Eine saubere Schule für Alle

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Verbesserung des Lernumfelds an öffentlichen Schulen in aufnehmenden Gemeinden (ILEPS)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen der Sonderinitiative „Fluchtursachen mindern, Aufnahmeregionen stabilisieren, Flüchtlinge unterstützen“, Kofinanzierung mit der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Bildungsministerium
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren“. Jordanien. Grundschulkinder der Pilotschule Fatima Bint Al-Yaman in Huwara, Irbid stellen sich zur traditionellen Eröffnungszeremonie „tabour“ auf. © GIZ

Ausgangssituation

Der Bürgerkrieg in Syrien hat seit seinem Ausbruch in 2011 rund 4,8 Millionen Menschen aus dem Land vertrieben. Die meisten Geflüchteten suchten in den Nachbarländern Schutz – in Jordanien, der Türkei, dem Libanon, im Irak und in Ägypten. Allein in Jordanien wurden bis 2019 mehr als 670.000 Syrer*innen offiziell registriert. Jordanische Regierungskreise gehen sogar von bis zu 1,4 Millionen geflüchteten Syrer*innen im Land aus. Mehr als 195.000 von ihnen sind Kinder im schulpflichtigen Alter. Diese lernen hauptsächlich in sogenannten Doppelschichtschulen in aufnehmenden Gemeinden. Waren viele Schulen bereits vor der Aufnahme syrischer Schulkinder überfüllt, verschärfen sich die Herausforderungen durch die steigenden Schülerzahlen zusehends. Überlastete Verwaltungsstrukturen und überfordertes Lehrpersonal sind die Folge. Besonders der wartungsintensive Wasser-, Sanitär- und Hygienebereich wird zunehmend vernachlässigt. Überfüllte Schulklassen und gekürzte Stundenpläne lassen dem Lehrpersonal wenig Spielraum, kreative Aktivitäten anzubieten und auf die Bedarfe der Schulkinder einzugehen.

Kindern und Jugendlichen mit Lernschwierigkeiten und Behinderungen bleibt der Schulbesuch mangels barrierefreien Zugangs und aufgrund fehlender Transportmöglichkeiten und Betreuungsangebote oft gänzlich verwehrt. Diese Kinder und Jugendlichen werden zudem häufig stigmatisiert und diskriminiert.

Ziel

Das Lernumfeld an öffentlichen Schulen in aufnehmenden Gemeinden ist verbessert.

Vorgehensweise

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) mit Kofinanzierung der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) unterstützt die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH gemeinsam mit den jordanischen Partnern Lösungsansätze für saubere, sichere und inklusive Lernumgebungen. Kern der Aktivitäten sind Bau und Rehabilitierung von wartungsarmen Sanitäranlagen, die ein besseres und nachhaltiges Abwasser- und Hygienemanagement an den Schulen gewährleisten. Zudem wird das Bildungsministerium bei Wartungsarbeiten und der Instandhaltung von Schulen beraten.

Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren“. Jordanien. Durch gemeinsames Spielen auf dem Schulhof lernen sich die Schulkinder der Pilotschule Ajnadeen in Al Barha, Irbid kennen. © GIZ

An acht Pilotschulen werden die sanitären Einrichtungen an die wachsende Zahl von Schüler*innen sowie an die nationalen Hygienestandards, an geschlechtsspezifische und inklusive Bedarfe angepasst. Darüber hinaus werden Sportanlagen und Gärten erneuert, damit die Schulkinder außerschulischen Aktivitäten nachgehen können. Diese hat das Vorhaben gemeinsam mit dem Bildungsministerium entwickelt und in einem Handbuch zusammengefasst. In einer ersten Pilotphase werden die Aktivitäten momentan an 13 Schulen in enger Abstimmung mit dem Lehrpersonal, Eltern und den Schulkindern umgesetzt und evaluiert.

In 16 Direktoraten des Landes etabliert das Vorhaben mobile Werkstätten – sogenannte Mobile Maintenance Units. Anfang 2018 erhielten die Schulbehörden Werkstattwagen, um eine nachhaltige Wartung und Instandhaltung an den Schulen zu gewährleisten. Eine Steuerungsstruktur zur Überwachung der Umsetzung des gemeinsamen Instandhaltungskonzepts befindet sich in der Umsetzung.

Wirkungen

Das Vorhaben konzentrierte sich vor allem auf Gemeinden im Norden des Landes sowie auf die städtischen Ballungsgebiete Amman, Irbid und Zarqa, da hier die meisten Flüchtlinge aufgenommen wurden. Die Maßnahmen kamen an 16 Schulen mit insgesamt 10.715 jordanischen und 5.343 syrischen Kindern zum Einsatz. Das Konzept zur Wartung und Instandhaltung wird auf weitere 50 Schulen ausgedehnt, sodass bis zu 50.000 Schulkinder von einem verbessertem Lernumfeld profitieren.