Dürreresilienz im Norden Kenias

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Dürreresilienz im Norden Kenias
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kenia
Politischer Träger: Ministerium für Landwirtschaft, Viehwirtschaft und Fischerei
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2018

Ausgangssituation

Etwa ein Drittel der kenianischen Bevölkerung lebt in den ariden und semiariden Gebieten des Landes, die 80 Prozent der Landfläche umfassen. Die Mehrheit der Bewohner des Nordens sind Pastoralisten, die Viehwirtschaft auf kargen Naturweiden betreiben. Damit hängt ihre Existenz stark von der Verfügbarkeit von Weideland und Wasser ab. Durch nicht nachhaltige landwirtschaftliche Praktiken und die Auswirkungen des Klimawandels geraten lokale Ökosysteme jedoch zunehmend unter Druck. Dürren treten in immer kürzeren Abständen auf. Mit der voranschreitenden Übernutzung von Weiden, Bodenerosion und dem Absinken des Grundwasserspiegels steigt die Bedrohung der Nahrungsmittelsicherheit für Mensch und Tier.

Staatliche Dienstleistungen erreichen die Gemeinschaften im Norden nur schlecht – aufgrund der geringen Bevölkerungsdichte und der institutionellen Handlungsfähigkeit. Dürrekatastrophen wurden bislang vor allem mit Ad-hoc-Nothilfemaßnahmen bekämpft. In einer grundlegenden politischen Wende hat sich die kenianische Regierung jüngst verpflichtet, vorausschauend zu planen, um Nothilfe bei Dürrekatastrophen bis 2022 überflüssig zu machen. Das nationale Landesprogramm zur Beendigung der dürrebedingten Notsituationen und zur Steigerung der Widerstandskraft gegen Dürre beschreibt den Weg dorthin. Ziel ist es, das bestehende Nothilfesystem durch ein System nachhaltiger, langfristiger Vorbeugung der negativen Auswirkungen von Dürren zu ersetzen. Damit soll eine Landwirtschaft entstehen, die trotz Dürreperioden genügend Nahrungsmittel produzieren kann.

Das Landesprogramm wurde bereits 2015 in den Bezirken Marsabit und Turkana offiziell gestartet, die Richtlinien werden jedoch noch nicht umgesetzt. Ein Grund ist, dass wichtige Institutionen und Behörden, die für die landwirtschaftliche Entwicklung Kenias zuständig sind, erst 2013, im Zuge der Dezentralisierung des Landes, entstanden sind. Sie sind deshalb bislang nur unzureichend in der Lage, eine nachhaltige Agrarwirtschaft und ländliche Entwicklung zu fördern, die den Dürren im Norden Kenias trotzen kann.

Ziel

Bezirksregierungen haben, in Konsultation mit anderen maßgeblichen Akteuren, die Rahmenbedingungen zur Erhöhung der Dürreresilienz verbessert.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt vor allem die Bezirke Marsabit und Turkana im Norden Kenias. Das Projektteam berät die beiden landwirtschaftlichen Bezirksregierungen dabei, angestoßene Reformen und Umstrukturierungen umzusetzen. Schulungen, Begleitung und direkte Beratungen ermöglichen staatlichen und nichtstaatlichen Akteuren, nachhaltige Politiken und Strategien auszuarbeiten, die die Resilienz gegen Dürre in den Bezirken stärken.

Gemeinsam werden Strukturen für einen verbesserten Wissensaustausch zwischen den Bezirken, der nationalen Regierung und anderen Entscheidungsträgern aufgebaut und begleitet. Das Projektteam unterstützt die Bezirksregierungen bei der wissensbasierten und wirkungsorientierten Planung, Steuerung und Finanzierung von vorbeugenden Maßnahmen. Dies ermöglicht eine abgestimmte, effektive Umsetzung staatlicher Politiken und Programme, um die Dürreresilienz der Bewohner Turkanas und Marsabits zu erhöhen.

Das Projektteam begleitet Verantwortliche der landwirtschaftlichen Institutionen der Bezirksregierungen dabei, ganzheitliche Ansätze zur Steigerung der Resilienz zu entwickeln. Die Bezirksregierungen werden, gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen, dem Privatsektor und Basisorganisationen, wirksame Dienstleistungssysteme entwickeln und koordinieren, die in ausgewählten agrarökologischen Gebieten mit Kooperativen und anderen Nutzergemeinschaften lokal umgesetzt werden. Vor allem landwirtschaftliche Beratung und Ausbildung sowie Organisationsberatung sollen angeboten werden.

Das Projekt setzt begonnene Prozesse und erprobte Praktiken aus dem Vorgängervorhaben fort und entwickelt sie weiter, beispielsweise Landwirtschaftssektorpläne, die, als Basis für nachfolgende Maßnahmen, gemeinsam mit den Verantwortlichen in den Bezirken Turkana und Marsabit entwickelt werden.

Auch in Zukunft fördert das Projekt Trainingsmaßnahmen, um die Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit der Bezirksregierungen zu fördern. So werden weiterhin nutzerorientierte Trainings zu geografischen Informationssystemen (GIS) in den Bezirken unterstützt, um die Regionalplanung nachhaltig zu stärken. Auch begonnene Aktivitäten mit Basisorganisationen werden fortgesetzt.