Chancengerechte und hochwertige Bildung für eine bessere Zukunft

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sektorvorhaben Sektorberatung Bildung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2014 bis 2017

Studierende in der Bibliothek, Äthiopien. © GIZ / Heather Oh

Ausgangssituation

Bildung ist ein Menschenrecht und ein Motor für nachhaltige Entwicklung. Trotz Erfolgen in den letzten Jahrzehnten bleibt der Zugang zu Bildung weltweit noch immer rund 59 Millionen Kindern versagt. Zu wenigen Schülerinnen und Schülern gelingt der Übergang in eine Sekundarschule, eine berufliche Ausbildung oder die tertiäre Bildung.

Neben einem unzureichenden Zugang haben viele Bildungssysteme weltweit mangelnde Qualität. 250 Millionen Kindern und Jugendlichen fehlen trotz teilweise mehrjährigem Schulbesuch Grundkenntnisse im Lesen, Schreiben und Rechnen. Fehlender Zugang zu Bildung und schlechte Bildungsqualität sind oft die Folgen unzureichender Bildungsplanung sowie der Unterfinanzierung des Bildungssektors.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat Bildung als Schlüsselbereich in der deutschen Entwicklungspolitik verankert. Deutschland unterstützt Kooperationsländer bei der Umsetzung der nationalen und internationalen Bildungsziele und positioniert sich zunehmend in der globalen Bildungsagenda. Das BMZ hat dazu eine Strategie mit einem ganzheitlichen Bildungsansatz vorgelegt. Prioritäten der Förderung sind mehr Qualität und Chancengerechtigkeit in allen Bereichen der Bildung.

Grundschülerinnen im Jemen. © GIZ / Nashwan Al-Sumari

Ziel

Die weiterentwickelten Positionen des BMZ zu Bildung in der Entwicklungszusammenarbeit werden auf allen Ebenen der deutschen und internationalen Entwicklungspolitik befördert.

Vorgehensweise

Das Sektorvorhaben berät das Referat „Bildung und digitale Welt“ im BMZ zu allen Bildungsthemen, mit Ausnahme der beruflichen Bildung:

  • Grundsatzfragen: Geschlechtergerechtigkeit, Bildungsqualität, Inklusion und Chancengerechtigkeit, Bildungssystemstärkung, Bildungsfinanzierung, Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologie
  • Multilaterale Themen, unter anderem globale Bildungsfinanzierung
  • Regionale und ländergruppenspezifische Themen, vor allem Bildung im Kontext von Flucht und Migration
  • Erweiterte Grundbildung einschließlich frühkindliche Bildung, Primar- und Sekundarschulbildung, außerschulische Bildung und Alphabetisierung
  • Hochschulbildung und Wissenschaft

Politik- und Strategieentwicklung
Das Ministerium wird beim Monitoring seiner Bildungsstrategie unterstützt. Darüber hinaus berät die GIZ zur globalen Bildungsagenda 2030. Diese ist Teil der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung. Entwicklungsziel 4 der Agenda lautet: Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern. Wie das Ziel umgesetzt werden kann, formuliert der Globale Aktionsrahmen Bildung 2030 der UNESCO.

Fachberatung
Das Vorhaben erarbeitet im Auftrag des Ministeriums aktuelle Sachstände zu Bildungsthemen. Es berät zu BMZ-Positionspapieren, beauftragt und betreut Studien. Stellungnahmen des Ministeriums werden fachlich unterstützt.

Nationale und internationale Abstimmung und Veranstaltungen
Die GIZ unterstützt die Vorbereitung und Umsetzung nationaler und internationaler Veranstaltungen. Im Auftrag des BMZ wirkt sie in Gremien und Arbeitsgruppen mit.

Zusammenarbeit mit multilateralen Akteuren
Das Vorhaben berät das BMZ bei seinem Engagement in der Globalen Bildungspartnerschaft. Es unterstützt unter anderem die Kooperation mit dem Inter-Agency Network for Education in Emergencies (INEE) und die Zusammenarbeit mit der Mobiles for Education Alliance sowie der International Task Force on Teachers for Education 2030.

Wirkung

Das Sektorvorhaben Bildung unterstützte das BMZ bei der Erstellung seiner neuen Bildungsstrategie. Seit 2015 gilt die Strategie als Referenzrahmen für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit. Außerdem wurde das BMZ zur Agenda 2030 im Rahmen von nationalen und internationalen Abstimmungsprozessen intensiv beraten. Die deutschen Beiträge zur Ausformulierung des Aktionsplans Bildung 2030 wurden überwiegend aufgenommen. Deutschland hat die strategische Ausrichtung der Globalen Partnerschaft für Bildung (GPE) mitgestaltet und am Strategieplan 2020 mitgewirkt.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit konnte das Thema digitale Technologien für Bildung im Kontext von Krisen, Konflikten und Flucht international besetzen. Das Vorhaben hat das Thema in internationale Konferenzen eingebracht und zusammen mit Partnern der Mobiles for Education Alliance zwei Studien publiziert.

Grundschülerin in Benin © GIZ / Olliver Girad