Verbesserung der Lebensgrundlagen und Ernährungssicherung ehemals landloser und landarmer Haushalte

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Programm "Verbesserung der Lebensgrundlagen und Ernährungssicherung ehemals landloser und landarmer Haushalte in Kambodscha"
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kambodscha
Politischer Träger: Ministry of Land Management, Urban Planning and Construction
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2017

© GIZ

Ausgangssituation

Das Vorhaben „Landallokation für soziale und ökonomische Entwicklung" (LASED) der kambodschanischen Regierung unterstützt ein Konzessionssystem, das Wohn- und Landwirtschaftsflächen an Landlose oder Landarme vergibt. Zudem werden Dienstleistungen und Infrastruktur bereitgestellt, um die Lebensbedingungen zu verbessern.

Viele Menschen konnten das ihnen zugeteilte Land bislang noch nicht nutzen: Oft handelt es sich um degradierte Waldflächen, die nicht erschlossen und für eine landwirtschaftliche Nutzung noch ungeeignet sind. Die Lebensgrundlagen und die Ernährungssicherheit der Landempfänger bleiben prekär. Außerdem haben sie weiterhin nur äußerst begrenzt Zugang zu nachhaltigen sozialen und ökonomischen Dienstleistungen. Darüber hinaus riskieren die Empfängerhaushalte, ihre Landrechte wieder zu verlieren, wenn sie die Kriterien zur Übertragung des Titels an dem für Wohn- oder Landwirtschaftszwecke zugeteilten Land nicht erfüllen können.

Ziel

Die Lebensgrundlage und die Ernährungssicherheit von Menschen, denen in den Provinzen Kratie, Tboung Khmum und Kampong Thom Land zugeteilt wurde, haben sich nachhaltig verbessert.

Kambodscha. © GIZ

Vorgehensweise

Das Projekt wird in den Provinzen Kratie, Tbong Khmum and Kampong Thom durchgeführt. Rund 3.150 Haushalte hatten dort, im Rahmen des Vorhabens LASED der kambodschanischen Regierung, Land zum Wohnen und für kleinbäuerliche Landwirtschaft erhalten. Um einen unbefristeten Landtitel zu beantragen, müssen Bewerber dort lediglich nachweisen, dass sie das ihnen zugeteilte Land ordnungsgemäß nutzen.

Das Projekt wendet sich an die bedürftigsten Familien und unterstützt sie dabei, sich mit dem erworbenen Land eine Lebensgrundlage aufzubauen. Sie erhalten beispielsweise Hilfe bei der Vorbereitung der Fläche und bei Maßnahmen zur Bodenverbesserung, um die Fläche landwirtschaftlich nutzbar zu machen. Außerdem werden Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt, die den Menschen dabei helfen, ihre Ernährungssicherheit durch Diversifizierung und angepasste Landnutzung zu verbessern.

Die Maßnahmen haben drei Schwerpunkte:

  1. Ernährungssicherheit
  2. Sicherung einer Grundlage für langfristige landwirtschaftliche Produktion
  3. Lokale Entwicklung

Aufgrund der Arbeit in den drei Schwerpunkten berät das Projekt nicht nur die Landempfänger, sondern auch die lokalen Verwaltungen. So sollen Verbesserungen bei Planungsprozessen, Umsetzung und struktureller Entwicklung erzielt werden.

Das Projekt stärkt die Kooperation zwischen den Akteuren umfassend. Wichtigster Partner ist das Planungsministerium, aber auch mit dem Landwirtschaftsministerium besteht eine enge Zusammenarbeit. Die Maßnahmen vor Ort werden von ressortübergreifenden Arbeitsgruppen in Provinzen und Distrikten, unter dem Vorsitz der Provinzgouverneure, sowie von lokalen Räten und gemeindenahen Gruppen in Dörfern durchgeführt.

Das Projekt arbeitet eng mit zwei verwandten Vorhaben in Kambodscha zusammen, die auch vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert werden.

Wirkung

Alle wichtigen Akteure, wie die Arbeitsgruppen auf nationaler, Provinz- und Distriktebene sowie die örtlichen Verwaltungen, kamen zum Projektauftakt in einem Workshop zusammen. Dort gründeten sie ein effektives Netzwerk für die Zusammenarbeit.

Um die aktuelle Situation besser analysieren zu können, wurde eine Basisstudie durchgeführt. Etwa 280 relativ neu gegründete Haushalte in vier Zielgebieten von Kratie und Kampong Thom waren daran beteiligt.

In enger Zusammenarbeit mit den lokalen Verwaltungen wurden Gemeindekomitees eingerichtet. Sie sollen die Reisverarbeitung überwachen und den Einsatz von acht Handtraktoren koordinieren, die in den Provinzen gemeinsam genutzt werden sollen.

Kambodscha. © GIZ