Zugang zu nachhaltigen Sanitärsystemen und Hygiene verbessern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sanitärversorgung für Millionen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global, Jordanien, Pakistan, Uganda, Belize, Costa Rica, Dominikanische Republik, Guatemala, Honduras, Jamaika, Kolumbien, Mexiko, Panama, Suriname, Trinidad und Tobago
Politische Träger: Jordanien: Ministry of Awqaf Islamic Affairs and Holy Places (وزارة الوقاف والشؤون والمقدسات الاسلامية), Pakistan: Ministry of States and Frontier Regions (وزارتِ ریاستی و سرحدی امور), Uganda: Ministry of Water and Environment, Belize: Ministry of Sustainable Development, Climate Change & Disaster Risk Management – Department of Environment, Costa Rica: Ministerio de Ambiente y Energía, Dominikanische Republik: Ministerio de Ambiente y Recursos Naturales, Guatemala: Ministerio de Medio Ambiente y Recursos Naturales, Honduras: MiAmbiente (Secretaría de Recursos Naturales y Ambiente), Jamaika: National Environment and Planning Agency, Kolumbien:  Ministerio de Medio Ambiente y Desarrollo Sostenible, Mexiko: Secretaria de Medio Ambiente y Recursos Naturales (SEMARNAT) / Comisión Nacional del Agua (CONAGUA), Panama: Ministerio de Ambiente, Suriname: Ministerie van Ruimtelijke Ordening en Milieu, Trinidad and Tobago: Ministry of Public Utilities
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2022

jordanien-sanitaer

Ausgangssituation

Sichere Sanitärversorgung und Hygiene sind ein Menschenrecht und wurden als globales Nachhaltigkeitsziel in die Agenda 2030 aufgenommen (Sustainable Development Goal, SDG 6.2). Auch der Schutz der Wasserressourcen durch die sichere Behandlung von Abwasser ist Teil dieser Agenda (SDG 6.3). 

Denn weltweit haben laut der Weltgesundheitsorganisation und dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (United Nations Children’s Fund, UNICEF) rund 4,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sicherer Sanitärversorgung. Über 600 Millionen Schüler*innen haben keine angemessenen Toiletten und 1,5 Milliarden Menschen sind auf Dienstleistungen in medizinischen Einrichtungen ohne sanitäre Grundversorgung angewiesen. Täglich sterben laut UNICEF mindestens 1.000 Kinder unter fünf Jahren an Durchfallerkrankungen, verursacht durch verschmutztes Trinkwasser, fehlende Sanitäranlagen und mangelnde Hygiene. Die COVID-19-Pandemie verstärkt diese Probleme vielerorts. 

In den letzten 20 Jahren hat sich der Zugang zu nachhaltiger Sanitärversorgung weltweit kaum verbessert, weshalb das Thema nun eine hohe Priorität in der Entwicklungspolitik hat. Unbehandelte Siedlungs- und Industrieabwässer sind weiterhin eine weltweite Herausforderung. In Lateinamerika und der Karibik werden laut Schätzungen bis zu 80 Prozent der Haushalts- und Industrieabwässer unbehandelt in die Umwelt entsorgt – mit fatalen Folgen für Mensch und Natur. 
Die Ursachen hierfür sind vielfältig. Oft fehlen finanzielle Mittel, um Sanitäreinrichtungen und Abwasseranlagen zu bauen und zu betreiben. Zuständigkeiten sind oft nicht klar festgelegt und notwendige Sanitärstandards fehlen oder werden nicht umgesetzt. Konzepte, die Anreize für private Investitionen schaffen, finden häufig keine Anwendung. Zudem fehlen vielerorts notwendige Kompetenzen, um Installation, Betrieb, Sanierung und Instandhaltung sowie die Abwasserbehandlung fachgerecht auszuführen und Anlagen nachhaltig zu betreiben. 

