Ökosystembasierte Anpassung an den Klimawandel

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Strategien ökosystembasierter Anpassung an den Klimawandel in Kolumbien und Ecuador
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Kolumbien, Ecuador
Politischer Träger: Umweltministerium (Ministerio de Ambiente y Desarrollo Sostenible, MADS) Kolumbien; Umweltministerium (MAE) Ecuador
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2018

Kolumbien. Das Programm stärkt die Widerstandsfähigkeit der Bevölkerung in Kolumbien gegenüber extremen Klimaereignissen wie Dürren und Überschwemmungen. © GIZ

Ausgangssituation

Die Küstenregionen Kolumbiens und Ecuadors spüren die Folgen des Klimawandels immer deutlicher. Beide Länder sind besonders anfällig für extreme Klimaereignisse. Für Kolumbien wird ein Anstieg der Durchschnittstemperatur bis Ende des Jahrhunderts von mehr als zwei Grad Celsius erwartet. Als Folge davon wird der Meeresspiegel steigen, die Küstenstreifen werden verschwinden und die Niederschläge zunehmen. Das wird für Menschen, Infrastruktur und Wirtschaft, die von den Ökosystemen der Küste und deren Dienstleistungen profitieren, starke negative Folgen haben. Mangrovenwälder beispielsweise sind natürliche Barrieren gegen Hochwasser und Stürme. Werden sie zerstört, ist der Mensch Wasser und Wind stärker ausgesetzt. Die ökosystembasierte Anpassung an den Klimawandel ist eine erfolgversprechende Alternative oder Ergänzung zu traditionellen technischen, „grauen“ Maßnahmen. Ziele sind vor allem der Schutz und die nachhaltige Nutzung von Ökosystemen, wie Tropen- und Mangrovenwäldern, um die Widerstandskraft von Mensch und Natur zu stärken und die Folgen des Klimawandels einzudämmen. In Kolumbien und in Ecuador haben Institutionen und Organisationen großes Potenzial, um Strategien und Maßnahmen der ökosystembasierten Anpassung wirkungsvoll umzusetzen.

Ziel

Gemeinden in Küstenregionen Kolumbiens und Ecuadors sind weniger anfällig für die Folgen des Klimawandels. Nationale und lokale Behörden verankern dauerhaft den Ansatz der ökosystembasierten Anpassung in Politiken und Planungsinstrumenten.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt nationale und lokale Behörden in Kolumbien und Ecuador, den Ansatz zur ökosystembasierten Anpassung an den Klimawandel in Politiken, Pläne oder Strategien zu integrieren. Dazu plant das Projektteam gemeinsam mit den Projektpartnern Maßnahmen zur ökosystembasierten Anpassung und setzt diese um. Zuvor werden vor Ort Klimarisiken und Anfälligkeiten ermittelt. Das Projekt schult Vertreter nationaler und lokaler Behörden, Gemeinden und weitere Akteure in individuellen und institutionellen Fortbildungen. Hier erwerben die Teilnehmer die notwendigen Kenntnisse, um Auswirkungen des Klimawandels auf ihr tägliches Leben zu verstehen und ihre Widerstandsfähigkeit zu erhöhen. Neben den engen Partnern aus der Projektregion Cartagena de Indias in Kolumbien sowie Santa Ana und Jipijapa in der Provinz von Manabí in Ecuador, arbeitet das Projektteam auch mit Behörden, Unternehmen der Privatwirtschaft und Gemeinden außerhalb dieser Regionen zusammen und integriert ökosystembasierte Anpassung in deren Planungen. Fortschritte, Ergebnisse, und Erfolgsmodelle des Vorhabens bereitet es auf und verbreitet diese national wie international.

Das Vorhaben wird darüber hinaus Strategien erarbeiten, um weitere Mittel für Maßnahmen zur ökosystembasierten Anpassung nach dem Ende des Projekts zu erschließen. In Ecuador werden die Arbeitsfelder von der internationalen Nichtregierungsorganisation International Union for Conservation of Nature and Natural Resources, IUCN, umgesetzt.

Wirkungen

Das kolumbianische Umweltministerium und das Planungsamt haben den Ansatz zur ökosystembasierten Anpassung als Methode übernommen. Das Projekt hat beide Institutionen bei der Erarbeitung der nationalen Klimawandelpolitik und des nationalen Plans zur Anpassung an den Klimawandel beraten. In der kolumbianischen Küstenstadt Cartagena befinden sich zwei konkrete Maßnahmen in Umsetzung: die Instandsetzung der natürlichen Bach- und Flussläufe im Stadtgebiet sowie die Erhaltung der stadtnahen Mangrovengebiete. Beides sind unverzichtbare Elemente zum Hochwasserschutz und damit zur Erhaltung der zum Weltkulturerbe zählenden Altstadt Cartagenas. Die Maßnahmen werden zukünftig durch stadteigene Gebührenerhebungen zum Ökosystemschutz refinanziert. Weitere Maßnahmen für das kolumbianische Department Córdoba sowie für die ecuadorianische Küstenprovinz Manabí sind in Vorbereitung.

Kolumbien und Ecuador. Mangrovenwälder werden gemeinsam mit der Bevölkerung wiederhergestellt © GIZ