Ernährungssicherung im Rakhine State

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Ernährungssicherung im Rakhine State
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Myanmar
Politischer Träger: Ministry of Health and Sports
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Ausgangssituation

Myanmar ist eines der flächenmäßig größten und gleichzeitig ärmsten Länder Südostasiens. Ein Großteil der Bevölkerung lebt von der Subsistenzlandwirtschaft und ist mit Schwankungen in der Nahrungsversorgung aufgrund saisonaler und struktureller Bedingungen konfrontiert. Jeder sechste Haushalt ist von Ernährungsunsicherheit betroffen: sowohl hinsichtlich der Quantität als auch der Qualität der Nahrung. Nach Angaben der Weltbank ist die Kindersterblichkeit mit 50 von 1.000 Lebendgeburten mehr als dreimal so hoch wie im benachbarten Thailand. Durchfallerkrankungen stehen an zweiter Stelle der Ursachen für die Sterblichkeit von Kindern in den ersten fünf Lebensjahren, häufig bedingt durch unzureichende Trinkwasserversorgung und mangelnde Verfügbarkeit sanitärer Einrichtungen in den ländlichen Regionen Myanmars. Der Rakhine State im Westen des Landes, an der Grenze zu Bangladesch, gehört zu den am wenigsten entwickelten Regionen mit hohen Armutsraten. Rund die Hälfte der Kinder unter 5 Jahren ist chronisch unterernährt, was irreversible körperliche und geistige Schäden zur Folge hat.

Ziel

Die Ernährungssituation der Menschen in ausgewählten Gemeinden im Rakhine State, insbesondere von Frauen (15-49 Jahre) und Kleinkindern (6-23 Monate), hat sich verbessert.

Vorgehensweise

Mangelernährung hat vielfältige Ursachen und zur Bekämpfung müssen verschiedene Sektoren einbezogen werden. Das Vorhaben arbeitet in den maßgeblichen Bereichen Ernährung, ernährungsbezogene Gesundheitsdienstleistungen, Landwirtschaft sowie Wasser, Sanitärversorgung und Hygieneaufklärung (WASH).

Hauptaktivitäten sind:

  • Verbesserung des Beratungsangebots zu Ernährung und ernährungsrelevanten Basisgesundheitsdienstleistungen
  • Diversifizierung des Anbaus von Nahrungspflanzen
  • Verbesserung des Zugangs zu Wasser und Latrinen sowie der Kenntnisse über den Umgang mit Trinkwasser und über Hygienepraktiken

Das Vorhaben unterstützt die politische Priorität der Regierung, die Ernährungssituation der myanmarischen Gesellschaft zu verbessern. Es trägt somit direkt zur Umsetzung von Ziel 2 der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung bei: Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern. Das Vorhaben will vor allem Frauen im reproduktiven Alter zwischen 15 und 49 Jahren sowie Mütter und Kleinkinder erreichen. In den ausgewählten Gebieten ist es für alle ethnischen Gruppen aktiv.

Partner des Vorhabens sind, neben der regionalen Behörde des Gesundheitsministeriums, die Landwirtschaftsbehörde und deren Bezirks- und Gemeindestrukturen. Das Vorhaben kooperiert bei der Umsetzung mit internationalen und lokalen Nichtregierungsorganisationen.
Lokale Organisationen sind ebenfalls wichtige Kooperationspartner. Mit ihrer Unterstützung kann die Bevölkerung in den Gemeinden erreicht werden und erlernte Praktiken bei Ernährung, Nahrungspflanzenanbau und Hygiene können nachhaltig verankert werden. Management- und Fachkompetenzen der Partner werden durch Trainings, Fortbildungen und Organisationsentwicklung gestärkt.
Im Projekt werden kurzfristige Hilfeleistungen, vor allem zur Nährstoffversorgung von Kleinkindern, mit mittel- bis langfristigen Maßnahmen, wie Trainings zur Verhaltensänderung und Einrichtung von Gesundheits- und Sanitäranlagen, kombiniert. Ziel ist eine langfristige, nachhaltige Entwicklung entsprechend der Strategie der Übergangshilfe des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).