Schaffung von Perspektiven für nachhaltige Beschäftigung sowie Wirtschaftsentwicklung und -wachstum

Projektkurzbeschreibung

Projektbezeichnung: Nachhaltige Wirtschafts- und Regionalentwicklung, Beschäftigungsförderung und Berufliche Bildung – ProSEED
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), Europäische Union (EU)
Land: Albanien
Politischer Träger: Büro des Premierministers; Finanz- und Wirtschaftsministerium
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

© GIZ

Ausgangssituation

Albanien befindet sich im Transformationsprozess an der Schwelle zur Marktwirtschaft und kämpft mit hoher Arbeitslosigkeit und zunehmender Auswanderung. Die allgemeine Erwerbslosenquote liegt offiziell bei 13 Prozent, die Jugendarbeitslosigkeit beträgt etwa 23 Prozent.

Die in Albanien tätigen Unternehmen sind hauptsächlich Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen (KKMU), die nur einen geringen Beitrag zum Wirtschaftswachstum des Landes leisten. Gleichzeitig besteht auf dem Arbeitsmarkt ein Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage, und es fehlen ausländische Direktinvestitionen.

Ziel

Die Beschäftigungssituation für junge Albanerinnen und Albaner und die soziale Teilhabe von marginalisierten Gruppen, u. a. von Rückkehrern, sind verbessert. Das Berufsbildungssystem des Landes ist modernisiert und an die Anforderungen des Arbeitsmarktes angepasst. Die KKMU werden wettbewerbsfähiger, so dass neue und bessere Beschäftigungsmöglichkeiten entstehen.

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Vorgehensweise

Dem ProSEED-Programm liegt ein umfassender Ansatz zur Verbesserung der Beschäftigungssituation von abhängig Beschäftigten und Selbstständigen zugrunde. Darüber hinaus fördert das Programm die soziale Teilhabe und die Beschäftigungsfähigkeit von marginalisierten Jugendlichen. Die Hauptpartner, d. h. das Büro des Premierministers und das Finanz- und Wirtschaftsministerium, erhalten fachliche Unterstützung im Rahmen einer integrierten Beschäftigungsförderungsstrategie, die auf der Nachfrage- wie auch auf der Angebotsseite des Arbeitsmarktes ansetzt. Dabei sieht das Programm eine aktive Beteiligung von Rückkehrern vor, die eine Zeit lang im Ausland – insbesondere in Deutschland – gelebt haben.

ProSEED gliedert sich in die folgenden Komponenten:
Soziale Teilhabe: Das Ziel der Maßnahmen ist die Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und der gesellschaftlichen Einbindung von marginalisierten Jugendlichen und von Rückkehrern. Durch die von der GIZ geförderten zivilgesellschaftlichen Initiativen erfahren diese Gruppen eine größere soziale Akzeptanz und können sich neue berufliche Perspektiven erschließen.

Berufsbildung: Das Programm trägt dazu bei, dass die Qualität des Berufsbildungssystems steigt und es den Anforderungen des Arbeitsmarktes besser gerecht wird. Die Unterstützung erfolgt etwa durch Politikberatung sowie durch die Planung und Umsetzung von neuen, praxisbezogenen Berufsbildungsangeboten im Multifunktionszentrum in Kamza (MFC) sowie in 10 öffentlichen Berufsbildungszentren und ca. 30 privaten Einrichtungen im gesamten Land. Darüber hinaus werden Lehrerfortbildungen durchgeführt und Werkstätten durch die Anschaffung von neuen Kleingeräten modernisiert.

Unterstützung von KKMU: Junge Unternehmer können Gründungsseminare besuchen und finanzielle Unterstützung in Anspruch nehmen. Durch Beratung und weitere Dienstleistungen soll die Wettbewerbsfähigkeit von KKMU verbessert werden. So können neue Arbeitsplätze geschaffen werden, und die Unternehmen tragen damit direkt zu einer verbesserten Gesamtwirtschaft des Landes bei.

„EU for Innovation“: Diese Komponente fördert die Gründung von Startups und stärkt ein innovatives Geschäftsumfeld, in dem qualifizierte Fachkräfte sich zu erfolgreichen Unternehmern entwickeln können.

Politische Rahmenbedingungen: Im Zentrum steht hier der Kompetenzausbau in öffentlichen Einrichtungen, damit diese in der Lage sind, öffentliche und private Investitionsvorhaben, die eine positive Beschäftigungswirkung haben, wirksam zu unterstützen. Die Partnerinstitutionen werden in strategischer Hinsicht beraten und erhalten fachliche Hilfe für die anschließenden Vorbereitungs-, Verhandlungs- und Umsetzungsprozesse.

Wirkungen

  • Mehr als 2900 Arbeitssuchende nehmen an Kurzzeitschulungen teil und über 500 Schüler*innen haben im MFC in Kamza eine Berufsausbildung abgeschlossen.
  • Mehr als 5000 junge Menschen werden durch die Schulungen von Start SMART erreicht, in denen sie Fähigkeiten zur Arbeitssuche sowie Softskills erwerben.
  • Etwa 1400 marginalisierte Jugendliche haben an Projekten zur Stärkung des sozialen Zusammenhalts teilgenommen.
  • Im Bereich der Privatsektorförderung haben mehr als 1100 junge Unternehmer die für sie angebotenen Schulungen absolviert, 250 von ihnen haben einen vollständigen Businessplan erstellt und ca. 80 einen Gründungzuschuss erhalten.
  • Fast 1000 KKMU haben Business-Development-Leistungen in Anspruch genommen.
  • Und über 900 junge Menschen haben bereits einen Arbeitsplatz gefunden.

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