Mehr Beschäftigung in Jordanien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Beschäftigungsförderung in Jordanien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Ministerium für Arbeit
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2021

Ausgangssituation

In Jordanien finden viele Arbeitssuchende keinen Job, die durchschnittliche Arbeitslosenquote liegt bei rund 14 Prozent. Menschen mit Beschäftigung haben oftmals eine Arbeit, die nicht ihrem Qualifikationsniveau entspricht oder nur ein unsicheres Einkommen bietet. Das betrifft insbesondere Frauen und Jugendliche. Gleichzeitig fehlen ausreichend qualifizierte Arbeitskräfte, insbesondere in handwerklich-technischen Berufen. Einerseits ist die Ausbildung oft wenig praxisorientiert und damit nicht am Bedarf der Privatwirtschaft ausgerichtet. Andererseits gilt die Tätigkeit in privaten Firmen als weniger attraktiv als Stellen im öffentlichen Sektor, die bei ähnlicher Tätigkeit vermeintlich mehr Sicherheit bieten. Es fehlen Angebote, zum Beispiel praxisorientierte Fortbildungen, die Vermittlungshindernisse ausgleichen können.

Eine zusätzliche Herausforderung ist die stetige Zunahme der Flüchtlinge: Bis zu 90 Prozent der offiziell rund 650.000 syrischen Flüchtlinge wurden in jordanischen Gemeinden aufgenommen. Künftig kann dies zu vermehrten Verteilungskonflikten, der Verdrängung der einheimischen Bevölkerung aus dem Arbeitsmarkt sowie zu einer weiteren Zunahme informeller Beschäftigung führen. Ferner stehen nur rund 15 Prozent der Frauen im erwerbsfähigen Alter dem Arbeitsmarkt zur Verfügung.

Jordanien kann das Potenzial seiner qualifizierten Arbeitskräfte, insbesondere der gut ausgebildeten jungen Frauen, für die Entwicklung des Landes bislang nicht nutzen.

Ziel

Mindestens 3.000 Menschen finden eine abhängige oder selbstständige Beschäftigung, nachdem sie an einer Maßnahme zur Förderung des Arbeitsmarktes teilgenommen haben. Die Beschäftigungsqualität von mindestens 60 Prozent aller Beschäftigten ist verbessert, nachdem sie an geförderten Arbeitsmarktdienstleistungen teilgenommen haben.

Vorgehensweise

Ein Fokus des Projekts liegt darauf, Strukturen und Fähigkeiten zur Beschäftigungsförderung bei wichtigen nationalen, regionalen und lokalen Akteuren aufzubauen und zu verbessern. Weitere arbeitsmarktpolitische Maßnahmen werden ausgebaut, etwa Berufsberatung, Lohnkostenzuschüsse oder Gründungsförderungen.

Das Projekt unterstützt die Akteure dabei, Beschäftigungspotenziale zu nutzen, Arbeitssuchende zu fördern und neue Jobs zu schaffen, zum Beispiel durch die Beratung neu gegründeter Unternehmen. Das nationale Arbeitsministerium wird zu einem Qualitätssicherungssystem beraten. Dadurch soll sichergestellt werden, dass Förderangebote und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen die gewünschten Effekte erzielen und zu nachhaltigen Investitionen und dauerhafter Beschäftigung führen. Zusätzlich berät das Vorhaben die Regierung zu Strategien für die Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt.

In drei Pilotregionen werden über sogenannte Beschäftigungsinitiativen lokale Akteure zusammengebracht, etwa Handwerkskammern mit Regionalregierungen und der privaten Wirtschaft. Durch diese Kooperationen soll sich das dortige Jobangebot vergrößern. Verantwortet durch die GFA Consulting Group GmbH werden darüber hinaus in Berufsfeldern mit besonderem Beschäftigungspotenzial für Frauen werden darüber hinaus vermehrt arbeitsmarktpolitische Maßnahmen umgesetzt, beispielsweise in der Kinderbetreuung.

Das Vorhaben ist Teil der Sonderinitiative des BMZ zur Stabilisierung und Entwicklung in Nordafrika und Nahost. Mit den Projekten der Sonderinitiative trägt das Ministerium dazu bei, wirtschaftliche und soziale Perspektiven für die Menschen in der Region zu schaffen. In diesem Rahmen stehen für Vorhaben der GIZ und anderer Durchführungsorganisationen in den Jahren 2014 bis 2021 bisher mehr als 300 Millionen Euro zusätzlich zur Verfügung. Im Fokus stehen dabei die Themenbereiche Jugend- und Beschäftigungsförderung, wirtschaftliche Stabilisierung, Demokratisierung sowie die Stabilisierung von Nachbarländern in Krisensituationen.