Strategische Umweltdialoge

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Strategische Umweltdialoge
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2019

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Ausgangssituation

Mit der 2030-Agenda für Nachhaltige Entwicklung und den nachhaltigen Entwicklungszielen („Sustainable Development Goals“) hat die Staatengemeinschaft eine ehrgeizige Vision formuliert. Ziel ist die Transformation unserer Gesellschaften, unserer Lebens- und Wirtschaftsweisen unter Beachtung der planetaren Grenzen. Zusammen mit dem bei der UN-Klimakonferenz in Paris beschlossenen Klimaabkommen bilden sie eine Richtschnur für die internationale Zusammenarbeit. Alle Länder – Entwicklungs-, Schwellen- und Industrieländer – sind damit gleichermaßen gefordert, alternative Entwicklungspfade einzuschlagen, die im Vergleich zu den gegenwärtigen Wirtschaftsweisen deutlich klimafreundlicher, ressourceneffizienter und sozial inklusiver sind („Inclusive Green Economy“).

Ziel

Es bestehen Umwelt- und Klimadialoge mit Entscheidungsträgern aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft in für die Bundesregierung strategisch relevanten Schwellenländern, die zur Entwicklung einer wettbewerbsfähigen umwelt- und sozialverträglichen Wirtschaft der jeweiligen Länder beitragen.

© GIZ, Foto: Chanchal Kumar

Vorgehensweise

Durch politisch hochrangige Dialogforen, bilaterale Expertengruppen, Thinktank-Workshops, internationale wie regionale Konferenzen und Studien fördert das Projekt den Austausch über notwendige Rahmenbedingungen und Perspektiven für eine umwelt- und sozialverträgliche und kohlenstoffarme Wirtschaftsentwicklung.

Gemeinsam mit den Partnerländern sollen Rahmenbedingungen für nachhaltige Produktions- und Konsumweisen und grünes Wachstum weiterentwickelt werden, welche die Umwelt schonen, soziale Aspekte berücksichtigen und den Ressourcenverbrauch vom Wirtschaftswachstum entkoppeln.

Wirkungen

In verschiedenen Ländern konnte die Zusammenarbeit im Umweltbereich gestärkt und der Austausch über umweltverträgliche, kohlenstoffarme und sozialinklusive Lebensweisen unter Berücksichtigung der planetaren Grenzen intensiviert werden.

In Indien beispielsweise konnten Dialog und Zusammenarbeit im Energie- und Umweltbereich ausgebaut und so Impulse für den Umwelt- und Klimaschutz gegeben werden. Im Anschluss an das 2. Deutsch-Indische Umweltforum im Januar 2015 wurden bilaterale Arbeitsgruppen zu den Themen Wasserwirtschaft, Abfallmanagement, Stadtentwicklung und Klima eingerichtet, in denen der laufende Wissensaustausch verstetigt und ausgebaut wird. Die Indo-German Expert Group on Green and Inclusive Economy aus hochrangigen Vertretern und Vertreterinnen indischer und deutscher Thinktanks ist ein weiteres Beispiel für einen konstanten Dialog zwischen Indien und Deutschland. Durch regelmäßigen Austausch werden Anregungen und Empfehlungen zu ausgesuchten Themen des grünen und inklusiven Wirtschaftens für die Politik und die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern entwickelt.

Im regelmäßigen politischen Dialog mit China geht es vor allem darum, die Ressourcen- und Energieeffizienz des Landes konsequent zu steigern und so Wirtschaftswachstum und Ressourcen- und Energieverbrauch zu entkoppeln. Im Anschluss an eine erste gemeinsame Konferenz im Jahr 2000 wurde der Dialog durch die in regelmäßigen Abständen stattfindenden bilateralen Umweltforen kontinuierlich intensiviert. Hiermit liefert das Projekt einen nachhaltigen Beitrag zum Austausch zwischen beiden Ländern in den für die globale Strukturpolitik entscheidenden Umweltthemen. Das hochrangige Umweltforum wird im Rahmen des Projekts durch regelmäßige Planungs- und Strategieworkshops auf unterschiedlichen Hierarchieebenen flankiert.

In Thailand gab eine im September 2013 durchgeführte Konferenz zum Thema „Green and Low Carbon Economy“ den Startschuss für eine vertiefte Kooperation im Umwelt-, Klima- und Energiebereich. Das hochrangige Dialogforum, bei dem über 150 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft über Rahmenbedingungen und Strategien einer Green Economy diskutierten, stieß auf ein breites und positives Medienecho und findet nun in regelmäßigen Abständen statt. Eine eigens hierfür eingerichtete und jährlich tagende Steuerungsgruppe begleitet diesen Prozess.

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