Biodiversitätsschutz in grenzüberschreitenden Feuchtgebieten des Nilbeckens

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Biodiversitätsschutz und Inwertsetzung von Ökosystemdienstleistungen in grenzüberschreitend relevanten Feuchtgebieten des Nil-Beckens
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Nilbeckenanrainer: Ägypten, Äthiopien, Burundi, Demokratische Republik Kongo, Eritrea, Kenia, Ruanda, Südsudan, Sudan, Tansania
Politischer Träger: Nile Basin Initiative (NBI)
Gesamtlaufzeit: 2015 bis 2020

Ausgangssituation

Der Nil und seine wichtigsten Zuflüsse durchströmen mehrere große, für die Biodiversität der Region bedeutende Feuchtgebietslandschaften. Die Feuchtgebiete stellen wichtige regionale und lokale Ökosystemdienstleistungen zur Verfügung, beispielsweise Lebensraum für zum Teil bedrohte Tierarten, Regulierung von Wasserstand und -qualität für Unterlieger sowie Lebensunterhalt für die lokale Bevölkerung. Management der Feuchtgebiete hat einerseits großen Einfluss auf den Wasserabfluss des Nils; andererseits sind ihre Ökosystemleistungen von einem Mindestwasserzufluss abhängig.

Die Anrainerstaaten des Nils haben mit der Nile Basin Initiative (NBI) einen gemeinsamen Rahmen für die koordinierte Bewirtschaftung der Wasserressourcen geschaffen. Im Vordergrund der Entwicklungsplanungen stehen die großen Infrastrukturvorhaben für Wasserkraft und Bewässerung. Kenntnissen und Erfahrungen, die Erfordernisse des Schutzes der Feuchtgebiete sowie eine verstärkte Nutzung von Ökosystemdienstleistungen in den Planungen zu verankern, fehlen bislang.

Ziel

Die technische und institutionelle Leistungsfähigkeit für die nachhaltige Bewirtschaftung grenzüberschreitend bedeutender Feuchtgebiete im Einzugsgebiet des Nils ist gestärkt.

Vorgehensweise

Die Konzeption des Projekts baut auf den von allen beteiligten Ländern verabschiedeten Strategien und Zielen der Nile Basin Initiative auf. Nilbeckenweit werden Maßnahmen zum Wissensaufbau und zur Integration grüner Infrastruktur in die Flussgebietsplanung umgesetzt. Ergänzend werden Pilotmaßnahmen in grenzüberschreitenden Flussgebieten zwischen jeweils zwei Ländern durchgeführt, vor allem in Tansania, Kenia, Uganda, DR Kongo und Südsudan.

Das Projekt verfolgt mehrere Ansätze:

  • Entwicklung von Know-how und Leistungsfähigkeit der planenden Akteure für den Schutz und die nachhaltige Nutzung von Ökosystemdienstleistungen
  • Verbesserung des verfügbaren Wissens über Funktionen, Nutzungen und ökonomische Werte der Ökosystemdienstleistungen von Feuchtgebieten und über die wasserwirtschaftlichen Voraussetzungen für ihren Erhalt
  • Erarbeiten von Managementplänen, um gewonnene Erkenntnisse in die Politiken und Strategien für die Flussgebietsbewirtschaftung zu integrieren
  • Pilotmaßnahmen, um den Nutzen von Ökosystemdienstleistungen zu demonstrieren, zum Beispiel für den Hochwasserschutz

Das Konzept und die Potenziale von Ökosystemdienstleistungen und grüner Infrastruktur werden mithilfe dieser Maßnahmen in der kooperativen Bewirtschaftungsplanung für den Nil und seine grenzüberschreitend bedeutenden Feuchtgebiete verankert.