Perspektiven für Beschäftigung, Entwicklung und Wachstum in Albanien entwickeln

Projektkurzbeschreibung

Projektbezeichnung: Nachhaltige wirtschaftliche und regionale Entwicklung, Beschäftigungsförderung und Berufsbildung in Albanien (ProSEED)
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Albanien
Politischer Träger: Büro des Premierministers und das Finanz- und Wirtschaftsministerium
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2020

© GIZ

Ausgangssituation

Albanien steht derzeit an der Schwelle von einer Transformationsökonomie zu einer Marktwirtschaft und kämpft mit hoher Arbeitslosigkeit und Auswanderung zu. Nach Angaben der albanischen Statistikbehörde erreichte die Erwerbslosigkeit im Jahr 2017 insgesamt 14,3 Prozent. Unter den 15- bis 29-Jährigen ist die Arbeitslosigkeit mit mehr als 26 Prozent besonders hoch. Gleichzeitig leben beinahe 15 Prozent der Menschen unterhalb der Armutsgrenze.

Fast alle in Albanien tätigen Unternehmen sind Kleinst-, Klein- und mittlere Unternehmen (KKMU), die nur einen geringen Beitrag zu Wachstum und Beschäftigung leisten. Darüber hinaus fehlen ausländische Direktinvestitionen. In einem Land, in dem der Arbeitsmarkt und das Bildungssystem, insbesondere die Berufsbildung, kaum Berührungspunkte aufweisen, ist es für junge Menschen schwierig, eine geeignete Beschäftigung zu finden.

Ziel

Die Kapazitäten von KKMU in Albanien sind verbessert. Die albanischen Institutionen sind in der Lage, Investitionsvorhaben voranzutreiben. Das Berufsbildungssystem des Landes ist modernisiert und an die Anforderungen des Arbeitsmarkts angepasst. Dadurch steigen die Beschäftigungsmöglichkeiten für die albanischen Bürger. Junge Menschen, die in Albanien bleiben wollen, haben bessere Zukunftsaussichten.

 

 

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Vorgehensweise

Durch die gleichzeitige Bearbeitung von Themen wie wirtschaftliche und regionale Entwicklung, Beschäftigungsförderung und Berufsbildung, die zuvor im Fokus verschiedener Vorhaben der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH standen, besitzt ProSEED eine tragfähige Grundlage und kann auf bereits bestehenden Arbeitsbeziehungen aufbauen. Das Programm leistet technische Unterstützung für seine Hauptpartner, dazu zählen das Büro des Premierministers und das Finanz- und Wirtschaftsministerium. Dabei greift das neue Programm auf bewährte Vorgehensweisen zurück und erweitert sein Tätigkeitsfeld. Das Ergebnis ist eine integrierte Beschäftigungsförderungsstrategie, die sowohl die Angebots- als auch die Nachfrageseite des Arbeitsmarkts in den Blick nimmt. Dadurch trägt das Programm dazu bei, jungen Menschen in Albanien eine Perspektive aufzuzeigen. Dabei werden Menschen, die eine Zeit lang im Ausland, insbesondere in Deutschland gelebt haben, aktiv einbezogen.

Wirkung

Berufsbildung: Das Programm arbeitet in ausgewählten Sektoren und Regionen, um die Qualität und Marktorientierung berufsbildender Einrichtungen zu verbessern und so einen Beitrag zur nationalen Beschäftigungs- und Kompetenzstrategie zu leisten. Als Modell dient dabei das Multifunktionszentrum in Kamza, das bereits früher von der GIZ gefördert wurde. Das Programm unterstützt nun auch die nationale Behörde für Berufsbildung und Qualifizierung beim Aufbau von fünf Berufsbildungszentren und arbeitet eng mit verschiedenen privaten Ausbildungseinrichtungen zusammen.

Unterstützung von KKMU: Das Programm setzt auf die Stärkung der Kapazitäten von KKMU, denn von den Unternehmen sollen Impulse für Wirtschaftswachstum und Beschäftigung ausgehen. Da es sich bei den meisten albanischen Unternehmen um KKMU handelt, führt eine Verbesserung ihrer operativen Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit zu einer steigenden Nachfrage nach qualifizierten Arbeitskräften. Gleichzeitig werden die Ausbildungseinrichtungen des Landes dazu ermutigt, neue Qualifizierungsmöglichkeiten zu entwickeln, mit denen interessierte Unternehmer ihre kaufmännischen Fähigkeiten optimieren können. Zu diesem Zweck arbeitet das Programm mit KKMU-Clustern und Wirtschaftsverbänden zusammen.

Soziale Teilhabe von Jugendlichen und Minderheiten: Damit die Beschäftigungsfähigkeit und Einbindung in die Gesellschaft von marginalisierten Jugendlichen (Frauen, Minderheiten und Menschen mit Behinderungen) verbessert wird, unterstützt das Programm ausgewählte zivilgesellschaftliche Initiativen, die sich auf diese Zielgruppe konzentrieren. Die Initiativen erhalten eine finanzielle Förderung sowie verwaltungstechnische Unterstützung. Die unterschiedlichen Projekte bieten zum einen Berufsvorbereitungskurse und Soft-Skill-Trainings an, und zum anderen sportliche Aktivitiäten, die den Zusammenhalt in der Gemeinschaft fördern, sowie Feriencamps und regelmäßige Treffen für den gemeinsamen Austausch. Dadurch können junge Menschen Lösungen für soziale und wirtschaftliche Probleme entwickeln. Sie profitieren von einer größeren sozialen Akzeptanz und erschließen sich neue berufliche Perspektiven.

Regionale Entwicklung, Wirtschaftswachstum und Beschäftigung: In diesem Handlungsfeld strebt das Programm eine Verbesserung der Rahmenbedingungen für die Projekte und Strategien der jeweils relevanten Ministerien an. Dafür werden die für die Umsetzung von Vorhaben benötigten Kompetenzen der öffentlichen Institutionen gestärkt. So sind diese künftig in der Lage, sowohl öffentliche als auch private Investitionsvorhaben mit Beschäftigungswirkung zu unterstützen. Nachdem die albanischen Partner ihre Finanzierungsentscheidungen getroffen haben, unterstützt das Programm die betreffenden Institutionen mit  Fachkräften. Diese begleiten die Institutionen in der Vorbereitungs-, Verhandlungs-, und Umsetzungsphase des jeweiligen Vorhabens.