In Albanien erfolgreich. Neue Perspektiven für Beschäftigung, Entwicklung und Wachstum

Projektkurzbeschreibung

Projektbezeichnung: Nachhaltige wirtschaftliche und regionale Entwicklung, Beschäftigungsförderung und Berufsbildung in Albanien (ProSEED)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Albanien
Politischer Träger: Büro des Premierministers
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

© GIZ

Ausgangssituation

Albanien steht derzeit an der Schwelle von einer Transformationsökonomie zu einer Marktwirtschaft und hat mit hoher Arbeitslosigkeit und Auswanderung zu kämpfen. Nach Angaben der albanischen Statistikbehörde erreichte die Arbeitslosigkeit im Jahr 2015 insgesamt 17,5 Prozent. Unter den 15- bis 29-Jährigen ist die Erwerbslosigkeit mit mehr als 30 Prozent besonders hoch. Gleichzeitig leben beinahe 15 Prozent der Menschen unterhalb der Armutsschwelle.

Fast alle in Albanien tätigen Unternehmen sind Kleinst-, Klein- und mittlere Unternehmen (KKMU), die nur einen geringen Beitrag zu Wachstum und Beschäftigung leisten. Darüber hinaus fehlen ausländische Direktinvestitionen. In einem Land, in dem der Arbeitsmarkt und das Bildungssystem, insbesondere die Berufsbildung, keinerlei Berührungspunkte aufweisen, ist es für junge Menschen schwierig, eine geeignete Beschäftigung zu finden.

Ziel

Die Kapazitäten von Kleinst-, Klein- und mittleren Unternehmen in Albanien sind verbessert, die albanischen Institutionen sind eher in der Lage, Investitionsvorhaben voranzutreiben und das Berufsbildungssystem des Landes ist modernisiert und an die Anforderungen des Arbeitsmarkts angepasst. Dadurch steigen die Beschäftigungsmöglichkeiten für die albanischen Bürger/innen und junge Menschen, die in Albanien bleiben wollen, haben bessere Zukunftsaussichten.

© GIZ

Vorgehensweise

Durch die gleichzeitige Bearbeitung der Themen wirtschaftliche und regionale Entwicklung, Beschäftigungsförderung und Berufsbildung, die zuvor Gegenstand verschiedener GIZ-Vorhaben waren, besitzt das Programm eine tragfähige Grundlage und kann auf bereits bestehenden Arbeitsbeziehungen aufbauen. Das Programm leistet technische Unterstützung für seine Hauptpartner, nämlich das Büro des Premierministers, das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung, Tourismus, Handel und Unternehmertum sowie das Ministerium für Soziales und Jugend. Dabei greift das neue Programm auf bewährte Vorgehensweisen zurück und erweitert sein Tätigkeitsfeld. Das Ergebnis ist eine integrierte Beschäftigungsförderungsstrategie, die sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite des Arbeitsmarkts in den Blick nimmt. Durch die Schaffung besserer Zukunftsaussichten trägt das Programm dazu bei, junge Menschen in Albanien zu halten. Dabei werden Menschen, die eine Zeit lang im Ausland, insbesondere in Deutschland gelebt haben, aktiv einbezogen.

Das Programm ist in den folgenden Handlungsfeldern tätig:

  • Berufsbildung. Das Programm arbeitet in ausgewählten Sektoren und Regionen, um die Qualität und Marktorientierung berufsbildender Einrichtungen zu verbessern und so einen Beitrag zur nationalen Beschäftigungs- und Kompetenzstrategie 2014-2020 zu leisten. Als Modell dient dabei das Multifunktionszentrum in Kamza, das bereits früher von der GIZ gefördert wurde. Das Programm unterstützt nun auch die nationale Behörde für Berufsbildung und Qualifizierung beim Aufbau von fünf Berufsbildungszentren und arbeitet eng mit verschiedenen privaten Ausbildungseinrichtungen zusammen.
  • Unterstützung von Kleinst-, Klein- und Mittelunternehmen. Das Programm setzt auf die Stärkung der Kapazitäten von KKMU, denn von den Unternehmen sollen Impulse für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung ausgehen. Da es sich bei den allermeisten albanischen Unternehmen um KKMU handelt, wird eine Verbesserung ihrer operativen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit zu einer steigenden Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften führen. Gleichzeitig werden die Ausbildungseinrichtungen des Landes dazu ermutigt, neue Qualifizierungsmöglichkeiten zu entwickeln, mit denen interessierte Unternehmer ihre kaufmännischen Fähigkeiten verbessern können. Zu diesem Zweck arbeitet das Programm mit KKMU-Clustern und Wirtschaftsverbänden zusammen.
  • Soziale Teilhabe von Jugendlichen und Minderheiten. Zur Verbesserung der Beschäftigungsfähigkeit und Einbindung in die Gesellschaft von marginalisierten Jugendlichen unterstützt das Programm ausgewählte zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich auf diese Zielgruppe konzentrieren. Die Initiativen erhalten eine finanzielle Förderung sowie verwaltungstechnische Unterstützung. Dadurch haben junge Menschen die Chance, sich aktiv in die Entwicklung gemeinsamer Lösungen für soziale und wirtschaftliche Probleme einzubringen. Dabei profitieren sie von einer größeren sozialen Akzeptanz und erschließen sich neue berufliche Perspektiven.
  • Regionale Entwicklung, Wirtschaftswachstum und Beschäftigung. In diesem Handlungsfeld strebt das Programm eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Projekte und Strategien der jeweils relevanten Ministerien an. Zu diesem Zweck werden die für die Umsetzung von Vorhaben benötigten Kompetenzen der öffentlichen Institutionen gestärkt, damit sie künftig in der Lage sind, sowohl öffentliche als auch private Investitionsvorhaben mit Beschäftigungswirkung zu unterstützen. Nachdem die albanischen Partner ihre Finanzierungsentscheidungen getroffen haben, unterstützt das Programm die betreffenden Institutionen durch die Bereitstellung von Fachkräften. Diese begleiten die Institutionen in der Vorbereitungs-, Verhandlungs-, und Umsetzungsphase des jeweiligen Vorhabens.