gemeinsam mit bilateralen Projekten und Maßnahmen in der Entwicklungszusammenarbeit im Auftrag des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) Instrumente und Methoden für das Mainstreaming von EbA. Dazu werden Anwendungserfahrungen und wissenschaftliche Informationen für die Erstellung von EbA-relevanten Studien gesammelt und ausgewertet. In Kooperation mit Partnerprojekten werden übertragbare Konzepte und Methoden ökosystembasierter Anpassung entwickelt. Ökonomische, soziale und ökologische Vorteile ausgewählter EbA-Maßnahmen gegenüber „grauen“ Infrastrukturmaßnahmen werden systematisch aufgearbeitet. Zudem werden Kompetenzen von Entscheidungsträger*innen durch bedarfsorientierte Trainings und Seminare erweitert.

Über ein Lern- und Wissensnetzwerk mit verschiedenen Formaten werden Erfahrungen zum Mainstreaming von EbA ausgetauscht und einer breiten Fachöffentlichkeit sowie Schlüsselakteur*innen der internationalen Klima- und Biodiversitätsverhandlungen zur Verfügung gestellt.

Bei der Implementierung des Globalvorhabens arbeitet die GIZ mit zahlreichen internationalen Organisationen wie der Internationalen Union zur Bewahrung der Natur und natürlicher Ressourcen (IUCN), dem Internationalen Institut für Umwelt und Entwicklung (IIED), dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UN-Environment) und der Universität der Vereinten Nationen – Institut für Umwelt und menschliche Sicherheit (UNU-EHS) zusammen.

Wirkungen

Der Fokus des Globalvorhabens liegt auf dem Austausch von Wissen und Erfahrungen zwischen EbA-Projektmitarbeiter*innen weltweit, politischen Entscheidungsträger*innen und Vertreter*innen der Anpassungsforschung durch die Unterstützung eines globalen Lern- und Wissensnetzwerkes. Dieses Erfahrungswissen wird durch das Projekt in UN-Verhandlungen eingespeist. Das Vorhaben konnte seit Beginn der Aktivitäten im Jahr 2015 zahlreiche Wissensprodukte (beispielsweise eine Studienreihe zu Entry Points für EbA) veröffentlichen und Austauschformate wie Webinare und Workshops durchführen.

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An jährlichen „EbA Community of Practice“-Workshops nahmen bisher über 180 Teilnehmer*innen aus 35 Ländern teil. Die Workshops führten zu Süd-Süd-Kooperationen zwischen Partnerländern sowie in thematischen Arbeitsgruppen zu Wissensprodukten und Publikationen. Auf der Online-Plattform „PANORAMA“ sind 103 Fallbeispiele aus über 47 Ländern veröffentlicht. Kontinuierlich werden weitere Methoden aus Projekten und Initiativen gesammelt und aufgearbeitet. Die sogenannten „EbA Solutions“ sind einer breiten Öffentlichkeit zugänglich und wurden bereits von mehr als 55.500 Besucher*innen zurate gezogen. Zudem riefen dreizehn Webinare das Interesse von mehr als 2.500 Zuschauer*innen hervor.