Förderung ernährungssensitiver Kartoffelwertschöpfungsketten in Ostafrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung ernährungssensitiver Kartoffelwertschöpfungsketten in Ostafrika
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global; Kenia, Uganda
Politischer Träger: Kenianisches Ministerium für Agrarwirtschaft, Tierzucht und Fischerei (MoALF) Ugandisches Ministerium für Landwirtschaft, Lebensmittelindustrie und Fischzucht (MAAIF)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2022

© GIZ Meshack Ronoh

Ausgangssituation

In Kenia und Uganda gelten etwa ein Viertel der Bevölkerung als unterernährt und mehr als 30 Prozent leben von weniger als 1,25 US-Dollar am Tag. Dem landwirtschaftlichen Sektor kommt in beiden Ländern eine hohe Bedeutung zu. Er bietet für über 70 Prozent der Bevölkerung Beschäftigung und Einkommenschancen.

Die Kartoffel ist in Kenia zweitwichtigstes Grundnahrungsmittel nach Mais und eine wichtige Einnahmequelle für rund 800.000 Bauern und Bäuerinnen. Auch in Uganda ist die Kartoffel ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Mit hohen Erträgen und bis zu drei Ernten pro Jahr ist die Kartoffel (Solanum tuberosum) bestens geeignet, die Einkommen kleinbäuerlicher Produzenten und Produzentinnen langfristig zu steigern. Als Lieferantin von Kohlenhydraten, Eiweiß, Vitaminen und wichtigen Mineralstoffen bedient sie zum einen die Nachfrage nach Nahrungsmitteln. Zum anderen trägt sie zur Ernährungssicherheit bei.

Ziel

Die Potentiale einer ernährungssensitiven Förderung der Kartoffelwertschöpfungskette werden in ausgewählten Regionen in Kenia und Uganda verbessert. 

© GIZ Jackson Muchoki

Vorgehensweise

Das Globalvorhaben „Förderung ernährungssensitiver Kartoffelwertschöpfungsketten in Ostafrika“ arbeitet in ausgewählten Regionen Kenias und Ugandas. Das Vorhaben stimmt sich mit den Ministerien vor Ort ab und knüpft an bilaterale Programme der deutschen Entwicklungszusammenarbeit an. Auf diese Weise können sich erreichte Wirkungen gegenseitig verstärken und die Ansätze werden nachhaltig in die lokalen Strukturen integriert. 

Als Teil der Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“ wird durch das Globalvorhaben die Produktivität und Qualität der Kartoffelproduktion in kleinbäuerlichen Betrieben verbessert. Höhere Erträge und Einkommen werden durch die Förderung innovativer, angepasster Anbau- und Produktionsmethoden und der Stärkung unternehmerischer Fähigkeiten nachhaltig sichergestellt.

Um die Ernährungssituation von mangelernährten Menschen zu verbessern, lernen Familienmitglieder in Praxiskursen alles Wissenswerte rund um eine ausgewogene und gesunde Familienernährung, der Essenszubereitung, der Lagerung von Lebensmitteln und Basishygiene.
Um innovatives Wissen auch nachhaltig zu verankern und den Sektor zu stärken, fördert das Vorhaben den Fachaustausch zwischen Erzeugern, Verarbeitern, Wissenschaft, Privatwirtschaft und Politik auf nationaler Ebene.

© GIZ Alexander Buhlert

Wirkungen 

Die durch das Vorhaben und durch Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Kenya Agricultural and Livestock Research Organisation (KALRO) ausgebildeten Agrarberater und –beraterinnen konnten während der ersten beiden Anbauperioden bereits 1.780 Bäuerinnen und Bauern in 94 Bauernfeldschulen in Kenia erfolgreich schulen. Die ausgebildeten Bäuerinnen und Bauern sind nun in der Lage, ihr erlerntes Wissen anzuwenden. Erste Messungen auf den Demonstrationsflächen der Bauernfeldschulen haben bereits Produktivitätssteigerungen von durchschnittlich 5,3 Tonnen pro Hektar (Steigerung um 66,25 Prozent) erzielt.

In Zusammenarbeit mit dem International Potato Center (CIP) konnten zwölf sogenannte Innovationsbetriebe etabliert werden, welche als Lernzentren für Landwirte, insbesondere zu den Themen verbesserte Fruchtfolge, Kontrolle von Nematodenbefall und bakterieller Welke, sowie Sortenvielfalt dienen.

Weiterhin konnten Schulungen für 60 Ernährungsberater und -beraterinnen des Gesundheitsministeriums auf Bezirksebene erfolgreich gegeben durchgeführt werden. Von den weitergebildeten Ernährungsberatern und -beraterinnen konnten auf Dorfebene bisher insgesamt 280 sogenannte Community Health Volunteers (CHV) fortgebildet werden. Diese schulen einmal im Monat rund 5.700 Personen zu Themen wie Kochen, Lagerung von Lebensmitteln und Hygiene.

Schließlich unterstützt das Vorhaben in Kenia, zusammen mit dem nationalen Kartoffelrat (NPCK), die Umsetzung der 2016 verabschiedeten nationalen Kartoffelstrategie (2016 bis 2020). Diese konnte bereits für die Projektgebiete entsprechend angepasst werden.