Mutter-Kind-Gesundheit und bessere Ernährung im Fokus

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung der Mutter-Kind-Gesundheit und verbesserter Ernährung in Somalia
Auftraggeber: Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Somalia
Politischer Träger: Bundesministerium für Gesundheit in Mogadishu (Ministry of Health and Human Services); Ministerien für Gesundheit in Puntland (Puntland Ministry of Health) und „Somaliland“ (Somaliland Ministry of Health).
Gesamtlaufzeit: 10/2016 bis 09/2019

Ausgangssituation

Trotz Bemühungen der somalischen Behörden, die Mutter- und Kind-Gesundheit sowie die Ernährungssituation der Bevölkerung zu verbessern, ist die Kinder- und Müttersterblichkeit in Somalia nach wie vor weltweit mit am höchsten. Die Gründe sind vielfältig: dem Gesundheitssystem steht zu wenig Geld zur Verfügung, die Qualität ist schlecht, das Personal knapp und nicht gut ausgebildet, es fehlen Zufahrtswege und Krankenstationen. Aufgrund der islamischen, traditionellen Prägung besteht oft Skepsis oder Ablehnung gegenüber sexueller und reproduktiver Gesundheitsvorsorge und „moderner“ medizinischer Versorgung. Lediglich ein Viertel der Frauen haben Zugang zu Schwangerenvorsorge und nur rund eine von zehn Geburten wird durch qualifiziertes Gesundheitspersonal begleitet. Gut ein Viertel der Kinder unter fünf Jahren leidet unter chronischer Mangelernährung. Die Ernährungs- und Stillpraktiken bei Kindern zwischen Null und 23 Monaten weichen stark von internationalen Empfehlungen ab. Im nationalen Durchschnitt wird die Masern-Impfdichte von Kindern von der WHO auf rund 46 Prozent geschätzt – in Deutschland liegt sie zum Vergleich zwischen 80 und 94 Prozent.

Ziel

Die gesundheitliche Versorgung und Beratung von Schwangeren, Müttern sowie Neugeborenen und Kleinkindern in den Distrikten Puntlands, Somalilands sowie den südlichen und zentralen Regionen Somalias ist verbessert.

Vorgehensweise

Das Projekt fokussiert sich auf drei Schwerpunkte.

Durch den Aufbau von weiteren Basisgesundheitsdiensten wird für Schwangere, Mütter und Kinder der Zugang zu besserer Ernährung, zu Basishygiene und zur Gesundheitsvorsorge verbessert und durch umfangreiche Informationskampagnen – wie beispielsweise über die Bedeutung von Impfungen – auch Vertrauen in die staatlichen Gesundheitsversorgungssysteme gefördert.

Um die Gesundheits- und Ernährungsdienste für Mütter und Kinder zu verbessern, schult das Projektteam darüber hinaus die Mitarbeitenden von Gesundheitseinrichtungen der Regional- und Distriktebene. Diese lernen, wie sie Mütter zur Basishygiene, Ernährung und Gesundheitsvorsorge beraten und sie von deren Notwendigkeit überzeugen können.

Das Projektteam fördert die Akkreditierung von öffentlichen und privaten Ausbildungsinstitutionen und die pädagogischen und fachlichen Kompetenzen des Lehrpersonals der Ausbildungseinrichtungen, um die Ausbildung der Hebammen, Geburtshelfer und Ernährungsberater und –beraterinnen zu verbessern. Dialoge mit dem Gesundheitsministerium sollen dazu führen, die Personalplanung im Gesundheitsbereich den Erfordernissen anzupassen.

Ein noch in der Pilotphase befindliches elektronisches Datensystem soll die Steuerungs- und Koordinationsfähigkeit der Gesundheitsbehörden erhöhen. Intensive multisektorale Dialoge, beispielsweise zwischen Gesundheits-, Bildungs- und Landwirtschaftsministerium, haben zum Ziel, die Ernährung für die Bevölkerung zu sichern.