Beschäftigungsförderung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Beschäftigungsförderung in Jordanien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Jordanisches Arbeitsministerium (MoL)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2022

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Ausgangssituation

Die durchschnittliche Arbeitslosenquote liegt in Jordanien bei etwa 19 Prozent; fast 40 Prozent der Arbeitslosen sind Frauen und Jugendliche. Infolgedessen müssen viele Menschen, insbesondere Frauen und junge Arbeitssuchende, Stellen annehmen, die nicht ihren Qualifikationen bzw. ihren beruflichen Entwicklungs- oder Verdienstmöglichkeiten entsprechen. Jordanien ist derzeit nicht in der Lage, das Potenzial seiner qualifizierten Arbeitskräfte für die Entwicklung des Landes zu nutzen. Insbesondere das Potenzial der gut ausgebildeten Frauen wird nicht ausgeschöpft.

Die Zahl der jedes Jahr neu auf den Arbeitsmarkt kommenden Arbeitssuchenden ist mehr als doppelt so hoch wie die Zahl der neu geschaffenen Arbeitsplätze. Eine weitere große Herausforderung für den Arbeitsmarkt ist die Integration von rund 655.000 syrischen Geflüchteten. Das Überangebot von Arbeitskräften führt zu einem hohen Lohndruck und zur Zunahme der informellen Beschäftigung.

Ziel

Die Beschäftigungssituation in Jordanien ist in ausgewählten Regionen und Sektoren verbessert. Mindestens 60 Prozent der 5000 Teilnehmer*innen des Arbeitsvermittlungsprogramms haben eine nachhaltige Beschäftigung gefunden. Die Arbeitsbedingungen von weiteren 450 Beschäftigten sind verbessert.

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Vorgehensweise

Das Projekt konzentriert sich auf den Aufbau von Kapazitäten und die Stärkung der Strukturen für die Beschäftigungsförderung bei den wichtigsten kommunalen, regionalen und nationalen Akteuren. Dazu unterstützt das Projekt die Ausweitung von arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen wie staatlichen und privaten Stellenvermittlungsleistungen und bietet Hilfe beim Schritt in die Selbständigkeit. Darüber hinaus werden ausgewählte Sektoren in den Ziel-Gouvernoraten Irbid, Balqa, Karak und Ma'an dabei unterstützt, das vorhandene Potenzial für die Schaffung von Arbeitsplätzen zu nutzen und Arbeitssuchende in Beschäftigung zu bringen. Das Projekt berät das jordanische Arbeitsministerium bei der Verbesserung seines Qualitätssicherungssystems und die jordanische Regierung bei der Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt. Durch Beschäftigungsinitiativen in den vier Zielregionen sollen örtliche Stakeholder zusammengebracht werden, damit künftig mehr Arbeitsplätze angeboten werden können.

Der rechtliche Rahmen und die Qualifizierungsmöglichkeiten sollen in den Berufen verbessert werden, die ein besonderes Potenzial zur Förderung der Beschäftigung von Frauen bieten. Dazu zählen beispielsweise die häusliche Kinderbetreuung, Gesundheitsleistungen und der Bereich der Telekommunikation. Diese Maßnahmen werden von der GFA Consulting Group realisiert.

Viele Arbeitgeber haben Schwierigkeiten, Mitarbeiter für technische Berufe zu finden und an sich zu binden, da diese traditionell als unattraktiv gelten. Daher fördert das Projekt die Entwicklung und Umsetzung von innovativen Maßnahmen im Bereich des Personalmanagements mit dem Ziel, Arbeitsplätze zu sichern.
Das Projekt ist Teil der Sonderinitiative „Entwicklung und Stabilität in Nahost, Nordafrika“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Mit den im Rahmen der Sonderinitiative durchgeführten Projekten trägt das BMZ dazu bei, wirtschaftliche und soziale Perspektiven für die Menschen in der Region zu schaffen. Dazu wurde für den Zeitraum 2014 bis 2024 ein zusätzlicher Betrag von mehr als 300 Millionen Euro für Projekte der GIZ und anderer Durchführungsorganisationen bereitgestellt. Der Themenschwerpunkt liegt auf der Jugend- und Beschäftigungsförderung, der wirtschaftlichen Stabilisierung, der Demokratisierung sowie der Stabilisierung von Nachbarländern, die sich in einer Krise befinden.

Wirkungen

Bis April 2020 haben mehr als 3.000 Arbeitssuchende an geförderten Maßnahmen teilgenommen; mehr als 2.000 haben Arbeit gefunden. 60 Prozent davon sind Frauen.

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Darüber hinaus ist es in Zusammenarbeit mit den betreffenden Unternehmen gelungen, durch die geförderten Leistungen die Beschäftigungsqualität für mehr als 600 Arbeitnehmer*innen nachhaltig zu verbessern.

Die evidenzbasierte Gestaltung der Arbeitsmarktpolitik wurde durch ein verbessertes elektronisches M&E-System im MoL sowie durch eine Wirkungsevaluierung der strategischen Projekte des MoL verbessert.

Es wurde eine Struktur für einen Beschäftigungsdialog mit lokalen Partnern aufgebaut, um Initiativen zur Beschäftigungsförderung zu priorisieren und zu unterstützen.

Rund 400 Frauen haben sich für Tätigkeiten im Bereich der Kinderbetreuung und Heimarbeit qualifiziert.

Außerdem wurde mit „Fair Incentives“ ein HR-Instrument zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Industrie entwickelt und eingeführt.

Daneben wurde ein „Human Resource Guiding Manual for Small Medium Enterprise“ erarbeitet und veröffentlicht.

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