ESTHER-Hochschul- und Klinikpartnerschaften in Afrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Afrika N.A. - ESTHER-Allianz: Hochschul- und Klinikpartnerschaften im Bereich Gesundheitssystem stärken
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Afrika regional
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Ausgangssituation

Mangelndes Vertrauen der Bevölkerung in die Gesundheitsdienste war während der Ebola-Epidemie 2015 in Westafrika ein wichtiger Grund dafür, dass Ebola-Fälle zu spät erkannt und Anweisungen des Gesundheitspersonals nicht befolgt wurden. Staatliche Einrichtungen zum Schutz und zur Förderung der öffentlichen Gesundheit in schwachen Gesundheitssystemen sind nicht in der Lage, eine effektive, effiziente, für alle zugängliche und sichere Gesundheitsversorgung bereitzustellen.

Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird während einer Behandlung einer von zehn Patienten durch Fehler im Behandlungs- und Versorgungsprozess geschädigt. Über 80 Prozent dieser Fehler wären durch eine bessere Versorgungsqualität vermeidbar. Während sich das Gesundheitswesen in europäischen Ländern zunehmend auf ein aktives Fehlermanagement einstellt, sind in den Ländern Afrikas mit schwachen Gesundheitssystemen die Voraussetzungen für die Patientensicherheit noch nicht ausreichend.

Ziel

Die Voraussetzungen für die Patientensicherheit sind in ausgewählten Ländern Afrikas durch ESTHER-Hochschul- und Klinikpartnerschaften verbessert.

Vorgehensweise

Im Einklang mit dem Sonderprogramm „Gesundheit in Afrika“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die GIZ die von Ebola betroffenen Länder in Westafrika sowie Staaten mit besonders schwachen Gesundheitssystemen. Hochschul- und Klinikpartnerschaften zwischen deutschen und afrikanischen Gesundheitseinrichtungen mobilisieren in Deutschland und Afrika Fachkompetenzen und Gestaltungsfähigkeit. Die Patientensicherheit in der Gesundheitsversorgung Afrikas kann so verbessert werden.

Das Vorhaben arbeitet in drei Handlungsfeldern. Es nutzt hierbei die langjährige Erfahrung des überregional agierenden Netzwerks der Europäischen ESTHER-Allianz, vor allem von ESTHER Deutschland.

  1. Das Vorhaben initiiert und begleitet institutionelle Gesundheitspartnerschaften, die auf Patientensicherheit ausgerichtet sind.
  2. Es schafft Mechanismen zum kontinuierlichen Lernen aus den Partnerschaften.
  3. Es vernetzt Akteure, Förderer und Interessenten.

Durch die Ausrichtung auf die Patientensicherheit stehen wissenschaftlich fundierte, praxistaugliche Lösungen für drängende Probleme der Versorgungsqualität im Vordergrund, beispielswiese Infektionsrisiken und Antibiotikaresistenzen – stets mit Blick auf das Patientenwohl.

Im Rahmen der Partnerschaften zwischen den Einrichtungen werden Fachkräfte ausgebildet, Laborleistungen und Hygienestandards verbessert und qualitätsbewusstes Management gestärkt. Mit den kontinuierlichen, auch überregionalen Lernerfahrungen aus der Umsetzung und der Vernetzung von Akteuren unterstützt das Vorhaben über Hochschul- und Klinikpartnerschaften individuelles und globales Lernen zur Verbesserung der Patientensicherheit.

Schlüsselpartner des Vorhabens sind die Europäische ESTHER-Allianz und die WHO. Es kooperiert außerdem intensiv mit Frankreich und den bilateralen Gesundheitsvorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.