Stärkung weiblicher Führungskräfte in Verwaltung und Zivilgesellschaft im Nahen Osten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung von Frauen in führenden Positionen in Verwaltung und Zivilgesellschaft im Nahen Osten
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Palästinensische Gebiete, Jordanien, Libanon
Politischer Träger:
Palästinensische Gebiete:
Ministerium für Lokale Verwaltung in den Palästinensischen Gebieten, The Palestinian Initiative for the Promotion of Global Dialogue and Democracy (MIFTAH), Palestinian Working Women’s Society for Development (PWWSD), Roles for Social Change Association (ADWAR)
Jordanien: Ministerium für Planung und internationale Zusammenarbeit, Jordanian National Commission of Women
Libanon: Ministerium für Soziale Angelegenheiten, National Commission for Lebanese Women, Lebanese Organization for Studies and Training (L.O.S.T.)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

Ausgangssituation

Mit der Sonderinitiative zur Stabilisierung und Entwicklung in Nordafrika und Nahost verfolgt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“ (BMZ) unter anderem das Ziel, demokratische Transformationsprozesse zu stärken. Dazu ist die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger erforderlich.

Auf der Rangliste zur politischen Beteiligung von Frauen belegen viele Länder des Nahen Osten die hinteren Plätze. Aus der Sicht von Frauen, und auch zunehmend von Gemeinden, gewinnt die ausgewogene Bürgerbeteiligung von Frauen und Männern immer mehr an Bedeutung. Noch sind zu wenige Frauen in Gemeinderäten und ähnlichen Gremien aktiv. Kommunalpolitisch aktive Frauen verfügen häufig nicht über ausreichende Kenntnisse und Erfahrungen, um sich bei allen relevanten Themen professionell einzubringen – beispielsweise bei der Aufstellung der kommunalen Haushalte –, und nicht nur in den ihnen oft zugewiesenen Bereichen wie Bildung und Gesundheit. Die politische und gestaltende Teilhabe von Frauen im Nahen Osten ist insgesamt noch schwach ausgebildet.

Ziel

In ausgewählten Gemeinden der Palästinensischen Gebiete, Jordaniens und des Libanons ist die politische und gestaltende Teilhabe der Frauen gestiegen.

Palästinensische Gebiete.  © GIZ

Vorgehensweise

Das Vorhaben baut auf den Erfahrungen der Maßnahme zur Förderung gendersensibler Gemeinderatsarbeit und kommunaler Praxis in den Palästinensischen Gebieten auf. Die dabei entwickelten und erprobten Maßnahmen können jetzt mit Mitteln der Sonderinitiative des BMZ in größerem Umfang verbreitet werden. Um die schon gewonnenen Erfahrungen auch in Jordanien und im Libanon nutzbringend anzuwenden, arbeitet das Vorhaben, je nach Land flexibel, auf drei sich ergänzenden Handlungsfeldern – im Einklang mit nationalen Strategien und Zielen sowie mit anderen von nationalen und internationalen Akteuren geförderten Maßnahmen und Programmen:

  1. Förderung von Frauen in Kommunalpolitik und Kommunalverwaltung
  2. Durchführung von Genderaudits in Gemeindeverwaltungen und Umsetzung der Ergebnisse
  3. Etablierung oder Stärkung bereits bestehender Genderplattformen und -netzwerke, die die Ziele und Aktivitäten der angeschlossenen zivilgesellschaftlichen Organisationen koordinieren

In den Palästinensischen Gebieten wird die bestehende Kooperation mit Gemeinden fortgeführt; weitere Kommunen werden einbezogen. In Jordanien und im Libanon werden ausdrücklich auch Kommunen berücksichtigt, die als aufnehmende Gemeinden von Migration und Flüchtlingszuwachs stark betroffen sind. Hier werden vor allem Frauen angesprochen, die als zivilgesellschaftliche Akteure Kommunalentwicklung mitgestalten, oder die (ehrenamtliche) kommunalpolitische Ämter oder fachliche Positionen in Gemeindeverwaltungen ausgewählter Städte, ländlicher Gemeinden und Dörfer wahrnehmen. Mehr Mitarbeit von Frauen in Gemeindeverwaltungen und bei kommunalen Dienstleistern kann nur mit Unterstützung der Männer, vor allem der meist männlichen Bürgermeister und Verwaltungsspitzen, gelingen. Männer werden deshalb in alle Maßnahmen des Regionalvorhabens einbezogen.

Das Vorhaben ist Teil der Sonderinitiative des BMZ zur Stabilisierung und Entwicklung in Nordafrika und Nahost. Mit den Projekten der Sonderinitiative trägt das Ministerium dazu bei, wirtschaftliche und soziale Perspektiven für die Menschen in der Region zu schaffen. In diesem Rahmen stehen für Vorhaben der GIZ und anderer Durchführungsorganisationen in den Jahren 2014 bis 2019 bisher mehr als 200 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Im Fokus stehen dabei die Themenbereiche Jugend- und Beschäftigungsförderung, wirtschaftliche Stabilisierung, Demokratisierung sowie die Stabilisierung von Nachbarländern in Krisensituationen.

Palästinensische Gebiete.© GIZ