Verbesserung der Ernährungssituation in Subsahara-Afrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Regionalprogramm zur Ernährungssicherung durch Übergangshilfemaßnahmen in Subsahara-Afrika (DR Kongo, Südsudan)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Demokratische Republik Kongo und Republik Südsudan
Politische Träger: Ministerium für ländliche Entwicklung, Demokratische Republik Kongo (Ministère de l‘Agriculture et de Développement Rural, MADR, Ministry of Agriculture and Rural Development), Ministerium für Landwirtschaft und Ernährungssicherung, Republik Südsudan (Ministry of Agriculture and Food Security, MAFS)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Eine lokale Ausbilderin demonstriert einer Frauengruppe, wie nahrhafte Gerichte aus regionalen Produkten hergestellt werden.

Ausgangssituation

In der Provinz Tanganjika der Demokratischen Republik Kongo sind bewaffnete Gruppierungen aktiv und bedrohen die allgemeine Sicherheitslage der Zivilbevölkerung. 50 Prozent der Haushalte sind von schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen sind. Auch in der Republik Südsudan haben kriegerische Auseinandersetzungen die Lebenssituation der Bevölkerung gravierend verschlechtert. Im Januar 2018 hatten sechs Millionen Menschen nicht genug zu essen, das ist mehr als die Hälfte der Bevölkerung. Weder die nationale noch die lokalen Regierungen sind in der Lage, adäquat zu reagieren. Die Versorgung der Bevölkerung durch Nothilfe- und strukturbildende Maßnahmen liegt ausschließlich bei internationalen Gebern und Durchführungsinstitutionen.

Ziel

Lokale Selbsthilfegruppen, die teilweise von staatlichen Institutionen unterstützt werden, verbessern die Ernährungssituation auf Haushaltsebene. Insbesondere die Situation von Frauen im reproduktiven Alter hat sich verbessert.

Eine Mitarbeiterin der NRO PAH zeigt einer Frauengruppe im KUAJENA CENTRE JUR RIVER COUNTY die Essenszubereitung.

Vorgehensweise

Das Projekt zielt auf eine Verbesserung der Ernährungssicherung in der Demokratischen Republik Kongo und in Südsudan ab. Die landwirtschaftliche Produktion wird dafür gefördert, breiter aufgestellt und stärker vermarktet. Mehr Nahrungsmittel sollen zur Verfügung stehen und auch der Zugang dazu soll sich erleichtern. Über Ernährungsberatungen und -schulungen wird die Verwendung der Nahrungsmittel auf Haushaltsebene verbessert. Die Schulungen richten sich insbesondere an Frauen, da sie in der Region zumeist für die Zubereitung der Mahlzeiten verantwortlich sind. Das Vorhaben fördert Selbsthilfekräfte der Bevölkerung und der Zivilgesellschaft. Die Fähigkeiten von ausgewählten dezentralen staatlichen und technischen Diensten werden in den Provinzen, Distrikten und Gemeinden gestärkt. In den beiden Ländern gestaltet sich die Zusammenarbeit regierungsfern und bevölkerungsnah. Vor allem der soziale Zusammenhalt insgesamt und die Situation von besonders betroffenen Bevölkerungsgruppen sollen verbessert werden. Dazu zählen Frauen, Binnenvertriebene und Rückkehrer. Das Projekt beteiligt dabei die Bevölkerung und geht gleichzeitig deeskalierend vor. In Südsudan arbeitet das Vorhaben mit den Nichtregierungsorganisationen Polish Humanitarian Action (PAH), der Johanniter Auslandshilfe und Tierärzte ohne Grenzen zusammen.

Wirkungen

3.500 Haushalte konnten ihre Ernährungssituation im Projektgebiet der Provinz Tanganjika verbessern. Dafür wurden Chinakohl und Süßkartoffeln mit orangefarbener Schale eingeführt. Diese sind reichhaltig an Vitamin A.

Hygienemaßnahmen wurden eingeführt. Die lokale Behörde PRONANUT (Programme National de Nutrition) wird in die Maßnahmen zur Ernährung und Hygiene eingebunden. Das Personal erhält Fortbildungen. Die vom Vorhaben ausgebildeten 60 „femmes leader“ unterrichteten 2.931 Frauen in der Zubereitung von nahrhaften Gerichten und in wichtigen Hygienemaßnahmen.

In Western Bar El Ghazal in Südsudan gelang es 2.074 Haushalten den Ernteertrag von Hirse und Erdnüssen um bis zu 84 Prozent zu steigern. Die Menschen nutzen jetzt Qualitätssaatgut und verbessertes landwirtschaftliches Werkzeug, sie wurden umfassend geschult und Mikrobewässerung für den Gemüseanbau in der Trockenzeit wurde eingeführt. 55 Prozent der begünstigten Haushalte waren am Ende der Interventionsphase lebensmittelsicher. Die geschulten Bauern und Bäuerinnen trugen nachweislich ihr Wissen weiter: Mindestens fünf ihrer nicht begünstigten Nachbarn übernahmen die erlernten Praktiken. 36 Trainer*innen für Ernährungs- und Hygieneschulungen wurden ausgebildet. Diese haben wiederum 1.600 Schulungsteilnehmer*innen im Bereich Mangelernährung und zu Hygienethemen unterrichtet. Mit der Unterstützung der lokalen Behörden wurden acht Ernährungsschulen in Gemeinden eingerichtet. 34 besonders qualifizierte Frauen wurden zur Unterstützung der Schulen ausgebildet. Durch Hygiene- und Ernährungskampagnen und durch Kochvorführungen auf Marktplätzen wurden insgesamt 22.839 Menschen erreicht.

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