Biodiversität und Klimawandel

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Biodiversität und Klimawandel (BIOCLIME)
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Indonesien
Politischer Träger: Indonesisches Ministerium für Umwelt und Forstwirtschaft
Gesamtlaufzeit: 2012 bis 2017

Hölzernes Wasserrad für Wasserversorgung im Rahmen des Destillierungsprozesses  von Nilam-Atsiri als Parfümgrundstoff (Patchouli Öl) Foto: Sapikzal Pratama / GIZ

Ausgangssituation

Indonesien zählt mit der weltweit drittgrößten Tropenwaldfläche zu den „Biodiversitäts-Hotspots“ der Erde. Das Land verfügt über die größten Torfflächen in den Tropen. Fortschreitende Entwaldung und die Degradierung von Wäldern und Mooren, insbesondere durch Brandrodung, führen zu einer raschen Abnahme der Artenvielfalt. Gleichzeitig tragen sie maßgeblich zu den hohen CO2-Emissionen des Landes bei.

Der Rückgang der Artenvielfalt beeinträchtigt die Anpassungsfähigkeit der Ökosysteme an den Klima-wandel. Gleichzeitig laufen schätzungsweise 40 Millionen Indonesier in ländlichen Gebieten Gefahr, ihre Lebensgrundlage zu verlieren. Vor allem in Südsumatra sind die verbliebenen Waldökosysteme stark fragmentiert und von illegalem Holzeinschlag, Ausdehnung von Bergbau und Plantagenwirtschaft sowie von Waldbränden bedroht. Die Herausforderung besteht darin, Strategien zum Schutz und zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern mit hohem Schutzwert zu entwickeln, die von der Bevölke-rung, der Privatwirtschaft und den Entscheidungsträgern gleichermaßen mitgetragen werden.

Ziel

Behörden und Institutionen in Südsumatra sind in der Lage, nachhaltige Schutz- und Managementkon-zepte für besonders wertvolle Wälder zu entwickeln und umzusetzen.

Verarbeitung von Nilam  Blättern für die Nilam-Atsiri (Patchouli) Öl Produktion als Parfümgrundstoff. Foto GIZ / Bioclime

Vorgehensweise

Das Projektteam unterstützt die indonesische Regierung dabei, die Biodiversitäts- und Klimaschutzziele zu erreichen, zu denen das Land sich im Rahmen des Übereinkommens über die biologische Vielfalt und der Klimarahmenkonvention verpflichtet hat. Projektpartner sind neben dem indonesischen Ministerium für Umwelt und Forstwirtschaft auch die regionalen Forst- und Planungsbehörden in Süd-Sumatra.

Der Schwerpunkt liegt darauf, neue Datengrundlagen zur Auswahl besonders schützenswerter Waldgebiete und Ökosysteme zu erstellen. Das Vorhaben unterstützt die Behörden und das Ministerium dabei, transparente, partizipative Planungs- und Entscheidungsprozesse aufzubauen. Durch Fortbildungen und die Einführung klarer Organisationsabläufe stärkt es die Managementfähigkeiten der Institutionen und Behörden. So können sie Schutzkonzepte entwickeln und realisieren sowie illegale Aktivitäten reduzieren. Im Fokus stehen dabei besonders lokale staatliche Institutionen und Dorfgemeinschaften. Mit seinen Partnern baut das Projektteam Monitoringsysteme auf, die eine laufende Überwachung und Steuerung der Aktivitäten ermöglichen. Für die im Bereich von Schutzgebieten lebende Bevölkerung entwickeln die Partner alternative Einkommensmöglichkeiten, sodass die neuen Strategien im Einklang mit den sozialen und wirtschaftlichen Strukturen der dort lebenden Menschen stehen.

Neue Systeme für das Datenmanagement erleichtern die Landnutzungsplanung, welche besonders wertvolle Ökosysteme, Artenvielfalt und Klimabelange berücksichtigt. Darüber hinaus unterstützt das Vorhaben die indonesische Regierung auch bei der Implementierung ihrer sogenannten „One-Map-Policy“. Diese hat das Ziel, überlappende Landnutzungsrechte zu klären und bestehende Landnutzungsformen in Einklang mit der offiziellen Raumplanung zu bringen.

Die indonesischen Forstbehörden werden zudem bei der Umgestaltung ihrer Organisationsstrukturen unterstützt. Dazu werden neue lokale Forstverwaltungseinheiten aufgebaut. In Kooperation mit den verschiedenen Interessengruppen führen sie ein gezieltes Waldökosystemmanagement durch, das die biologische Vielfalt erhält und die Folgen des Klimawandels berücksichtigt.

Wirkungen

Durch das Projekt, das seit Januar 2014 auch in der Region Süd Sumatra und den Gemeinden läuft, wurden die Zielsetzungen der Konventionen zur Artenvielfalt mit den Zielen der Klimarahmenkonvention verknüpft. Die regionale und die örtlichen Forstverwaltungen beziehen inzwischen das Thema Biodiversität in die Waldmanagementplanung mit ein. Es existiert eine Biodiversitätsstrategie für Süd-Sumatra, die die Behörden in die Raumordnungsplanung übertragen haben.

Waldbiomasse Inventur im Mangrovenwald Banyuasin, Süd Sumatra. Foto: GIZ/Hendi Sumatri

Gemeinsam mit dem Vorhaben haben die Partner Datengrundlagen zu Biomasse, Flora und Fauna geschaffen. Sie bilden die Basis für Klima- und umweltfreundliche Prozesse zur Landnutzungsplanung und für ein langfristiges Monitoring und Berichte. Das Projektteam hat neue Monitoring-Instrumente vorgestellt und vor allem auf Basis von Fernerkundung mit den Partnern eingeführt. Heute sind Universitäten und Nicht-Regierungsorganisationen in die Arbeit der staatlichen Verwaltung einbezogen. So entsteht eine langfristige, verlässlich kooperierende Partnerbeziehung.