Anpassung an den Klimawandel im Gesundheitssektor

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Globales Vorhaben: Anpassung an den Klimawandel im Gesundheitssektor
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2017

Anpassung an den Klimawandel im Gesundheitssektor. Übliche Wasserquelle in Siam Reap, Kambodscha. © GIZ / Richard Hocking

Ausgangssituation

Der Klimawandel gefährdet die Lebensgrundlage von Milliarden Menschen und bedroht die globale Gesundheit im 21. Jahrhundert. Besonders das Recht auf Gesundheit geografisch oder sozioökonomisch benachteiligter Bevölkerungsgruppen ist in Gefahr. Veränderungen des Klimas beeinflussen die menschliche Gesundheit auf unterschiedliche Art und Weise und können besonders schwache Gesundheitssysteme überfordern. Offensichtliche, direkte Auswirkungen zeigen sich bei Extremwetterereignissen wie Hitzewellen oder Stürmen.

Der Klimawandel birgt auch eine große Bandbreite indirekter Gesundheitsgefahren, beispielsweise durch Nahrungs- und Wasserknappheit sowie veränderte Ausbreitungsgebiete von Krankheitserregern und deren Überträgern, etwa von Malaria und Denguefieber. Sowohl national als auch international ist ein Umdenken nötig: Gesundheitssysteme und Kommunen müssen klimaresilienter werden, um auf negative Gesundheitsfolgen des Klimawandels rechtzeitig und angemessen reagieren zu können.

Ziel

Internationale und nationale Klimapolitiken berücksichtigen verstärkt die Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit. Innovative Klimaanpassungsmaßnahmen sind für den Gesundheitssektor entwickelt und tragen zu einem lösungsorientierten Diskurs bei.

© GIZ

Vorgehensweise

Das Vorhaben „Anpassung an den Klimawandel im Gesundheitssektor“ wird im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) von der Deutschen Gesellschaft für internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH durchgeführt. Es entwickelt innovative Klimaanpassungsmaßnahmen für den Gesundheitssektor und setzt sie beispielhaft auf lokaler und nationaler Ebene um. Die Erfahrungen aus den Kooperationen und Pilotmaßnahmen werden durch das Vorhaben sukzessiv in die internationale Klimapolitik sowie in nationale Planungsprozesse eingebracht. In nationalen und lokalen Analysen werden Gesundheitsrisiken, geografisch und sozial bedingte Verwundbarkeit der Bevölkerung sowie der Anpassungsbedarf von Gesundheitssystemen ermittelt.

Entwicklungsprojekte anderer Sektoren werden zu Schnittstellen mit dem Thema klimawandelbedingte gesundheitliche Auswirkungen beraten und sensibilisiert.

Das Vorhaben kooperiert international, regional und national mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und vernetzt Akteure aus Politik, Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wissenschaft. Es fördert so den nationalen und internationalen Diskurs über negative Auswirkungen des Klimawandels auf die menschliche Gesundheit und mögliche Anpassungsmaßnahmen.

Wirkung

Das globale Vorhaben leistet einen wichtigen Beitrag zum gesundheits- und klimapolitischen Engagement der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

In Burundi und in Grenada wurden die Regierungen bei der Integration von Maßnahmen zum Schutz der menschlichen Gesundheit vor den negativen Auswirkungen des Klimawandels in nationalen Politiken und Strategien unterstützt – eine Voraussetzung für die Umsetzung von Anpassungsmaßnahmen.

In Ägypten berät das Vorhaben ein bilaterales Stadtentwicklungsprojekt in Kairo dabei, Maßnahmen zur Prävention hitzebedingter Gesundheitsfolgen zu integrieren.

In der Provinz Siem Reap in Kambodscha sowie im Baumwollanbaugebiet von Chikwawa in Malawi wurde die klimawandelbedingte gesundheitliche Anfälligkeit der Bevölkerung analysiert und bedarfsgerechte Anpassungsmaßnahmen durchgeführt.

Durch die Zusammenarbeit mit internationalen Nichtregierungsorganisationen, wie Malteser International in Kambodscha oder dem Deutschen Roten Kreuz auf den Philippinen, wird eine nachhaltige Verankerung des Themas klimawandelbedingte gesundheitliche Auswirkungen in Organisationsstrukturen vor Ort ermöglicht.

Durch Unterstützung von Veranstaltungen und die Organisation zentraler Konferenzbeiträge, beispielsweise auf den Gesundheits- und Klimagipfeln während der Weltklimakonferenzen, trägt das Vorhaben zum internationalen und regionalen Erfahrungsaustausch und zur Vernetzung von Akteuren bei.

Das Vorhaben stärkt individuelle Kompetenzen und organisatorische Leistungsfähigkeit durch Schulungen für Regierungsvertreter, Meinungsführer, Gesundheitspersonal und die Zivilgesellschaft. Beispielsweise wurden auf den Philippinen, in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz, Aufklärungsmaterialien für die lokale Bevölkerung und medizinisches Personal entwickelt. Sie wurden für eine landesweite Nutzung vom Gesundheitsministerium offiziell bestätigt. Im Dezember 2015 wurde ein erstes Training of Trainers für lokale medizinische Fachkräfte und freiwillige Gemeindegesundheitshelfer durchgeführt.

Anpassung an den Klimawandel im Gesundheitssektor. Präventionskampagne von klimasensitiven Erkrankungen in Malawi. © GIZ