Innovative Geschäftsmodelle für eine nachhaltige Wirtschaft fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Inclusive Business Action Network (iBAN)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Europäische Union
Land: Global. Ein Schwerpunkt der Programmaktivitäten liegt in Nigeria, Sambia und Kambodscha
Gesamtlaufzeit: 2020 bis 2022

Indische Frauen bei der Verarbeitung von Obst und Gemüse.

Ausgangssituation

In den letzten fünf Jahren hat die Bedeutung von breitenwirksamen Geschäftsmodellen, auch als Inclusive Business bekannt, weltweit zugenommen. Dieser Ansatz bezieht einkommensschwache Menschen in die Wertschöpfungsketten von Unternehmen mit ein: als Kund*innen, Produzent*innen oder Zuliefer*innen.

Breitenwirksame Geschäftsmodelle sind profitabel und verbessern gleichzeitig die Lebensbedingungen der Menschen, die von weniger als acht Dollar pro Tag leben. Sie bieten Zugang zu essenziellen Dienstleistungen und Produkten oder zu neuen Einkommensmöglichkeiten. Davon profitieren insbesondere Frauen, da sie stärker von Armut und ihren negativen Folgen betroffen sind.

Trotz der Vorteile von Inclusive Business gibt es nur vereinzelte Beispiele für Anwendungen, die sich bewährt haben. Es fehlen noch Strategien und Konzepte, um den Ansatz in die Breite zu tragen. Dies ist auf eine Reihe systemischer Barrieren zurückzuführen: 

  • Schwer zugängliche Marktinformationen
  • Mangel an Kapital oder alternativen Finanzierungsmöglichkeiten
  • Ineffiziente Regulierungen 
  • Fehlende Kompetenzen und Handlungsfähigkeit in den Unternehmen

Das Vorhaben setzt hier an und entwickelt Lösungen mit Politik, Unternehmen und Fachleuten, damit breitenwirksame Geschäftsmodelle besser und vermehrt umgesetzt werden können. Damit leistet das Vorhaben einen Beitrag zur Afrikapolitik des Bundesministeriums für Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ) unter dem „Marshallplan mit Afrika – Neue Partnerschaft für Entwicklung, Frieden und Zukunft“. Das Vorhaben trägt zudem zur G20-Partnerschaft mit Afrika bei, die unter deutscher Präsidentschaft initiiert wurde. 

Ziel

Die Voraussetzungen für Inclusive Business haben sich verbessert und Unternehmen setzen zunehmend breitenwirksame Geschäftsmodelle um.

Kartoffelplantage, Kenia.

Vorgehensweise

Das Vorhaben bereitet Praxiswissen auf und verbreitet bewährte Ansätze gemeinsam mit Partner*innen in Afrika und Asien. Dazu fördert es die Investitionsreife von Unternehmen, setzt sich für bessere politische Rahmenbedingungen ein und verbessert den Zugang und die Aufbereitung von Wissen zu Inclusive Business. 
Um Unternehmen direkt zu stärken, entwickelt das Vorhaben Lernangebote und vermittelt sie mit Mittlerorganisationen wie Impact Investoren, Stiftungen oder Beratungsfirmen. Dadurch ergeben sich für Unternehmen alternative Finanzierungsquellen und Investitionen in sozialpolitisch relevante Geschäftsmodelle nehmen zu. 

Weiterhin unterstützt das Vorhaben Regierungen in den Partnerländern dabei, bessere Rahmenbedingungen und geeignete Anreizsysteme für die Umsetzung der Geschäftsmodelle zu entwickeln. Entscheidungsträger*innen in Ministerien und Behörden erhalten dafür gezielte Trainings. Zudem fördert das Vorhaben einen Süd-Süd-Dialog zwischen asiatischen und afrikanischen Kooperationspartner*innen. 

Das Vorhaben verbessert den Zugang zu digitalen Informations-, Wissens- und Trainingsangeboten. Ein zentraler Bestandteil ist dabei eine Onlineplattform, die praxisnahe Informationen zu Geschäftsmodellen, Forschungsergebnissen oder Investitionsmöglichkeiten bietet. Um auf aktuelle Ereignisse reagieren zu können, setzt das Vorhaben für die Aufbereitung von Wissen auf die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl von Partner*innen. Dadurch wird Wissen zu Unterstützungsangeboten zentral gesammelt, wie zum Beispiel im Fall einer Informationsseite zur aktuellen Covid-19-Krise.

Durch seinen ganzheitlichen Ansatz stärkt das Vorhaben nicht nur einzelne Unternehmen, sondern erzielt eine systemische Wirkung, die die Umsetzung von breitenwirksamen Geschäftsmodellen in den Partnerländern langfristig verbessert. Wesentlich ist, dass das Vorhaben einen Perspektivenwechsel unter den verschiedenen Akteur*innen fördert und dadurch das Verständnis über die Herausforderungen und Potenziale von breitenwirksamen Geschäftsmodellen schärft.

Micro Insurance Academy, Indien.

Wirkungen

  • In Kooperation mit „Impact Capital Africa“ hat das Vorhaben 2019 die Investitionsreife von 27 sambischen Unternehmen gefördert und Investitionsangebote im Wert von insgesamt 10 Million US-Dollar unterstützt.
  • Seit 2017 setzt sich das Vorhaben mittels Politikdialogen für die Umsetzung förderlicher Rahmenbedingungen für breitenwirksame Geschäftsmodelle in Südostasien ein. Inclusive Business wurde bei den ASEAN Summits im Jahr 2017 und 2019 in die Erklärung des Vorsitzenden aufgenommen. Darüber hinaus haben sechs von zehn ASEAN-Mitgliedsstaaten mit Unterstützung des Vorhabens Politikinstrumente und Maßnahmen erarbeitet, um die Rahmenbedingungen für Unternehmen zu verbessern.
  • 2018 wurden drei bestehende Webseiten zu der innovativen Online-Wissensplattform inclusivebusiness.net zusammengeführt. Die Plattform umfasst ein breit gefächertes Informationsangebot für Unternehmen, wie beispielsweise das Onlinemagazin „CLUED-iN“, eine Publikationsdatenbank mit 2.300 Einträgen oder die „Funder and Investor Database“ mit 650 Organisationen, die finanzielle und fachliche Unterstützung anbieten.

Downloads

Weitere Informationen