Marokko: Yassine Alj, Energieunternehmer

Yassine Alj, Energieunternehmer aus Marokko

Bis zum Jahr 2020 möchte Marokko mehr als 40 Prozent seines Energiebedarfs aus erneuerbaren Energien decken und neue Arbeitsplätze im Bereich der Energieeffizienz schaffen. Im Rahmen der Sonderinitiative Nordafrika/Nahost des Bundesentwicklungsministerium unterstützt die GIZ das Land dabei, Moscheen energetisch zu modernisieren. Bis Ende 2016 werden 100 Moscheen „grün“ sein und mehr als 300 Imame für den Umweltschutz sensibilisiert. Die GIZ bezieht dafür marokkanische Unternehmer ein, wie den jungen Yassine Alj – mit Erfolg!

Wie schätzen Sie die Situation von Marokko in Sachen Energieversorgung ein?

Marokko hängt zu mehr als 95 Prozent von dem Import fossiler Brennstoffe und Elektrizität aus dem Ausland ab. Zwischen 2000 und 2010 hat sich der Energieverbrauch des Landes verdoppelt, bis 2020 wird er sich vervierfachen. Da die größten Energieverbraucher trotz der zu hohen Stromrechnungen einfach so weitermachten wie bisher, hatte ich große Lust zu zeigen, dass es auch anders geht. Denn die Lösungen sind ja bereits da!

Wie läuft das Geschäft mit den Energiedienstleistungen in Marokko?

Ich habe ja erst vor etwa zwei Jahren mein Unternehmen Ecotaqa in Agadir gegründet. Die Anfänge waren schwer, aber mittlerweile kommt Schwung in unser Geschäft. Es gibt ein großes Potential im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Durch die Zusammenarbeit mit der GIZ an Pilotprojekten wie den „Grünen Moscheen“ konnten wir unsere Erfahrung bei öffentlichen Gebäuden verbessern und somit auch international konkurrenzfähiger werden.

Welchen Part hat Ecotaqa bei den „Grünen Moscheen“ übernommen?

Bis 2019 sollen laut Plan landesweit mindestens 600 Moscheen mit LED-Beleuchtungsanlagen, Solaranlagen zur Warmwasserbereitung und Photovoltaik-Systemen ausgestattet werden. Wir haben für das „Grüne Moscheen“-Projekt in einem ersten Schritt Bestandsaufnahmen in vierzehn Moscheen von Agadir durchgeführt. Wir haben den Energieverbrauch genau erfasst – die Beleuchtungsflächen, die Anzahl der Glühbirnen, et cetera. Aber die Moscheen waren nur der Startpunkt, um Energieeffizienzmaßnahmen auch in anderen öffentlichen Gebäuden zu verbreiten.

Wie geht die Zusammenarbeit weiter?

Wir haben Energieaudits, das sind Vor-Ort-Energieberatungen, von elf Fakultäten der Universität Ibn Zohr durchgeführt. Neuerdings haben wir zusammen mit der GIZ Web-Videos für die Sensibilisierung für Energieeffizienz erstellt. Ich bin davon überzeugt, dass die Energiewende stark von der Energiebewusstwerdung der Bürger abhängt.

Wie stellen Sie sich Ihre Zukunft vor?

Privat möchte ich möglichst viele Städte der Welt sehen. Beruflich habe ich viel Verantwortung auf mich genommen: Ich habe insgesamt sechs Stellen geschaffen. Zwei meiner Mitarbeiter sind Väter und bauen gerade eine Zukunft für ihre Familie auf. Ich möchte meinen Angestellten durch neue Projektakquisitionen stabile Gehälter sichern. Ich habe viel vor: ich möchte kontinuierlich weiterlernen und eine bedeutende Persönlichkeit meiner Generation werden.


        
    
Adnane Azizi © GIZ
Der gebürtige Marokkaner Yassine Alj führt schon mit 25 Jahren ein Unternehmen und sechs Mitarbeiter. Seine Universität förderte die Gründung und stellte ein Büro.

        
    
Adnane Azizi © GIZ
Seine Firma Ecotaqa bietet Energiedienstleistungen im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz an.

        
    
Adnane Azizi © GIZ
Alj und seine Mitarbeiter erstellen Gutachten und beraten Träger von öffentlichen Gebäuden zu einem energieeffizienteren Gebrauch.

        
    
Adnane Azizi © GIZ
Erneuerbare Energien bieten hier viele Einsparpotentiale. Daher ist der Ausbau dieser Technologien auch ein wichtiges Ziel der marokkanischen Politik.

        
    
Adnane Azizi © GIZ
Ein Programm zur Entwicklung „Grüner Moscheen“ wurde in 2014 von vier marokkanischen Institutionen gestartet. Die GIZ unterstützt es.

        
    
Adnane Azizi © GIZ
Bei insgesamt 14 Moscheen führte Ecotaqa Bestandsaufnahmen durch. In einem zweiten Schritt wird festgestellt, an welchen Stellen Energie eingespart werden kann.

        
    
Adnane Azizi © GIZ
Bis zur Klimakonferenz Anfang November 2016 sind bereits mehrere Moscheen „grün“ geworden. Sie sind Vorbild für die Klimawende.

        
    
Adnane Azizi © GIZ
Insgesamt 600 Moscheen sollen marokkoweit bis Ende 2019 energieeffizient modernisiert werden.

        
    
Adnane Azizi © GIZ
Die involvierten marokkanischen Firmen werden durch die von ihnen erzielten Einsparungen entlohnt – der Ansatz stärkt den Markt und schafft Arbeitsplätze.

        
    
Adnane Azizi © GIZ
Yassine Alj will Menschen für die Energiewende begeistern und einen Beitrag zum Umweltschutz leisten. Auch bei seiner Familie will er Solarzellen montieren.