Schutz von Kindern und Förderung ihrer Rechte

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: PRO-Enfant, Umsetzung von Kinderrechten in Burkina Faso
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Burkina Faso
Politischer Träger: Ministerium für Wirtschaft, Finanzen und Entwicklung
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2018

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Ausgangssituation

Die Bevölkerung in Burkina Faso ist jung, mehr als die Hälfte ist jünger als 18 Jahre und gehört damit laut UN-Kinderrechtskonvention der Gruppe der Kinder an. Burkina Faso hat alle wichtigen internationalen Abkommen zum Schutz und zu den Rechten von Kindern ratifiziert. Trotz positiver rechtlicher Rahmenbedingungen sind Kinder unterschiedlichsten Formen von Kinderrechtsverletzungen ausgesetzt.

Um den Lebensunterhalt für sich oder die Familie zu bestreiten, sind vier von zehn Kindern wirtschaftlich aktiv; dies betrifft mehr als ein Drittel der Mädchen und fast die Hälfte der Jungen. Ihre Arbeit wird in 96 Prozent der Fälle als schädlich für ihre Entwicklung und in 87 Prozent der Fälle als gefährlich eingestuft. Sie arbeiten häufig unter ausbeuterischen Bedingungen. Nur ein Viertel der ökonomisch aktiven Kinder haben gleichzeitig die Möglichkeit, eine Schule zu besuchen.

Das gesetzliche Heiratsalter liegt bei 20 Jahren für Jungen und 17 Jahren für Mädchen. Eine Ausnahmeregelung ermöglicht es aber, Mädchen bereits mit 15 Jahren in die Ehe zu geben. Im Jahr 2010 waren im landesweiten Durchschnitt in ländlichen Gegenden 17,4 Prozent aller Mädchen in der Altersklasse von 15 bis 17 Jahren bereits verheiratet.

Kinderheirat und Mangel an Sexualaufklärung haben unerwünschte Schwangerschaften unter Jugendlichen zur Folge. Mädchen, die schwanger geworden sind, haben meist keine andere Wahl, als die Schule zu verlassen. Fast jedes dritte Mädchen unter 18 Jahren hat bereits ein Kind zur Welt gebracht.

Weibliche Genitalverstümmelung ist seit 1996 in Burkina Faso gesetzlich verboten. Seitdem ist das Vorkommen dieser Praktik stetig zurückgegangen. Im Jahr 2010 waren jedoch immer noch im Durchschnitt 13 Prozent der Mädchen bis 14 Jahre beschnitten.

Ziel

Das nationale System zum Schutz von Kindern vor Kinderhandel, den schlimmsten Formen der Kinderarbeit und geschlechtsbasierter Gewalt (Kinderheirat, Zwangsheirat und weibliche Genitalverstümmelung) ist gestärkt.

Vorgehensweise

Das Programm berät und unterstützt die Partnerministerien, insbesondere das Arbeitsministerium und das Ministerium für Frauen, nationale Solidarität und Familie. In den Interventionszonen im Südwesten und Osten des Landes arbeitet das Programm direkt mit den dezentralen staatlichen Strukturen der Partnerministerien zusammen sowie mit Organisationen der Zivilgesellschaft, dem Privatsektor und den Gemeinden.

Auf der politischen Ebene unterstützt das Programm die Partnerministerien bei der Erarbeitung von nationalen Strategien und bei der Umsetzung ihrer Aktionspläne. Um Netzwerke zum Schutz der Kinder zu entwickeln, erarbeitet das Vorhaben zusammen mit den Partnerministerien Fachdokumente, Standards und Leitlinien. Darüber hinaus berät PRO-Enfant die Partnerministerien beim Aufbau eines Systems zur Erhebung und Auswertung von Daten im Bereich Kinderrechte. In den Interventionszonen schult das Vorhaben Mitarbeiter der Partnerministerien sowie Mitarbeiter sozialer Dienste im Bereich Kinderrechte, Kindesschutz und psychosoziale Betreuung von Kindern, die Opfer von Gewalt und Ausbeutung sind.

Auf dezentraler Ebene hilft das Vorhaben Kindesschutznetzwerke einzurichten und Aufgaben und Rollen zu definieren. Auch hier werden die beteiligten Akteure im Bereich Kinderrechte, Kindesschutz und der Koordinierung von Kindesschutznetzwerken fortgebildet. Das Vorhaben unterstützt Gemeinden dabei, Maßnahmen zum Schutz von Kindern in ihren kommunalen Aktionsplan zu integrieren. Kinder als Hauptzielgruppe werden bei dem Prozess des Aufbaus von Kindesschutzmaßnahmen aktiv beteiligt.

In Zusammenarbeit mit der Consultingfirma AMBERO wird die Bevölkerung für die genannten Problemfelder sensibilisiert. Ferner erhalten Eltern, Kinder und Gemeindemitglieder Informationen zu Möglichkeiten der Beratung und Unterstützung.

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