Ausbildungsinitiative für Afrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ausbildungsinitiative für Afrika
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Afrika (überregional)
Politischer Träger: Afrikanische Union (AU), vertreten durch die AU-Kommission (AUK); Durchführung durch Planungs- und Koordinierungsagen-tur (NPCA) des wirtschaftlichen Entwicklungsprogramms der AU „Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD)
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Ausbildung von Elektrikern und Elektrikerinnen in Mosambik. Berufsausbildung am Institut Industrial de Maputo © GIZ / Ute Grabowsky; photothek.net

Ausgangssituation

Das wachsende Ausmaß der Jugendarbeitslosigkeit stellt eine fundamentale Herausforderung für ganz Afrika dar. 60 Prozent der Arbeitslosen sind jünger als 25 Jahre alt, unter ihnen sind besonders viele junge Frauen. Das Angebot vieler afrikanischer Länder für eine praxisnahe Berufsausbildung ist unzureichend. Dabei sind der Zugang zu qualitativ hochwertiger Berufsbildung und angemessene Beschäftigungschancen wesentliche Grundvoraussetzungen: zur Reduzierung von Armut, für politische Stabilität, nachhaltige Entwicklung und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Die Herausforderungen in der Berufsbildung sind in den Ländern oft ähnlich. Die Privatwirtschaft ist in die Ausgestaltung und Durchführung beruflicher Qualifizierungsmaßnahmen kaum eingebunden. Die Ausbildung bereitet dadurch die Jugendlichen nicht auf den betrieblichen Alltag vor; sie bringen nicht die Fertigkeiten mit, die die Unternehmen benötigen. Unzureichend ausgebildete Lehrkräfte, theorielastige und veraltete Curricula sind Hauptfaktoren für die geringe Qualität der Berufsbildung. Frauen, Arme und Bewohner ländlicher Gebiete haben häufig gar keinen Zugang zu beruflicher Qualifizierung.

Die Bedeutung beschäftigungsorientierter Berufsbildung wurde in vielen afrikanischen Ländern erkannt. Im Rahmen nationaler Initiativen werden innovative Ansätze zur Verbesserung der Berufsbildung durchgeführt. Die im nationalen Kontext erprobten Ansätze finden bisher jedoch kaum regionale Verbreitung, da geeignete Dialogformate und Fördermechanismen dafür fehlen.

Ziel

Die Ausbildungsinitiative für Afrika fördert die Verbreitung innovativer Ansätze beschäftigungsorientierter Berufsbildung in Afrika. Sie trägt dazu bei, dass sich die wirtschaftlichen und sozialen Perspektiven junger Menschen auf dem Kontinent verbessern und adressiert damit eine Ursache von Wirtschaftsmigration.

Vorgehensweise

Die Ausbildungsinitiative stärkt auf kontinentaler Ebene Institutionen der Afrikanischen Union und in einzelnen Pilotländern innovative praxisorientierte Berufsbildungsansätze, die in enger Kooperation mit dem Privatsektor durchgeführt werden.

Das Projektteam unterstützt die Planungs- und Koordinierungsagentur (NPCA) des wirtschaftlichen Entwicklungsprogramms der AU „Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung“ (NEPAD). Die NPCA realisiert Projekte der Afrikanischen Union. Die Partner identifizieren gute Modelle und Erfahrungen zu praxisorientierter Berufsbildung in ausgewählten Ländern Afrikas. Das Projektteam schult die Mitarbeitenden der NPCA und berät sie, erforderliche organisatorische Strukturen aufzubauen, um die identifizierten Ansätze in Mitgliedsländern der AU zu fördern und deren Umsetzung zu verfolgen. Um Berufsbildungsansätze mit regionalem Mehrwehrt auszuweiten, steht zudem ein durch die deutsche Finanzielle Zusammenarbeit unterstützter Fonds zur Verfügung. Gute Beispiele zu praxisorientierter Berufsbildung machen die Partner über einen kontinentalen Berufsbildungsdialog afrikaweit bekannt. Durch Konferenzen, Dialogveranstaltungen und andere Austauschformate tauschen alle Beteiligten ihre Lernerfahrungen aus. Die Partner vernetzen sämtliche Akteure untereinander. Das bei der AU-Kommission angesiedelte Dialogformat setzt zudem Impulse für die Weiterentwicklung der kontinentalen Berufsbildungsstrategie.