Ernährungssicherung durch Übergangshilfemaßnahmen in Subsahara-Afrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Regionalprogramm zur Ernährungssicherung durch Übergangshilfemaßnahmen in Subsahara-Afrika
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Burundi, Demokratische Republik Kongo, Südsudan
Politische Träger: Burundi: Organisation de Développement du Diocèse de Bujumbura (ODDBU); Demokratische Republik Kongo: Nationales Ministerium für ländliche Entwicklung; Südsudan: Nationales Ministerium für Land- und Forstwirtschaft, Kooperativen und ländliche Entwicklung
Gesamtlaufzeit: Burundi und Demokratische Republik Kongo: 2016 bis 2019; Südsudan: 2016 bis 2018

Ausgangssituation

Das Regionalprogramm zur Ernährungssicherung durch Übergangshilfemaßnahmen arbeitet in drei von Ernährungskrisen betroffene Regionen in Zentralafrika. Dort leiden ernährungsgefährdete Menschen, vor allem Frauen im reproduktiven Alter, an Unter- und Mangelernährung.

Die Provinz Bujumbura Rural in Burundi war bis 2009 Kampf- und Rückzugsgebiet der Rebellen der Nationalen Befreiungskräfte und zählt bis heute zu den ärmsten Gebieten des Landes.

Die Provinz Tanganjika im Osten der Demokratischen Republik Kongo ist seit 2011 Zufluchtsort für intern Vertriebene aus den umliegenden Konfliktregionen. Sie werden von der ansässigen Bevölkerung aufgenommen, die ihre ohnehin knappen Ressourcen teilen muss. Etwa 90 Prozent der Haushalte leben von der Subsistenzlandwirtschaft, mehr als die Hälfte sind von schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen. Aufgrund seiner geringen Leistungsfähigkeit ist der Staat nicht in der Lage, Basisdienstleistungen für die Bevölkerung zu erbringen.

In Südsudan hat der im Dezember 2013 begonnene Bürgerkrieg zu einer Hungerkrise geführt. Die Region Western Bar El Ghazal gehört zwar nicht zu den von Kämpfen direkt betroffenen Regionen, leidet aber zunehmend unter den Auswirkungen der Kampfhandlungen.

Das Vorhaben ist Teil der Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Es trägt zur Minderung von Ernährungsunsicherheit bei, wie auch das Programm „Ernährungssicherung und Resilienzstärkung“.

Ziel

Die Ernährungssituation in gefährdeten Haushalten hat sich verbessert, insbesondere für Frauen im reproduktiven Alter.

Vorgehensweise

Das Regionalprogramm baut auf vorhandenen Strukturen der Partner sowie vorangegangener oder aktueller Vorhaben der Entwicklungszusammenarbeit in Burundi, der Demokratischen Republik Kongo und im Südsudan auf. Die gemeinsame Planung und die Umsetzung der Aktivitäten stärken Kompetenzen und Ressourcen der staatlichen und zivilgesellschaftlichen Partner. Das Vorhaben trägt dazu bei, die Ziele der nationalen Strategien zur Steigerung der Agrarproduktion zu erreichen, die Ernährungssicherung zu verbessern und Armut zu reduzieren.

Burundi. Die landwirtschaftliche Produktion wird verbessert: über Entwicklungsmaßnahmen für ländliche Produzentengruppen und Dienstleister, durch Agrarinputs wie verbessertes, angepasstes Saatgut und Werkzeuge sowie den Aufbau produktiver Infrastrukturen wie Wege und Lagerhäuser. Produzentengruppen werden in Anbautechniken geschult, in der Saat- und Pflanzguterzeugung sowie für den Aufbau von Selbsthilfeorganisationen.

Eine neue Kommunikationsstrategie soll Ernährungsgewohnheiten in den Haushalten verbessern helfen, insbesondere im Hinblick auf die Bedarfe von Risikogruppen, wie Kleinkinder sowie schwangere und stillende Frauen. Einzelmaßnahmen wie Schulungen und Kampagnen werden in den Gemeinden umgesetzt, beispielsweise von Frauengruppen oder Gemeindekomitees.

Demokratische Republik Kongo. Die Produktion von Nahrungsmitteln und die Verbesserung der Einkommen bedürftiger Haushalte werden gefördert: durch Qualifizierungsmaßnahmen, Einführung neuer Technologien, zum Beispiel Gemüseanbau unter Kleinstbewässerung oder Fischteiche, und Agrarinputs. Zur Verbesserung der Trinkwasserversorgung werden Brunnen instand gesetzt oder neu errichtet. In geringerem Umfang werden ländliche Wegenetze und kleine Brücken wieder aufgebaut. Diese arbeitsintensiven Aktivitäten richten sich besonders an Frauen und Jugendliche, die von den Auswirkungen der Krisen und Konflikte am stärksten betroffen sind.

Um die Ernährung zu verbessern und den sozialen Zusammenhalt der Dorfgemeinschaften zu fördern, werden Fortbildungen angeboten. Dieser Ansatz ermöglicht die Qualifizierung on the Job von Beraterinnen und Beratern für Themen wie Landwirtschaft, Fischzucht, Ernährung und Bildung, und sichert die Nachhaltigkeit dieser Dienstleistungen vor Ort. Die Ernährungsberatung richtet sich insbesondere an Mütter mangelernährter Kinder; sie bindet die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gesundheitszentren ein.

Südsudan. Die landwirtschaftliche Produktion, insbesondere von Haushalten unter weiblicher Führung, wird diversifiziert und gesteigert. Zur Unterstützung der Haushalte gehören: Beratung im Rahmen von Bauernfeldschulen sowie die Bereitstellung von Agrarinputs und Betriebsmittel wie Kleinstbewässerungsanlagen. Die Haushalte werden bei der Anlage von Gärten, der Verbesserung der Anbautechniken für Grundnahrungsmittel und zu weiteren ernährungsphysiologisch wichtigen Themen geschult.

Zur Verbesserung der Ernährung, insbesondere von Frauen, wird Ernährungsberatung angeboten. Themen sind beispielsweise die Auswahl, Haltbarmachung und Zubereitung von Nahrungsmitteln sowie die geeignete Zusammensetzung und Zubereitung von Mahlzeiten. Die Maßnahmen werden von internationalen oder lokalen Nichtregierungsorgansationen umgesetzt.