Flüchtlingskrise in Jordanien: Unterstützung von Wasserversorgern

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stärkung der Resilienz von Wasserversorgungsunternehmen
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Jordanien
Politischer Träger: Water Authority of Jordan (WAJ)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2018

Jordanien. Kollegiale Besprechung. Wo gibt es Verbesserungspotenzial bei den jordanischen Wasserversorgern? © GIZ

Ausgangssituation

Der Zustrom von bislang mehr als 655.000 registrierten syrischen Flüchtlingen nach Jordanien stellt auch die Wasserversorgung des Landes vor erhebliche Herausforderungen. Insbesondere im Norden des Landes, wo sich der größte Teil der Flüchtlinge aufhält, stieg der Trinkwasserbedarf deutlich.

Das für die Wasserversorgung in Nordjordanien zuständige staatliche Unternehmen Yarmouk Water Company (YWC) hat seit 2011 die Wasserproduktion in den betroffenen Regionen mehr als verdoppelt. Die YWC konnte die Versorgung der rasant wachsenden Bevölkerung dadurch sicherstellen, allerdings zu erheblichen Mehrkosten. Der staatlich vorgegebene Wassertarif liegt unter den derzeitigen Produktionskosten und die Zahlungsmoral der Bürger hat sich im Arabischen Frühling verschlechtert. Die Verschuldung des Unternehmens ist insgesamt drastisch gestiegen. Zwischenzeitlich liegt die Betriebskostendeckung bei 52 Prozent und der Versorgungsbetrieb kann nur durch Subventionen der Regierung aufrechterhalten werden. Die Wasserversorgung der Bevölkerung, einschließlich der Flüchtlinge, im Norden Jordaniens ist dadurch gefährdet. Die betriebswirtschaftliche Leistungsfähigkeit der YWC ist zu gering.

Ziel

Die betriebswirtschaftliche Leistungsfähigkeit des staatlichen Wasserversorgers Yarmouk Water Company ist verbessert.

Vorgehensweise

In Zusammenarbeit mit Dorsch International Consulting unterstützt das Vorhaben das staatliche Wasserversorgungsunternehmen YWC bei der Einführung von leistungsbasierten Serviceverträgen im Abwassermanagement für den Anschluss von Haushalten an das Abwassernetz.

Die GIZ berät die YWC in den zentralen kaufmännischen und administrativen Unternehmensprozessen, beispielsweise Finanzwesen, IT, Kunden- und Forderungsmanagement, sowie zum energieeffizienten Betrieb der Kläranlage Wadi Shallalah.

Jordanien. Verbesserung von Betrieb und Wartung im jordanischen Abwassermanagement. © GIZ

Eng verbunden mit dem Rechnungswesen ist der Austausch defekter Wasserzähler und darauf aufbauend die flächendeckende Umsetzung verbrauchsabhängiger Rechnungsstellung. Das Vorhaben wird eine Strategie zum Ersetzen defekter Zähler entwickeln und mit Unterstützung der deutschen finanziellen Zusammenarbeit umsetzen Das Vorhaben wird den Austausch der Zähler begleiten und sicherstellen, dass sie in das IT-System der YWC integriert werden.