Frühzeitig eingreifen – Epidemien verhindern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Schnell einsetzbare Expertengruppe bei Gesundheitsgefährdungen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2017

Epidemie-Präventionsteam: Laborpersonal in Togo trainiert die Lassafieber-Diagnostik. (Foto Michael Nagel) © GIZ

Ausgangssituation

Beinahe täglich brechen irgendwo auf der Welt gefährliche Infektionskrankheiten aus. Werden sie zu spät entdeckt, nicht erkannt oder falsch diagnostiziert, können sie viele Menschen das Leben kosten und erreichte Entwicklungserfolge zunichtemachen.

In vielen Partnerländern der Entwicklungszusammenarbeit sind Gesundheitssysteme und nationale Strukturen nicht ausreichend auf Ausbrüche von Infektionskrankheiten vorbereitet oder in der Lage, sie frühzeitig einzudämmen. Auch die internationale Gemeinschaft reagierte zu spät auf die schwere Ebola-Krise, die 2014/15 verheerende Auswirkungen auf einige Länder Westafrikas hatte. Seither arbeiten Organisationen wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und zahlreiche Staaten daran, künftig schneller auf derartige Ausbrüche reagieren zu können.

Als ein Baustein des deutschen Engagements hat das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ein Epidemie-Präventionsteam gegründet. Durch kurzfristige Einsätze vor Ort hilft es, einen Krankheitsausbruch möglichst früh zu erkennen und eine Ausbreitung zu verhindern. So arbeitet das Team daran mit, die bisher oft zu große zeitliche Lücke zwischen ersten Meldungen von Krankheitsfällen und dem Anlaufen nationaler oder internationaler Gegenmaßnahmen zu schließen. Es unterstützt betroffene Länder dabei, sich vorzubereiten und besser gegen Infektionskrankheiten zu wappnen.

Ziel

Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind im Fall eines Krankheitsausbruchs mit Epidemiepotenzial früher und besser in der Lage, eine Ausbreitung zu verhindern.

Vorgehensweise

Ein bei der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH angesiedeltes Kernteam verfolgt Meldungen zu Krankheitsausbrüchen weltweit. Dabei achtet es vor allem auf ungewöhnliche Vorkommnisse, beispielsweise ob eine Krankheit mit Epidemiepotenzial zum ersten Mal in einem Land auftritt. In Abstimmung mit den Kooperationspartnern Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin und Robert Koch-Institut nimmt das Team Lagebewertungen vor und erarbeitet Handlungsempfehlungen für das BMZ. Die drei Organisationen stellen auch die Experten für die Einsätze.

Zustand und Ausstattung von Krankenhäusern, das Ausbildungsniveau des Personals, aber auch politische Prozesse sowie Kultur und Kommunikation – alles kann darüber entscheiden, ob sich eine Infektionskrankheit ausbreitet. Die Einsatzteams werden deshalb interdisziplinär und je nach Bedarf und Problemstellung besetzt. Fachleute mit unterschiedlichen Kompetenzen bewerten die Lage vor Ort und stärken die Widerstandsfähigkeit betroffener Länder bei Krankheitsausbrüchen. Dazu zählen zum Beispiel Aufbau von Laborressourcen, Training von Personal, Aufklärungskampagnen oder Erarbeiten von Notfallplänen. Kommt es trotz allem zu einer Ausweitung des Ausbruchs, unterstützen die Experten bei den Vorbereitungen für das Anlaufen der internationalen Hilfe.

Die Aktivitäten des Epidemie-Präventionsteams werden eng mit denen anderer Organisationen und Institutionen, beispielsweise der WHO, abgestimmt. Der Pool von Experten, die in Einsätze geschickt werden können, wächst; er steht grundsätzlich allen Organisationen und Fachleuten mit relevanten Kompetenzen offen. Die GIZ koordiniert die Einsätze und bringt ihre oft seit Jahrzehnten in Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit etablierten Strukturen ein: Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Regierungen und Organisationen vor Ort macht die deutsche Entwicklungszusammenarbeit zu einem wichtigen Partner in solch schwierigen Situationen.