Sanitärversorgung für Millionen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Sanitärversorgung für Millionen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Global
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Ausgangssituation

Sanitärversorgung ist ein Menschenrecht. Das bekräftigt die Resolution 64/292 der Vereinten Nationen. Die deutsche Bundesregierung hat sich dafür besonders eingesetzt und sich verpflichtet, mindestens 30 Millionen Menschen verbesserten Zugang zu Sanitärversorgung zu verschaffen. Sanitärversorgung ist jedoch noch immer ein Tabuthema; 2015 haben weltweit 2,4 Milliarden Menschen keinen Zugang zu menschenwürdiger Sanitärversorgung.

Fehlender Zugang zu Wasser- und Sanitärversorgung ist ein wesentliches Hindernis bei der Überwindung von Armut, die wiederum ein wichtiger Antrieb für Migration ist. Die Flüchtlingskrise verschlimmert die Situation: Sogar in Flüchtlingslagern gibt es oft keine adäquate Sanitärversorgung. Der überwiegende Teil der Flüchtlinge, mehr als 80 Prozent, lebt außerhalb der Flüchtlingslager in aufnehmenden Gemeinden, oftmals nur mit unzureichender, in vielen Fällen unhygienischer und gesundheitsgefährdender Sanitärversorgung. Die daraus entstehenden Spannungen können Konflikte verschärfen.

Um die Wirkung und Sichtbarkeit der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (EZ) in der Sanitärversorgung zu steigern, wurde die Initiative „Sanitation for Millions“ initiiert. Sie setzt Ziel 6 der Agenda 2030 – Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten –, mit besonderen Herausforderungen für Geber, sichtbar auf die politische Agenda.

Ziel

Der Zugang zur Sanitärversorgung und die Hygienesituation, vor allem in flüchtlingsaufnehmenden Ländern und Ländern mit Binnenflucht, sind verbessert.

Vorgehensweise

Die Initiative „Sanitation for Millions“ verbindet Maßnahmen zur Verbesserung des Hygieneverhaltens mit der Bereitstellung und dem nachhaltigen Betrieb menschenwürdiger Sanitärinfrastruktur. Wegen der aktuellen Flüchtlingsbewegungen arbeitet das globale Vorhaben zurzeit im Nahen und Mittleren Osten sowie in Subsahara-Afrika in den Hauptaufnahmeländern und in Ländern mit großer Binnenflucht.

Um möglichst schnell Wirksamkeit zu entfalten, arbeitet das Vorhaben direkt mit Schulen, kommunalen Institutionen, zivilgesellschaftlichen Akteuren und dem lokalen Privatsektor zusammen. Durch die enge Abstimmung mit bilateralen EZ-Maßnahmen ist die Arbeit in den Partnerländern auch auf der kommunalen Ebene schnell möglich.

Sanitärinfrastruktur soll in Schulen aufgebaut und instandgesetzt werden, Schüler und Lehrer sollen für Hygienepraktiken sensibilisiert werden. Zudem werden sanitäre Anlagen in öffentlichen Einrichtungen, vor allem in Moscheen, auf Märkten und in Gesundheitszentren in flüchtlingsaufnehmenden Gemeinden, instandgesetzt.

Durch verbesserte Sanitärversorgung und Hygiene soll Konflikten in aufnehmenden Gemeinden vorgebeugt werden. Beschäftigungsperspektiven sollen geschaffen, die Rehabilitierung von Infrastruktur in den Herkunftsländern der Geflüchteten soll vorbereitet werden. Vor allem Frauen und Mädchen profitieren von verbesserter Sanitärversorgung und Hygiene in Schulen, kommunalen Einrichtungen und im Haushalt.

Das Vorhaben bindet die Bevölkerung der aufnehmenden Gemeinden in die Maßnahmen ein. Über die Verbesserung öffentlicher Basisdienstleistungen und privater Lebensumstände trägt es zum sozialen und politischen Zusammenhalt der Gemeinden bei. Da neben den Flüchtlingen vor allem die ärmere Bevölkerung keinen oder nur unzureichenden Zugang zu Sanitärversorgung hat, profitieren beide Gruppen vom Vorhaben. Unter der Geflüchteten ist der Anteil an Menschen mit Behinderungen noch höher als üblicherweise in Entwicklungsländern, weshalb besonders auf barrierefreien Zugang geachtet wird.