Energielösungen für Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Energie in der Landwirtschaft – Powering Agriculture
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2019

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Ausgangssituation

Im Jahr 2050 werden laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) fast zehn Milliarden Menschen auf der Erde leben. Die globale Nahrungsproduktion muss um 56 Prozent steigen, um den künftigen Lebensmittelbedarf decken zu können (World Resources Institute). Gleichzeitig wird auch die Nachfrage nach Energie steigen. Ein Drittel des weltweiten Energieverbrauchs geht derzeit auf Produktion und Weiterverarbeitung von Ernährung zurück. Dieser ist noch immer stark von fossilen Energieträgern abhängig. Laut IPCC sind die Land- und Forstwirtschaft und andere Landnutzungsaktivitäten für 23 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Energiesparende Ansätze und Alternativen zu dieselbetriebenen Technologien haben sich – trotz erfolgreicher Beispiele nachhaltiger Energienutzung – in Landwirtschaft und Ernährungswirtschaft bisher kaum durchgesetzt.

Ziel

Die Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien in landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten sind erhöht, sodass die Produktivität steigt und Treibhausgasemissionen sinken.

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Vorgehensweise

Das Vorhaben setzt den deutschen Beitrag zur internationalen Initiative „Powering Agriculture – An Energy Grand Challenge for Development“ (PAEGC) um. PAEGC ist eine gemeinschaftliche Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der US-amerikanischen Entwicklungsagentur USAID, der schwedischen Entwicklungsagentur Sida, der US-Regierungsagentur zur Förderung von US-Investitionen im Ausland (OPIC) und des US-Energieunternehmen Duke Energy. Ziel der Initiative ist es, die Entwicklung und Verbreitung innovativer, markttauglicher Ansätze für den Einsatz klimafreundlicher Energietechnologien in der Agrarwirtschaft in Entwicklungs- und Schwellenländern zu fördern. Über internationale Wettbewerbe werden Firmen, Universitäten und nichtstaatliche Organisationen ausgewählt, die direkte Zuschüsse erhalten. Zurzeit fördert PAEGC 24 Projekte. 

Das Vorhaben erprobt in weiteren 16 Pilotprojekten nachhaltige Energielösungen in landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten, zum Beispiel solare Milchkühlungssysteme. Dazu sammelt das Vorhaben Wissen und Erfahrungen über die interaktive Wiki-Plattform „Powering Agriculture“ auf energypedia.info. Inhaltliche Schwerpunkte sind solarbetriebene Bewässerungssysteme, Kühlung sowie Energieeffizienz in Wertschöpfungsketten. Das Portal beinhaltet auch eine Toolbox, die bei der Beratung zu Finanzierung, Auswahl, Installation und Betrieb von solaren Bewässerungssystemen unterstützt. Dadurch kann die Fachcommunity, Systemeffizienz, Wirtschaftlichkeit und Wassernutzung besser kalkulieren und damit Endnutzer*innen, Entscheidungsträger*innen und Finanzierer*innen besser beraten sowie Risiken mindern.

Das Vorhaben ist in Bonn angesiedelt und arbeitet mit privaten und/oder staatlichen Partner*innen vor Ort zusammen. Zusätzlich gibt es einen regionalen Hub für Ostafrika in Kenia.

Wirkungen

  • Fast 60 Prozent der geförderten Innovationen haben Marktreife erlangt oder fangen mit der Verbreitung von klimafreundlichen Energielösungen an. Claro Energy ist zum Beispiel ein indischer Innovator, der seit 2015 gefördert wird und eine mobile solare Wasserpumpe anbietet, die bis zu 40 mal täglich angefordert wird. Ein weiteres Beispiel ist Village Infrastructure Angels, die solarbetriebene Verarbeitungsstationen für Grundnahrungsmittel entwickeln und bereits 230 Solarmühlen in Indonesien, Papua Neu-Guinea, den Philippinen und Vanuatu verkauft haben.
  • 69 kenianischen Teefabriken haben seit 2014 Energieeffizienzmaßnahmen durchgeführt. So kam es zu durchschnittlichen Reduzierungen von elf Prozent des Stromverbrauches und zehn Prozent des Brennholzverbrauches pro Fabrik. Über den Projektzeitraum sind das Einsparungen von rund 13,5 Millionen US-Dollar in Energiekosten. Die Maßnahmen verhinderten außerdem die Abholzung von 1,35 Millionen Bäumen. Insgesamt wurden so fast 12.000 Tonnen CO2 eingespart. Ähnliche Maßnahmen werden nun in Indonesien und Sri Lanka durchgeführt. 
  • Das Projekt hat 29 Studien erstellt, zum Beispiel zu Kosten und Nutzen in verschiedenen Anwendungsgebieten. Diese vermitteln einen Überblick über verfügbare nachhaltige Energietechnologien und deren Einsatz sowie Wissen aus Theorie und Praxis in Aus- und Fortbildungsprogrammen. 
  • Das Vorhaben hat 1.400 Teilnehmende aus aller Welt in einem kostenlosen Onlinekurs (MOOC) zum Thema Landwirtschaft und Energie weitergebildet. Darüber hinaus trainierte das Vorhaben über 550 Menschen mit und zu der Toolbox zu solarer Bewässerung (einschließlich einem globalen E-Learning Kurs) und bildete 29 Toolboxtrainer*innen aus. Insgesamt nahmen über 2.500 Menschen an Trainings des Vorhabens teil. 

Weitere Informationen