Verbesserung der Lebensgrundlagen und Ernährungssicherung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Verbesserung der Lebensgrundlagen und Ernährungssicherung ehemals landloser und landarmer Haushalte (ILF) I und II
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kambodscha
Politischer Träger: Ministerium für Landmanagement, Stadtplanung und Bau (MLMUPC)
Gesamtlaufzeit: ILF I: 2014 bis 2019, ILF II: 2016 bis 2021

© GIZ

Ausgangssituation

Die Regierung Kambodschas vergibt Land für Wohn- und Landwirtschaftszwecke in Form von sozialen Landkonzessionen (Social Land Concessions, SLC) an landlose und landarme Haushalte. Im Rahmen des SLC-Programms werden auch Dienstleistungen und Infrastruktur bereitgestellt, um die Lebensgrundlagen dieser Haushalte zu verbessern.

Viele Landempfänger können nicht alle ihnen zugeteilten Flächen nutzen, da es sich vielfach um teilweise geschädigte und nicht gerodete Wälder handelt. Die Flächen sind für eine landwirtschaftliche Nutzung noch ungeeignet. Die meisten dieser Familien zählen außerdem zu den Ärmsten der Armen und sind daher finanziell kaum in der Lage, das ihnen zugeteilte Land zu besiedeln und urbar zu machen. So bleiben die Lebensgrundlagen und die Ernährungssicherheit der Landempfänger prekär, und ihr Zugang zu nachhaltigen sozialen und wirtschaftlichen Dienstleistungen ist sehr begrenzt. Hinzu kommt, dass die Empfängerhaushalte den Verlust ihrer Landrechte riskieren, wenn sie ihr Land nicht nutzen. Die Projekte ILF I und ILF II wurden ins Leben gerufen, weil zusätzliche Unterstützung erforderlich war.

Ziel

Die Lebensgrundlagen und die Ernährungssicherheit von Menschen, denen in den Provinzen Kratie, Tboung Khmum, Kampong Speu, Kampong Chhnang und Kampong Thom Land zugeteilt wurde, haben sich nachhaltig verbessert.

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Vorgehensweise

Die Vorhaben ILF I und ILF II unterstützen insgesamt rund 7.000 Haushalte, die von der Regierung Kambodschas Wohn- und Landwirtschaftsflächen erhalten haben, in den Provinzen Kratie, Tboung Khmum, Kampong Speu, Kampong Chhnang und Kampong Thom. Sie wenden sich an die bedürftigsten Familien und helfen ihnen, sich mit dem Land eine Lebensgrundlage aufzubauen und ihre Ernährungssicherheit durch Diversifizierung und nachhaltige Landnutzung zu verbessern. Die Vorhaben bieten technische Unterstützung in drei Schwerpunktbereichen:

  • Ernährungssicherung
  • Schaffung einer Grundlage für langfristige landwirtschaftliche Produktion
  • Lokale Entwicklung

In jedem dieser Bereiche werden nicht nur die Landempfänger, sondern auch die lokalen Verwaltungen beraten. So sollen Verbesserungen bei Planungsprozessen, Umsetzung und struktureller Entwicklung erzielt werden.

Die Projekte fördern die Kooperation zwischen allen beteiligten Akteuren auf den verschiedenen Ebenen. Wichtigster Partner ist das Ministerium für Landmanagement, Stadtplanung und Bau (MLMUPC), aber auch mit dem Landwirtschaftsministerium arbeiten die Projekte zusammen. Die Maßnahmen vor Ort werden von ressortübergreifenden Arbeitsgruppen in den Provinzen und Distrikten unter dem Vorsitz der Provinzgouverneure zusammen mit lokalen Räten und Gruppen in den Dörfern durchgeführt.

Die Projekte arbeiten außerdem eng mit zwei verwandten Vorhaben in Kambodscha zusammen, die ebenfalls von der GIZ durchgeführt und vom BMZ finanziert werden. Und sie arbeiten mit anderen Entwicklungsorganisationen sowie mit der Privatwirtschaft zusammen, um die Landempfänger bei Vertragsanbaumaßnahmen gemeinsam zu unterstützen.

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Wirkung

Wegen der unsicheren Ernährungslage der Neuansiedler stellten die Projekte insgesamt 44 Tonnen Reis für die bedürftigsten Familien bereit. Diese Reisverteilung wird in beiden Projekten in Form von „Food for Asset“-Programmen in Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm fortgeführt. Damit gründeten die Landwirte Haushalte und schufen als Gegenleistung für Reis Gemeinschaftsvermögen wie Brunnen, Kompostgruben, Straßen und Kanäle.

Zur Unterstützung der Ansiedlung und Gemeinwesenentwicklung erhielten die Landempfänger Kleinmaterial wie Wasserfilter, Tretpumpen, Solarmodule oder landwirtschaftliche Geräte sowie Traktoren, Krankenwagen und Transportfahrzeuge für alle Bereiche. Die Projekte fördern zudem die dörfliche Infrastruktur in Form von Straßen, Teichen und Pumpbrunnen.

Auf dem Gebiet der Gemeinwesenentwicklung wurde der Aufbau von insgesamt 167 Gruppen zur Ernährungssicherung unterstützt, in denen jeweils etwa 15 Familien vertreten sind. Diese Gruppen erstellen, ausgehend von den Bedürfnissen ihrer Mitglieder, partizipative Landnutzungsplanungen und arbeiten gleichzeitig als Spargruppen.

Hausgärten sind eine wichtige Grundlage für eine angemessene Ernährung der Familie. Mit technischer Unterstützung durch die Projekte haben auf diese Weise bereits 1.324 Haushalte im Rahmen von ILF I und 1.044 Haushalte im Rahmen von ILF II ihre heimische Nahrungsmittelproduktion diversifiziert. Technische Unterstützung wird auch für die landwirtschaftliche Bodennutzung geleistet, und viele Familien bauen inzwischen auf ihren Flächen Kulturpflanzen an. Zwei Erzeugergruppen in Kampong Thom und in Kratie lassen derzeit ihre Flächen für den biologischen Landbau zertifizieren, was neue Märkte und damit bessere Einkommensmöglichkeiten eröffnet.

Die jährliche Erhebung zur Ernährungslage zeigt, dass sich die Ernährungssicherheit aller Familien deutlich verbessert hat. Im Rahmen von ILF I haben fast alle befragten Haushalte das ganze Jahr über genug zu essen, im Rahmen von ILF II ist die Ernährung von 82 Prozent der Haushalte gesichert. Ein weiterer großer Fortschritt für die Landempfänger war die Vergabe von 1.680 Landtiteln in den Provinzen Tbong Khmum, Kratie und Kampong Thom in den Jahren 2015 und 2018. Die Vergabe weiterer Landtitel ist im Gang. 

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