Nachhaltige Energie für Ernährung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Nachhaltige Energie für Ernährung – Powering Agriculture
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2018

Ausgangssituation

2050 werden laut Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) 9 Milliarden Menschen auf der Erde leben. Die globale Nahrungsproduktion muss um 70 Prozent gesteigert werden, um den künftigen Bedarf decken zu können. Gleichzeitig wird auch die Nachfrage nach Energie steigen. Ein Drittel des weltweiten Energieverbrauchs geht derzeit auf den Ernährungssektor zurück. Dieser ist noch immer stark von fossilen Energieträgern abhängig und laut FAO für 20 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Energiesparende Ansätze und Alternativen zu dieselbetriebenen Technologien haben sich – trotz erfolgreicher Beispiele nachhaltiger Energienutzung – in der Agrar- und Ernährungswirtschaft bisher kaum durchgesetzt.

Ziel

Die Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien in landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten sind erhöht, sodass die Produktivität steigt und Treibhausgasemissionen sinken.

Vorgehensweise

Das Vorhaben setzt den deutschen Beitrag zur internationalen Initiative „Powering Agriculture – An Energy Grand Challenge“ (PAEGC) um. PAEGC ist eine gemeinschaftliche Initiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), der US-amerikanischen Entwicklungsagentur USAID, der schwedischen Entwicklungsagentur Sida, der US-Regierungsagentur zur Förderung von US-Investitionen im Ausland (OPIC) und des US-Energieunternehmen Duke Energy. Ziel der Initiative ist es, die Entwicklung und Verbreitung innovativer, markttauglicher Ansätze für den Einsatz klimafreundlicher Energietechnologien in der Agrarwirtschaft in Entwicklungs- und Schwellenländern zu fördern. Über internationale Wettbewerbe für Firmen, Universitäten und nichtstaatliche Organisationen werden dafür direkte Zuschüsse ausgeschrieben und vergeben. Zurzeit werden 24 Projekte gefördert.

Neben der Arbeit in der Initiative führt das Vorhaben Modellprojekte für nachhaltige Energielösungen in landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten durch, zum Beispiel zur Markteinführung von solaren Pumpen in Indien. Gewonnenes Wissen und Erfahrungen werden gesichtet, aufbereitet und verbreitet, unter anderem über die interaktive Wiki-Plattform „Powering Agriculture Portal“. Inhaltliche Schwerpunkte sind solarbetriebene Bewässerungssysteme, Kühlung sowie Energieeffizienz in Wertschöpfungsketten.

Um einen Überblick über verfügbare nachhaltige Energietechnologien und deren Einsatz zu erhalten, werden Studien erstellt, etwa zum Thema solare Bewässerung in Kooperation mit der FAO. Das Wissen aus Theorie und Praxis wird in Aus- und Fortbildungsprogrammen weitergegeben. Ein Beispiel ist die Ausbildung von Energieauditoren in Zusammenarbeit mit der Strathmore University in Kenia.

Das Vorhaben hat einen kostenlosen Onlinekurs (MOOC) angeboten, den 1.400 Teilnehmende aus aller Welt zur Weiterbildung und zum interaktiven Austausch über nachhaltige Energielösungen in der Agrar- und Ernährungswirtschaft nutzten.

Das Vorhaben ist in Bonn angesiedelt und arbeitet mit privaten oder staatlichen Partnern vor Ort zusammen. Zusätzlich gibt es ein regionales Zentrum für Ostafrika in Kenia.

Wirkungen

Erste über die internationale Powering-Agriculture-Initiative geförderte Innovationen erreichen Marktreife und weitere Verbreitung. Zum Beispiel hat der Innovator SunCulture in seinem ersten Förderjahr bereits 40 solare Bewässerungskits an 187 Bauern verkauft und 25 Fachkräfte trainiert, die die Bauern bei der Installation der Kits sowie bei Ernte und Verkauf ihrer Produkte beraten.

In vier kenianischen Teefabriken wurden Energieaudits durchgeführt. Die daraufhin gegebenen Investitionsempfehlungen steigern die Energieeffizienz. Jährlich sind dadurch bis zu 10.000 Tonnen CO2 weniger zu erwarten; die Produktivität der Fabriken ist erhöht. Der lokale Entwicklungspartner Kenya Tea Development Agency plant, Audits in weiteren 66 Teefabriken selbstständig durchzuführen.

Durch den MOOC-Onlinekurs konnte das Bewusstsein für die Bedeutung des Energie-Landwirtschaft-Nexus bei Entscheidungsträgern in 55 Schwellen- und Entwicklungsländern geschärft werden. Netzwerkstrukturen wurden gestärkt sowie Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Wissenschaft, Zivilgesellschaft und Politik in Trainingsmaßnahmen weitergebildet.