Geldtransfer ohne Grenzen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung des Zugangs zu Remittances und weiteren Finanzdienstleistungen über digitale Lösungen (Digi#ances)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) im Rahmen der Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren“
Land: Jordanien
Politischer Träger: Jordanische Zentralbank (CBJ)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2021

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Ausgangssituation

Zurzeit ist es für syrische Flüchtlinge in Jordanien schwierig, ein Bankkonto zu eröffnen. Auch von den jordanischen Erwachsenen verfügen nur 42 Prozent über ein Bankkonto. Daher werden die meisten Zahlungen – sowohl aus dem Ausland, als auch innerhalb Jordaniens – bar getätigt. Digitale Finanzdienstleistungen können dazu beitragen, die Risiken und Kosten zu minimieren, die durch die Überweisung von Geldbeträgen über Geldtransferdienstleister oder über informelle Wege entstehen. Rücküberweisungen aus dem Ausland sind für Jordanien seit langem ein wesentlicher Wirtschaftsfaktor: 2018 machten sie mit 4,4 Milliarden US-Dollar mehr als 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aus.

Ziel

Die Voraussetzungen zur Nutzung digitaler Dienstleistungen für grenzüberschreitende Rücküberweisungen durch Flüchtlinge und jordanische Haushalte sind geschaffen.

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Vorgehensweise

Das Projekt Förderung des Zugangs zu Remittances und weiteren Finanzdienstleistungen über digitale Lösungen (Digi#ances) wird gemeinsam von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH und der jordanischen Zentralbank (CBJ) durchgeführt und ist Teil der Sonderinitiative „Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).
Ziel ist es, die Nutzung von digitalen Finanzdienstleistungen, auch für internationale Geldtransfers, durch Jordanier*innen und Flüchtlinge ohne Bankkonto und insbesondere durch Frauen zu fördern. Der Fokus liegt dabei auf den drei nördlichen Gouvernements. Zur Erreichung des Projektziels werden verschiedene Ansätze verfolgt:

  • ein Pilotversuch zu bedarfsorientierten mobilen Finanzdienstleistungen einschließlich Rücküberweisungen in Zusammenarbeit mit privatwirtschaftlichen und anderen nichtstaatlichen Akteuren;
  • die Verbesserung des Regulierungs- und Aufsichtsrahmens für digitale Finanzdienstleistungen, auch für internationale Rücküberweisungen per E-Wallet;
  • die Durchführung von zielgruppengerechten Informationskampagnen und Schulungen zur verantwortungsbewussten Nutzung von digitalen Finanzdienstleistungen.

Außerdem wurde gemeinsam mit der Schweizer Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) ein Kofinanzierungsvertrag unterzeichnet. Mit diesem soll ein Rücküberweisungskorridor ins Ausland erprobt werden, um die finanzielle Inklusion und Resilienz von Wanderarbeiter*innen in Jordanien zu verbessern. Das Ziel besteht darin, den bereits vorhandenen methodischen Ansatz von Digi#ances auf eine neue Zielgruppe zu übertragen, und zwar insbesondere auf Arbeiter*innen aus Bangladesch, die in der jordanischen Textilindustrie tätig sind.

Wirkung

Digi#ances hat zur Optimierung der rechtlichen Rahmenbedingungen für mobile Zahlungsdienste in Jordanien beigetragen, unter anderem für grenzüberschreitende digitale Rücküberweisungen. Dazu wurden Studien durchgeführt und technische Unterstützung in den Bereichen Kontrolle und Überwachung, Verbraucherschutz sowie Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung geleistet.

Ferner hat das Projekt 2016 den DFS-Rat (Digital Financial Services) als Beratungsgremium für Reformen im Bereich der digitalen Finanzdienstleistungen ins Leben gerufen. Insgesamt fanden 13 hochrangige Sitzungen des DFS-Rats statt. Seit 2017 wurden 11 DFS-Dialoge und Plattformen zum Wissensaustausch über aktuelle Themen organisiert.

Durch eine Entwicklungspartnerschaft mit dem Zahlungsdienstleister Dinarak wurde zudem ein größeres Vertriebsnetz aufgebaut, so dass Flüchtlinge ohne Bankkonto und die jordanische Bevölkerung jetzt bessere Möglichkeiten haben, digitale Dienstleistungen zu nutzen.

Digi#ances hat Zahlungsdienstleister durch Vertriebsmanagement-Schulungen beim Aufbau von Vertriebsnetzen unterstützt. Trotz der vorhandenen Fortschritte bleiben die Vertriebsnetze eine Herausforderung für mobile Zahlungsdienstleister.

Durch die Vermittlung von Kompetenzen in Bezug auf digitale Finanzdienstleistungen sollen Flüchtlinge ohne Bankkonto sowie die jordanische Bevölkerung mit digitalen Finanzdienstleistungen vertraut gemacht werden. Mit breit angelegten Informationskampagnen erreicht das Projekt 20.000 Flüchtlinge und 30.000 Jordanier*innen. Für 10.000 Flüchtlinge und 10.000 Jordanier*innen (davon die Hälfte Frauen) sollen gezielte Schulungen durchgeführt werden. Bisher haben 5.250 Jordanier*innen und 3.200 syrische Flüchtlinge an Schulungen teilgenommen; durch die Informationskampagnen wurden 13.900 Jordanier*innen und 16.250 syrische Flüchtlinge erreicht.

2017 haben 20 Akteure aus dem Finanzsektor und dem gemeinnützigen Bereich sowie verschiedene Geberorganisationen eine Absichtserklärung unterzeichnet und damit einen formalen Strategieplan zur Vermittlung von Wissen rund um digitale Finanzdienstleistungen beschlossen. Der Strategieplan schafft die Rahmenbedingungen und Instrumente, um potentielle Kunden von digitalen Finanzdienstleistern kostengünstig und unabhängig zu erreichen.

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