Unternehmerisches Engagement für biodiversitätsfreundliche Produktion und Vermarktung fördern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Private Business Action for Biodiversity
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) im Rahmen der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI)
Land: Global
Politische Träger: Brasilien: Ministério do Meio Ambiente (Ministry of Environment)
Indien: Ministry of Environment, Forest and Climate Change
Mexiko: Secretaría de Medio Ambiente y Recursos Naturales (SEMARNAT) (Secretariat of Environment and Natural Resources) ; Comisión Nacional para el Conocimiento y Uso de la Biodiversidad (CONABIO) (National Comission for the Knowledge and Use of Biodiversity)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2020

Das Logo des Projekts zur Biodiversität © GIZ

Ausgangssituation

Biodiversität ist die Vielfalt des Lebens und umfasst den Reichtum an Arten, Genen und Ökosystemen der Erde. Sie ist Grundlage für funktionierende Ökosysteme, die Leistungen wie fruchtbare Böden, klares Wasser, Bestäubung oder Klimaregulierung liefern.

Der Verlust der Biodiversität schreitet jedoch heute schneller voran als jemals zuvor und gefährdet zunehmend die Lebensgrundlage der Menschen.

Unternehmen können eine wichtige Rolle spielen, wenn es darum geht, die Ursachen des Biodiversitätsverlusts umzukehren. Denn einerseits sind die Leistungen der Natur Grundlage vieler Wirtschaftsprozesse, andererseits werden biologische Vielfalt und Ökosysteme durch wirtschaftliche Aktivität oft negativ verändert.

Ziel

Das globale Vorhaben Private Business Action for Biodiversity fördert erfolgversprechende Methoden und Instrumente für eine biodiversitätsfreundliche Produktion und Vermarktung. Es erprobt diese modellhaft, entwickelt sie weiter und arbeitet die gewonnenen Erfahrungen so auf, dass sie von privaten und öffentlichen Akteuren genutzt werden können. Der Schwerpunkt liegt speziell auf kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU), die Teil von landwirtschaftlichen Lieferketten sind.

Vorgehensweise

In einer Vorbereitungsphase hat das Projekt gemeinsam mit Kooperationspartnern in Brasilien, Indien und Mexiko Strategien entwickelt, um ausgewählte Instrumente und Mechanismen zur Förderung biodiversitätsfreundlicher Produktion und Vermarktung in den Partnerländern zu testen und zu verbessern.

In Brasilien stehen zwei Palmenprodukte im Fokus: Açaí und Carnauba. Açaí wächst im tropischen Regenwald des Amazonas und wird zunehmend in biodiversitätsarmen Plantagen – statt in Mischwäldern – kultiviert. Carnaubapalmen stehen an Flussufern in der überwiegend trockenen (semiariden) Caatinga, einer Landschaft im Nordosten Brasiliens, und sind zunehmend durch invasive Arten und veränderte Landnutzung bedroht. Aus den Blättern der Palmen wird Wachs gewonnen, das in Autopolitur, Kosmetik und Süßwaren enthalten ist.

Das Vorhaben konzentriert sich auf folgende Instrumente:

  • Entwicklung von erfolgreichen Managementpraktiken für Carnaubaflächen
  • Zusammenarbeit mit und Unterstützung der Responsible Carnauba Initiative
  • Verbesserung bei der Beschaffung von Carnaubawachs durch Anpassung des Standards der Union for Ethical BioTrade (UEBT)
  • Ein Wirkungsmonitoring von Ökosystemleistungen wird im Rahmen des Standards des Forest Stewardship Coundils (FSC) für Açaí getestet.

In Indien befasst sich das Vorhaben mit Gewürzanbau in den Western Ghats, einer Gebirgskette in Südindien. Diese ist für ihre große biologische Vielfalt bekannt. Das Projekt fördert die Verbreitung biodiversitätsfreundlicher Praktiken im Anbau von Pfeffer, Kardamom, Muskatnuss und Zimt sowie für Chili. Die Biodiversity Action Plans, die von den Projektpartnern entwickelt wurden, werden auf die kleinbäuerliche Gewürzproduktion angepasst und die daraus resultierenden Empfehlungen werden weiterverbreitet.

  • Biodiversity Action Plans zur verbesserten Integration von Biodiversitätsaspekten werden an die kleinbäuerliche Gewürzproduktion angepasst und die daraus resultierenden Empfehlungen für den Gewürzsektor in Indien verbreitet.

In Mexiko liegt der Schwerpunkt des Vorhabens auf Agaven, einer der traditionsreichsten Kulturpflanzen des Landes, die unter anderem zu Mezcal und Tequila weiterverarbeitet werden.

  • Einrichtung eines Monitoringsystems für die biodiversitätsfreundliche Produktion von Agaven
  • Unterstützung bei der Vermarktung von „Fledermaus-freundlichem Tequila und Mezcal“ und Bewerbung durch ein Label („bat-friendly“)
  • Integration der Kosten von mehr Biodiversitätsschutz in den Produktions- und Vermarktungsprozess

Auf globaler Ebene werden die Pilotinterventionen in den Partnerländern methodisch begleitet und dokumentiert, so dass ein ständiger Erfahrungs- und Methodenaustausch zwischen der internationalen Ebene und den Partnerländern gewährleistet ist.