Unterstützung des Klimaaktionsbündnisses Salpetersäure

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Nitric Acid Climate Action Group Initiative
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2022

Foto Anlage

Ausgangssituation

Salpetersäure ist ein wichtiger Grundstoff in der chemischen Industrie, der vor allem zur Düngemittelherstellung verwendet wird. Bei der Produktion von Salpetersäure entsteht Lachgas (N2O), ein Treibhausgas mit einer 265-mal größeren Klimawirkung als Kohlenstoffdioxid (CO2). Aus betriebswirtschaftlicher Sicht gibt es keine Anreize, den Ausstoß von Lachgas zu vermeiden, da keine Effizienzgewinne entstehen. Auch der Kohlenstoffmarkt bietet aufgrund der niedrigen Zertifikatspreise zurzeit kaum Gründe für Investitionen in Vermeidung von Lachgasemissionen. Dabei ist die Reduktion von Lachgas-Emissionen vergleichsweise kostengünstig. Die Minderungskosten pro Tonne eingespartem CO2-Äquivalent betragen ein bis zwei Euro. Zum Vergleich: bei Kraft-Wärme-Kopplung sind es 13 Euro pro Tonne, bei Biogaseinspeisung 55 Euro pro Tonne.

Das Klimaschutzpotenzial in diesem Industriesektor – mit einer möglichen weltweiten Einsparung von 1,8 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalent zwischen 2021 und 2030 – ist sehr bedeutsam. Somit kann er einen wichtigen Beitrag zum Erreichen der Pariser Klimaziele leisten.
Vor diesem Hintergrund hat das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) das Klimaaktionsbündnis Salpetersäure (Nitric Acid Climate Action Group, NACAG) ins Leben gerufen. Ziel ist weltweit mehr Klimaschutz in der Salpetersäureindustrie. Bis 2023 sollen weltweit alle salpetersäureproduzierenden Anlagen mit Lachgasminderungstechnologie ausgestattet sein.

Ziel

Partnerländer planen und implementieren Maßnahmen zur nachhaltigen Vermeidung von Lachgasemissionen aus der Salpetersäureherstellung. Die Voraussetzungen für die eigenständige Fortführung der Maßnahmen nach 2023 sind geschaffen.

NACAG_Salpetersaeureanlage

Vorgehensweise

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH unterstützt das Bundesumweltministerium bei der Umsetzung des Klimaaktionsbündnisses Salpetersäure. Das Vorhaben verantwortet sowohl das Sekretariat der NACAG als auch die Umsetzung der NACAG Support Facility.

Es unterstützt Betreiber von Anlagen durch technische Beratungsleistungen. Außerdem berät es die Regierungen der Partnerländer zu rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen des Phasing-outs von Lachgasemissionen. Zusammen mit Industrieunternehmen, Projektentwicklern und Technologieanbietern arbeitet das Vorhaben an Investitionsmaßnahmen zur Lachgasminderung.

Außerdem fördert das Vorhaben den Einsatz der Technologie finanziell. Zu diesem Zweck schließt das Vorhaben unter anderem Finanzierungsverträge mit Anlagenbetreibern ab, über die die vollständigen Kosten der Emissionsreduktionsmaßnahmen bis 2023 finanziert werden. Das Vorhaben steuert und begleitet hier den gesamten Prozess der Technologiefinanzierung.

Die zentrale Voraussetzung für die Finanzierung der Technologie ist die Selbstverpflichtung des Partnerlandes, ab 2024 die Emissionen dauerhaft in Eigenverantwortung zu reduzieren. Auf diese Weise erhalten die Partnerländer Anreize, selbst Verantwortung für nationale Klimaschutzmaßnahmen zu übernehmen. Das Vorhaben leistet dadurch auch einen Beitrag zur Ambitionssteigerung der Nationalen Klimabeiträge (Nationally Determined Contributions, NDCs) der Partnerländer.
 

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