Berufliche Bildung und Beschäftigung für syrische Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Arbeitsmarkt und berufliche Bildung für syrische Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Türkei
Politischer Träger: Prime Ministers Office
Gesamtlaufzeit: Juni 2016 bis Mai 2019

Ausgangssituation

Seit Beginn des Bürgerkriegs in Syrien 2011 hat die Türkei mehr als 2,7 Millionen Flüchtlinge aus dem Nachbarland aufgenommen (Stand Juni 2016 laut Flüchtlingshilfswerk UNHCR). Ihre dauerhafte Versorgung und Unterbringung stellt die öffentlichen Institutionen der Türkei vor große Herausforderungen.

Damit Flüchtlinge legal eine Arbeit aufnehmen können, hat die Türkei Anfang 2016 ihre Gesetzgebung geändert: Syrische Flüchtlinge können seither eine Arbeitserlaubnis und Zugang zum Ausbildungssystem erhalten. Sie haben dadurch die Chance, von Hilfsempfängern zu aktiven Mitgliedern der türkischen Wirtschaft zu werden, ihren Lebensunterhalt zu verdienen oder eine berufliche Qualifikation zu erwerben.

Bisher konnten Arbeitsmarktinstitutionen und Berufsschulen nur in eingeschränktem Rahmen passende Angebote für die Bedarfe von syrischen Flüchtlingen anbieten. Vielen Flüchtlingen fehlen die notwendigen türkischen Sprachkenntnisse. Durch den Krieg haben sie ihre Ausbildungen nicht abschließen können und ihre Zeugnisse verloren. Außerdem sind sie mit dem türkischen Arbeitsmarkt und den Beratungsangeboten nicht vertraut. Erschwerend kommt hinzu, dass die besonders betroffenen türkischen Grenzprovinzen schon vor dem Bürgerkrieg erhebliche wirtschaftliche Probleme hatten, worunter auch die lokale türkische Bevölkerung weiterhin leidet. Die Aufnahme von vielen syrischen Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt stellt gerade diese Provinzen gegenwärtig vor besonders große Herausforderungen.

Ziel

Syrische Flüchtlinge und benachteiligte türkische Bevölkerungsgruppen aus den aufnehmenden Gemeinden in den Grenzprovinzen Şanlıurfa und Gaziantep haben besseren Zugang zu beruflicher Bildung und Arbeitsmarktdienstleistungen.

Vorgehensweise

Gemeinsam mit Nichtregierungsorganisationen, staatlichen Organisationen, Kammern und Partnern aus der Privatwirtschaft arbeitet das Projekt daran, dass Arbeitsmarktdienstleistungen vielfältiger sowie in größerer Zahl und verbesserter Qualität bereitgestellt werden. Dazu zählen beispielsweise die Unterstützung von Existenzgründungen, Türkischkurse und Berufsberatung. Die Teilnehmenden an diesen Maßnahmen sollen so besser in den türkischen Arbeitsmarkt integriert werden.

Das Projekt unterstützt die Entwicklung und Durchführung von Maßnahmen, die syrischen Flüchtlingen und benachteiligten türkischen Bevölkerungsgruppen Zugang zu Berufsbildung ermöglichen sollen. Darüber hinaus werden Lehrpersonal und Berufsschulen durch Fortbildungen in Konfliktbearbeitung und interkultureller Kompetenz gestärkt.