Ziel

Benachteiligte und vulnerable Bevölkerungsgruppen haben Zugang zu sicherer Sanitärversorgung und Hygiene. Der Zugang zu adäquater Sanitärversorgung in öffentlichen Einrichtungen wie Schulen, Gesundheitseinrichtungen und Moscheen ist verbessert. Abwässer aus Haushalt und Industrie werden gesammelt, behandelt und geklärt in den natürlichen Wasserkreislauf zurückgeführt.  

Zwei pakistanische Schülerinnen beim Global Handwashing Day

Vorgehensweise

Das Vorhaben „Sanitation for Millions“ ist eine Plattform für die Zusammenarbeit internationaler Geber unter Federführung des Bundesministeriums für Entwicklung und Zusammenarbeit (BMZ). Es erhält zusätzliche Mittel von der Bill & Melinda Gates Foundation, dem ungarischen Ministerium für auswärtige Angelegenheiten und Handel, dem britischen Solidaritätsfond Water Unite sowie der Inter-American Development Bank (IDB). 

In der Karibik fördert das Vorhaben innovative Finanzierungsmechanismen für das Wasser- und Abwassermanagement im Auftrag der IDB. Das erfolgt im Rahmen des. des Projektes „CReW+“ das von der Globalen Umweltfazilität (Global Environment Facility, GEF) finanziert wird. 

In allen Ländern arbeitet das Vorhaben eng mit lokalen Handlungsträger*innen zusammen. Dabei führt es Pilotprojekte für neue Konzepte und Technologien durch, die bei Erfolg zusammen mit den Partnern ausgeweitet und in vorhandene Strukturen integriert werden. Lücken in der sanitären Versorgungskette werden identifiziert und geschlossen, um eine umfassende und sichere Versorgung der Bevölkerung zu gewährleisten. In der Umsetzung werden neue Sanitäranlagen gebaut und institutionelle und fachliche Kompetenzen gefördert. 

Um fehlende Budgets der Wasserversorger und mangelnde Kaufkraft der Zielgruppen zu überbrücken, entwickelt das Vorhaben Finanzierungsmechanismen. Zudem fördert es mit dem Thema “Inclusive WASH” eine barrierefreie Infrastruktur sowie einen gendersensiblen Ansatz, um mädchen- und frauenfreundliche Infrastruktur für Menstruationshygiene bereitzustellen. Für das Abwassermanagement kommen innovative und naturbasierte Lösungen zum Einsatz. Davon profitieren die Menschen in der Region ebenso wie die maritimen Ökosysteme. 

Das Vorhaben baut und rehabilitiert natürliche Kläranlagen gemäß dem Ansatz der Kreislaufwirtschaft: „reduce, reuse, recycle, and recover“ (reduzieren, wiederverwenden, recyceln und wiederverwerten) Zudem berät es Vertreter*innen aus Politik und entwickelt langfristige Finanzierungs- und Geschäftsmodelle im Abwasserbereich. Ein überregionales Wissensmanagement in den Themengebieten Sanitär und Abwasser wird aufgebaut. 

Handwashing routines at a  group handwashing facility Gabba Uganda

Wirkung

  • Für über 650.000 Menschen, davon 52 Prozent Frauen Zugang zu sicherer Sanitärversorgunggeschaffen.
  • Mehr als 1.500 Fachkräften wurden vor allem im Bereich der Wartung und Instandhaltung von Sanitäranlagen weiter qualifiziert und fortgebildet
  • Etwa 50.000 Mädchen konnten durch Aufklärungs- und Bildungskampagnen zu Menstruationshygiene erreicht werden.
  • Mehr als 200 Handwaschanlagen wurden mit Handwaschanleitungen installiert von denen mehr als 50.000 Schülerinnen und Schülern an Schulen und öffentlichen Plätzen profitieren.
  • Mehr als 500.000 Menschen wurden in Zusammenarbeit mit Religionsvertreter*innen über soziale Medien und digitale Plattformen mit Hygienebotschaften erreicht. Dabei wurde auch über die Corona-Pandemie aufgeklärt, um die Verbreitung des Virus zu bekämpfen.

Stand: April 2021

Andere Sprachversionen

Downloads

Weitere Informationen