Stärkung des Kartoffelanbaus in Kenia und Uganda

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Förderung ernährungssensitiver Kartoffelwertschöpfungsketten in Ostafrika
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kenia; Uganda
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2021

Ostafrika. Eine Handvoll frisch geernteter Kartoffeln. @ GIZ / Alexander Buhlert

Ausgangssituation

In Kenia und Uganda gilt etwa ein Viertel der Bevölkerung als unterernährt und mehr als 30 Prozent leben von weniger als 1,25 US-Dollar am Tag. Der Agrarsektor ist in beiden Ländern der wichtigste Wirtschaftsbereich und bietet für über 70 Prozent der Bevölkerung Beschäftigung und Einkommenschancen. Die oftmals kleinbäuerlichen Betriebe produzieren jedoch nicht ausreichend Nahrungsmittel für die wachsende Bevölkerung.

Die Kartoffel ist in Kenia zweitwichtigstes Grundnahrungsmittel nach Mais und eine wichtige Einnahmequelle für rund 800.000 Bauern. Auch in Uganda ist die Kartoffel ein wichtiges Grundnahrungsmittel. Mit hohen Erträgen, im Vergleich zu anderen Nahrungsmitteln, relativ kurzen Wachstumsphasen (90-120 Tage) und als Lieferantin von Kohlenhydraten, Eiweiß, Vitaminen und Mineralstoffen wie Kalium ist sie bestens geeignet, die Nachfrage nach Nahrungsmitteln zu bedienen und zur Ernährungssicherheit beizutragen.

Ziel

Die Kartoffelerträge kenianischer und ugandischer Kleinbauern sind erhöht. Mangelernährten Menschen steht eine größere Lebensmittelvielfalt zur Verfügung.

Vorgehensweise

Im Rahmen des Programms wird die Produktivität und Qualität der Kartoffelproduktion in kleinbäuerlichen Betrieben verbessert. Langfristig sollen höhere Erträge und Einkommen aus einer nachhaltigen Kartoffelproduktion erzielt werden. Dies soll durch die Förderung innovativer, ressourcenschonender und angepasster Anbau- und Produktionsmethoden erreicht werden sowie durch die Stärkung unternehmerischer Fähigkeiten.

Weiterhin soll das Wissen über Familienernährung verbessert werden, um den Ernährungsstatus von mangelernährter Menschen zu verbessern. Schulungen zu Themen wie Kochen, Lagerung von Lebensmitteln und Hygiene sollen dies unterstützen.

Der öffentlich-privatwirtschaftliche Dialog wird national und regional gestärkt. Dafür werden nationale Dialogplattformen gefördert, unter Beteiligung politischer Entscheidungsträger, lokaler und internationaler Forschungsinstitutionen sowie der Privatwirtschaft.

Wirkungen

Die GIZ hat in Kenia bereits wertvolle Erfahrungen gewonnen, die für die Umsetzung des Globalvorhabens von großem Nutzen sind. In einem Pilotprojekt wurden neue Technologien zum Kartoffelanbau getestet. Im Fokus standen moderne Anbaumethoden und gute landwirtschaftliche Praktiken, beispielweise bei Bodenbearbeitung, Ernte- und Nachernteverfahren, integriertem Pflanzenschutz und zertifiziertem Pflanzgut. Die Anwendung der neuen Technologien auf 9 Testfeldern wurde vom Internationalen Kartoffelforschungszentrum (CIP) wissenschaftlich unabhängig begleitet und dokumentiert. Bei Pflanzung, Anbau und Ernte wurden Farmer Field Days, Demonstrationstage, veranstaltet. Sie boten interessierten Bäuerinnen und Bauern eine Lernplattform zu modernen Technologien. Mehr als 2.500 Teilnehmende tauschten sich zu Themen des modernen Kartoffelanbaus und guten landwirtschaftlichen Praktiken aus.

Die Ergebnisse der Feldversuche zeigen, dass zertifiziertes Pflanzgut erheblich zur Steigerung der Erträge beitragen kann, wenn zudem Maschinen, angepasster Dünger und angemessene Pflanzenschutzmaßnahmen eingesetzt werden. Die Erträge waren bis zu viermal so hoch wie die Erträge mit traditionellen Anbaumethoden.

Die Ergebnisse zeigen zudem, dass durch den Einsatz von Maschinen Zeit und Kosten gespart werden können. Ernteverluste konnten von ursprünglich 33 auf nur 2,5 Prozent reduziert werden.

Ostafrika. Feld mit Reihen gehäufelter Kartoffelpflanzen @ GIZ / Alexander Buhlert