Beschäftigungsförderung in Jordanien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Beschäftigungsförderung in Jordanien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Ministerium für Arbeit
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2022

Ausgangssituation

Jordanien steht in Bezug auf den Arbeitsmarkt vor großen Herausforderungen. So liegt die Arbeitslosenquote des Landes derzeit über 18 Prozent. Besonders schwierig ist die Situation für Frauen und Jugendliche. Die Frauenarbeitslosigkeit gehört mit rund 30 Prozent zu den höchsten der Welt. Außerdem sind die Beschäftigten für ihre Arbeit oft überqualifiziert oder haben keine Einkommenssicherheit. Insgesamt treten im Vergleich zu den jährlich geschaffenen Arbeitsplätzen mehr als doppelt so viele neue Absolventen in den Arbeitsmarkt ein. Eine zusätzliche Herausforderung ist die Integration von Flüchtlingen: Derzeit leben offiziell rund 671.000 syrische Flüchtlinge in Jordanien, viele von ihnen benötigen Unterstützung und Möglichkeiten der Einkommenserzielung. 

Gleichzeitig besteht ein Missverhältnis zwischen den Fähigkeiten, die junge Menschen in Schule und Universität erwerben, und der Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt. Dies betrifft vor allem den handwerklich-technischen Bereich, da nicht genügend Fachkräfte verfügbar sind. Die Ausbildung ist oft wenig praxisorientiert und damit nicht am Bedarf der Privatwirtschaft ausgerichtet.  Darüber hinaus fehlen Ausbildungsmöglichkeiten – zum Beispiel praxisorientierte Fortbildungen, die den Übergang in den Arbeitsmarkt erleichtern könnten. 

Darüber hinaus gilt die Tätigkeit in privaten Unternehmen insbesondere unter Frauen als weniger attraktiv als Stellen im öffentlichen Sektor, die bei ähnlicher Tätigkeit vermeintlich mehr Sicherheit bieten. Offene Stellen im verarbeitenden Gewerbe sind schwer zu besetzen und viele Mitarbeiter verlassen den Arbeitsplatz kurz nach dem Eintritt ins Unternehmen. Die Löhne und Arbeitsbedingungen in den Fabriken gelten als ungenügend.

Ziel

Das Vorhaben fördert mit seinen Partnern Stellenvermittlungsdienste, um die Chancen von Frauen und Jugendlichen auf eine Beschäftigung in der Privatwirtschaft zu verbessern. Über 1.100 Menschen wurden bereits bei der Arbeitssuche unterstützt und über 400 haben von besseren Arbeitsbedingungen profitiert. 

Vorgehensweise

Das Projekt arbeitet mit wichtigen nationalen, regionalen und lokalen Akteuren zusammen, um Strukturen und Kapazitäten zur Beschäftigungsförderung aufzubauen und zu verbessern. Insbesondere unterstützt das Projekt die Bereitstellung öffentlicher und privater Arbeitsmarktdienstleistungen durch Leistungen wie Karriereberatung, Stellenvermittlung und Unterstützung für Selbständige.

Das Beschäftigungsförderprogramm arbeitet eng mit dem jordanischen Ministerium für Arbeit zusammen, um das Qualitätsmanagementsystems zu verbessern und um sicherzustellen, dass Unterstützungsmaßnahmen und arbeitsmarktpolitische Maßnahmen die gewünschten Wirkungen erzielen und zu nachhaltigen Investitionen und dauerhaften Arbeitsplätzen führen. Das Projekt berät die Regierung auch bei der Entwicklung von Strategien zur Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt.

Die Beschäftigungsinitiativen in den vier Gouvernements Irbid, Balqa, Karak und Ma‘an bringen verschiedene lokale Akteure zusammen, um die Verfügbarkeit von Arbeitsplätzen auf lokaler Ebene zu erhöhen und gemeinsam Maßnahmen zur Beschäftigungsförderung zu entwickeln. Zu den Akteuren gehören Verbände des Privatsektors, Regionalregierungen, die Zivilgesellschaft und Privatunternehmen. Im Rahmen des Beschäftigungsförderprogramms ist die GFA Consulting Group auch dafür verantwortlich, zusätzliche arbeitsmarktpolitische Maßnahmen umzusetzen, die Frauen wirtschaftliche Chancen bieten, insbesondere in den Bereichen Kinder- und Altenpflege.

In Zusammenarbeit mit den Industrie- und Handelskammern und einzelnen Pilotunternehmen werden Instrumente entwickelt, um die Attraktivität von Arbeitsplätzen im verarbeitenden Gewerbe zu verbessern. Die Instrumente zielen auf die Verbesserung des Arbeitsumfelds, die Transparenz der Leistungen sowie die Sicherheit am Arbeitsplatz ab, wobei der besondere Schwerpunkt auf den Personalverfahren bei der Einstellung und Bindung von Mitarbeitern liegt. 

Dieses Projekt ist Teil einer Sonderinitiative des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zur Stabilisierung und Förderung der Entwicklung in Nordafrika und im Nahen Osten. Mit den im Rahmen der Sonderinitiative durchgeführten Projekten trägt das BMZ dazu bei, wirtschaftliche und soziale Perspektiven für die Menschen in der Region zu schaffen. In diesem Zusammenhang ist ein zusätzlicher Betrag von mehr als 300 Mio. EUR für Projekte vorgesehen, die von der GIZ und anderen Durchführungsorganisationen im Zeitraum 2014 bis 2024 verwirklicht werden. Der thematische Schwerpunkt liegt dabei auf Jugend- und Beschäftigungsförderung, wirtschaftlicher Stabilisierung, Demokratie sowie der Stabilisierung von Nachbarländern in Krisensituationen.