Cash for Work: Produktion und Vermarktung von Handwerk und Handarbeiten

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Cash for Work: Produktion und Vermarktung von Handwerk und Handarbeiten
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Türkei
Politischer Träger: Prime Minister's Office
Gesamtlaufzeit: April 2016 bis März 2019

Ausgangssituation

Von den 2,7 Millionen registrierten syrischen Flüchtlingen in der Türkei leben mehr als 2 Millionen außerhalb von Camps in aufnehmenden Gemeinden. Viele von ihnen sind in den Städten der südlichen und südöstlichen Provinzen der Türkei untergekommen. In einigen Kommunen hat sich die Bevölkerungszahl durch die aufgenommenen Flüchtlinge etwa um die Hälfte erhöht. Die wirtschaftlichen Lebensbedingungen der syrischen Flüchtlingen und der bedürftigen türkischen Bevölkerung in den Aufnahmegemeinden verschlechtern sich zunehmend. Beide Seiten konkurrieren um Jobs im Niedriglohnsektor.

Ziel

Die wirtschaftlichen Lebensbedingungen der syrischen Flüchtlinge und der bedürftigen türkischen Bevölkerung in den Aufnahmegemeinden sind temporär verbessert.

Vorgehensweise

In berufsvorbereitenden Maßnahmen werden mehr als 4.000 syrische Flüchtlinge und besonders bedürftige einheimische Bewohner für den türkischen Arbeitsmarkt im Handwerk und für Handarbeiten qualifiziert. Mindestens 360 syrische Flüchtlinge oder Kleinstunternehmen erhalten beim Start in die Selbstständigkeit eine Grundausstattung.

Die berufsvorbereitenden und -begleitenden Maßnahmen verbessern den Zugang zum Arbeitsmarkt von syrischen Flüchtlingen mit beruflichen Vorkenntnissen. Durch finanzielle Zuschüsse wird vermieden, dass Teilnehmende unter prekären Bedingungen im informellen Arbeitsmarkt tätig sein müssen. So werden Bleibeperspektiven für die syrischen Teilnehmenden und ihre Familien geschaffen. Knapp ein Drittel der Teilnehmenden in den Qualifizierungskursen sind Frauen. Vielfach gibt es eine Kinderbetreuung.

Wirkungen

Bislang haben mehr als 4.000 Männer und Frauen an den Trainings in den Provinzen Adana, Ankara, Gaziantep, Hatay, Istanbul und Sanliurfa teilgenommen. Die Fortbildungsmaßnahmen in Gaziantep qualifizieren für Elektrik und Kühltechnik oder als Aushilfe in Groß- und Gastronomieküchen. In Antakya wird traditionelles Handwerk geschult.
(Stand Dezember 2016)

160 Frauen werden in Istanbul an industriellen Nähmaschinen ausgebildet und verbessern so ihre Beschäftigungsperspektive. 200 syrische nicht erfasste Kleinstbetriebe werden in Gaziantep registriert. Dadurch wird einer möglichen Schließung durch türkische Behörden zuvorgekommen.