Modernisierungspartnerschaft für Energieeffizienz in Krankenhäusern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Modernisierungspartnerschaft für Energieeffizienz
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Ukraine
Politischer Träger: Ministerium für Gemeinde- und Gebietsentwicklung
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2020

Ausgangssituation

Bezahlbare, zuverlässige Energieversorgung sicherzustellen, hat für die Ukraine politische Priorität. Das Land ist stark von Energieimporten aus dem Ausland abhängig. Über 1.000 Krankenhäuser mit etwa 430.000 Betten zählen derzeit zu den energieintensivsten öffentlichen Einrichtungen. Einzelne Krankenhäuser müssen bis zu 20 Prozent ihres Budgets für Energie aufwenden. Die zuletzt stark gestiegenen Energiepreise setzen die Träger von Krankenhäusern unter erheblichen wirtschaftlichen Druck und schränken deren Handlungsspielraum stark ein. Darunter leidet die Versorgungsqualität, da wichtige medizinische Güter nicht mehr in ausreichender Menge beschafft werden können. Energetische Modernisierungen, die vor allem nicht oder gering investive Maßnahmen umfassen, können derzeit nicht vorgenommen werden.

Ziel

Die energetische Modernisierung ukrainischer Krankenhäuser wird beispielhaft vorgenommen.

Vorgehensweise

Um die energetische Situation in den ukrainischen Krankenhäusern unter den derzeitigen Rahmenbedingungen nachhaltig zu verbessern, arbeitet das Vorhaben unter drei Prämissen:

  1. Aufgrund der insgesamt angespannten staatlichen Haushaltslage werden sich energetische Sanierungskonzepte auf niedrig investive Maßnahmen sowie Maßnahmen zur Prozessoptimierung und Verhaltensänderungen im Arbeitsablauf konzentrieren. Diese führen bereits zu signifikanten Energie- und Kosteneinsparungen und fördern die Motivation, ein dauerhaftes Energiemanagement im Krankenhaus einzuführen.
  2. Verfügbare Investitionsmittel, beispielsweise aus dem nationalen Budget, werden so eingesetzt, dass ein möglichst hoher Kosten-Nutzen-Effekt eintritt. Geplante Maßnahmen werden daraufhin künftig vorab konsequent überprüft.
  3. Krankenhäusern wird der Zugang zu Finanzierungsoptionen erleichtert. Die Entwicklung innovativer Finanzierungsformen, beispielsweise Contracting, wird unterstützt.

Wirkungen

Der personelle und institutionelle Kapazitätsaufbau erfolgt durch Schulungen für 258 Vertreter von Dienstleistern für Energieeffizienzmaßnahmen, Entscheidungsträgern und technischem Personal von Krankenhäusern:

Die Schulungsteilnehmer verwenden Broschüren „Viamedica - Stiftung für eine gesunde Medizin“, Broschüren „Durchführung von Energieprüfungen in Krankenhäusern“, Leitfäden „Verbesserung der Energieeffizienz von medizinischen Einrichtungen“, Broschüren „Durchführung von Energieprüfungen in Krankenhäusern“, Leitfäden „Handbuch zu Energieeffizienz zuerst“ Aid Kit (Teil 2) "im Bereich Energieeffizienz. Alle diese Materialien wurden im Rahmen des Projekts entwickelt.

Es fand der Hackathon „Hospital EnergyLab“ statt, der zwei Hauptmerkmale umfasste: eine umfassende Formulierung der zu lösenden Probleme und eine größere Vielfalt möglicher Lösungen (nicht nur Prototypen oder technische Lösungen, sondern auch organisatorische). Die Veranstaltung wurde von Fachleuten aus verschiedenen Bereichen besucht: Geräteherstellern, Beamten, lokalen Regierungsbeamten, Krankenhausleitern, technischen Mitarbeitern von Krankenhäusern, IT-Spezialisten und anderen.

Insgesamt waren bei den Veranstaltungen 2017-2019 rund 1.257 Personen anwesend und geschult.

Bis Ende des 2019 wurden Pilotprojekte in Krankenhäusern in Sumy und Tschernihiw abgeschlossen. GIZ-Beitrag für jedes Krankenhaus - 300 000,00 Euro. Es ist erwartet, dass nach Abschluss der Projekte mindestens 30 Prozent der Energieeinsparungen erzielt werden.

Für alle städtischen Krankenhäuser in Sumy und Tschernihiw wurden Energieaudits durchgeführt: insgesamt 89 Gebäude.

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