Unterstützung des Klimaaktionsbündnisses Salpetersäure

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung der Nitric Acid Climate Action Group Initiative
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2021

Ausgangssituation

Salpetersäure ist ein wichtiger Grundstoff in der chemischen Industrie, der vor allem zur Düngemittelherstellung verwendet wird. Bei der Produktion von Salpetersäure entsteht Lachgas (N2O), ein Treibhausgas mit einer 264-mal größeren Klimawirkung als Kohlenstoffdioxid (CO2). Aus betriebswirtschaftlicher Sicht gibt es keine Anreize, den Ausstoß von Lachgas zu vermeiden, da keine Effizienzgewinne entstehen. Auch der Kohlenstoffmarkt bietet aufgrund der niedrigen Zertifikatspreise zurzeit kaum Anreize, in die Vermeidung von Lachgasemissionen zu investieren. Dabei ist die Reduktion von N2O-Emissionen vergleichsweise kostengünstig. Die Minderungskosten pro Tonne eingespartem CO2-Äquivalent betragen 1 bis 2 Euro; zum Vergleich: bei Kraft-Wärme-Kopplung sind es 13 Euro pro Tonne, bei Biogaseinspeisung 55 Euro pro Tonne CO2-Äquivalent.

Das Klimaschutzpotenzial in diesem Sektor – mit einer möglichen Einsparung von 200 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent bis 2020 – ist global sehr bedeutsam. Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) hat deshalb das Klimaaktionsbündnis Salpetersäure (Nitric Acid Climate Action Group, NACAG) gegründet. Bis 2020 sollen weltweit alle Salpetersäureproduktionsanlagen mit einer wirksamen N2O-Minderungstechnik ausgestattet sein – so das Ziel der Initiative.

Ziel

Am Klimaaktionsbündnis Salpetersäure beteiligte Entwicklungs- und Schwellenländer planen und implementieren Maßnahmen zur nachhaltigen Vermeidung von Lachgasemissionen aus der Salpetersäureherstellung. Nach 2020 setzen sie die Maßnahmen eigenständig fort.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt das BMUB bei der Umsetzung des Klimaaktionsbündnisses Salpetersäure. Es berät die Regierungen der Partnerländer zu rechtlichen und institutionellen Rahmenbedingungen von N2O-Emissionsreduktionen in der Industrie und übernimmt das Programm- und Wissensmanagement. Kontakte zu bi- und multilateralen Gebern, interessierten Entwicklungs- und Schwellenländern sowie zu Industrieunternehmen, Technologieanbietern und Projektentwicklern werden geknüpft und vertieft.

Gemeinsam mit Industrieunternehmen, Unternehmensverbänden, Projektentwicklern und Technologieanbietern arbeitet es an Investitionsmaßnahmen zur Lachgasminderung.

Das Klimaaktionsbündnis Salpetersäure könnte bis 2020 eine Einsparung von rund 200 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent erreichen. Damit kann ein Beitrag geleistet werden, um die bisher bestehende Minderungslücke bis 2020 zu schließen. Verpflichten sich die Partnerländer, die Emissionsminderungen ab 2020 in ihre nationalen Klimaschutzbeiträge aufzunehmen, kann das Minderungspotenzial bis 2030 global bis zu 500 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent erreichen.