Ökosystembasierte Anpassung an den Klimawandel in den Hochgebirgsregionen Zentralasiens

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ökosystembasierte Anpassung an den Klimawandel in den Hochgebirgsregionen Zentralasiens
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Länder: Kasachstan, Kirgisistan, Tadschikistan
Politische Träger: Departement der Grünen Wirtschaft des Ministeriums für Energie der Republik Kasachstan, Staatsagentur für Umweltschutz und Forstwirtschaft der Regierung der Republik Kirgisistan, Ausschuss für Umweltschutz unter der Regierung der Republik Tadschikistan
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2019

Ecosystem-based Adaptation to Climate Change in High Mountainous Regions of Central Asia (EbA) © GIZ

Ausgangssituation

Die Hochgebirgsregionen Zentralasiens besitzen Ökosysteme mit einer einzigartigen und vielfältigen Flora und Fauna. Sie versorgen die Menschen der Region mit sauberem Wasser, Weideland und Waldprodukten, schützen sie vor Überschwemmungen und Erdrutschen und erhalten die Fruchtbarkeit des Bodens. Allerdings machen sich die Folgen des Klimawandels bemerkbar und führen mit einer wenig vorausschauenden Landnutzungspraxis dazu, dass diese fragilen Ökosysteme geschädigt und in ihrer Regenerationsfähigkeit beeinträchtigt werden. Die Menschen in ländlichen Gebieten, die unmittelbar auf die natürlichen Ressourcen angewiesen sind, müssen sich an die negativen Auswirkungen des Klimawandels anpassen und gleichzeitig Maßnahmen treffen, um die Klimawandelfolgen zu mindern. Sie können die Natur zwar weiterhin nutzen, müssen aber darauf achten, die Umwelt nicht zu schädigen.

Ziel

Ökosystembasierte Anpassungs- und andere Klimaanpassungsstrategien wurden erfolgreich getestet und in den nationalen Strategien Kasachstans, Kirgisistans und Tadschikistans verankert. Es besteht ein gemeinsames Verständnis der Vorteile ökosystembasierter Anpassungsstrategien.

Ecosystem-based Adaptation to Climate Change in High Mountainous Regions of Central Asia (EbA) © GIZ

Vorgehensweise

Das Projekt ist Teil der Klimaschutzinitiative (IKI) der Bundesregierung. Es zielt auf die Einführung einer ökosystembasierten Anpassungsstrategie, bei der die Menschen die natürlichen Ressourcen weiter als Lebensgrundlage nutzen, ohne dadurch die Umwelt zu schädigen, damit Ökosysteme langfristig die überlebenswichtigen Dienstleistungen zu Verfügung stellen können. Das Projekt ist in zwei als Pilotregionen ausgewählten Wassereinzugsgebieten in Kirgisistan und Tadschikistan aktiv. Die ersten Schritte bestanden in einer umfassenden Statusanalyse der wichtigsten Ökosysteme für den Menschen in der Pilotregion sowie in einer Analyse der möglichen Entwicklungspfade unter Berücksichtigung der unterschiedlichen Klimawandelszenarien.

Zusammen mit den Lokalregierungen bringt das Projekt innovative Prozesse zur Anpassung der Lebensgrundlagen an den Klimawandel auf den Weg. Diese Prozesse umfassen das Testen kostengünstiger Strategien und geeigneter wirtschaftlicher Tätigkeiten. Dazu zählen insbesondere die effiziente Nutzung der natürlichen Ressourcen sowie Anstrengungen zur Erhaltung und Weiterentwicklung von Ökosystemdienstleistungen. Die entsprechenden Maßnahmen sehen in der Regel die Einführung alternativer Einkommensquellen sowie die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern, Land und Wasserressourcen vor. Auf der Grundlage der durch die Pilotmaßnahmen gewonnenen Erkenntnisse wird das Projekt die Verantwortlichen in den drei Ländern dazu ermutigen, Konzepte, die sich als erfolgreich erwiesen haben, in ihre nationalen Strategien zu integrieren.

Bei der Umsetzung der Pilotmaßnahmen legt das Projekt großen Wert auf Capacity Building. Unter anderem führt das Projekt Studien zu internationalen Erfolgsmethoden sowie Schulungen und Seminare durch, um örtliche Behörden, Institutionen des öffentlichen Sektors und die Menschen vor Ort mit diesen Klimaschutzmaßnahmen vertraut zu machen und sie an die örtlichen Gegebenheiten anzupassen.

Das Projekt arbeitet eng mit einer Reihe von lokalen und internationalen Partnern zusammen. Darunter sind die Central Asian Mountain Partnerships (CAMP) Alatoo und Tabiat, das Mountain Societies Research Institute of the University of Central Asia, die Michael Succor Stiftung, das Deutsche Geoforschungszentrum GFZ und die UNIQUE Forestry & Land Use GmbH. Außerdem umfasst das Projekt Kooperationen mit WWF USA und dem Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNEP).

Wirkung

In beiden Pilotregionen, in der Region Naryn in Kirgisistan und im Bartang Tal in Tadschikistan, wurden interaktive Workshops durchgeführt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus den Dörfern befassten sich bei dem Workshop mit zwei künftigen Klimaszenarien, analysierten deren negative Auswirkungen auf ihre Lebensgrundlagen und schlugen Maßnahmen für eine Anpassung an diese Herausforderungen vor. Eine vor kurzem gegründete ländliche Initiative wird diese Maßnahmen testen, umsetzen und überwachen, und zwar auch nach Abschluss des Projekts.

Außerdem wurden für nationale Partnerorganisationen in Kasachstan verschiedene Capacity-Building-Maßnahmen durchgeführt, deren Schwerpunkt auf ökosystembasierten Strategien und ökologischer Wirtschaft lag.

Regierungsvertreter in Tadschikistan und Kirgisistan haben an Konsultationen zum Klimaschutz teilgenommen, und verschiedene zentralstaatliche Behörden haben einen Beitrag zu den internationalen Klimaschutzverhandlungen geleistet. Dazu gehören insbesondere die Verhandlungen über die geplanten Treibhausgasminderungsbeiträge (NDCs) des jeweiligen Landes.

Ecosystem-based Adaptation to Climate Change in High Mountainous Regions of Central Asia (EbA) © GIZ

Besonderen Wert legte das Projekt auf Umweltbildung für Kinder und Jugendliche. Dabei kam das Citizen Science-Bildungskonzept zum Tragen. In den Schulen der Gemeinden im Gebirge hat das Projekt erschwingliche Kurse eingeführt, bei denen beispielsweise Lehrer und Schüler gemeinsam die Wasserqualität in Seen und Flüssen überwachen.