Sport für Entwicklung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Austausch, Bildung und Konfliktbearbeitung durch Sport für Entwicklung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Länder: Jordanien, Irak
Politischer Träger: Jordanien: Ministry of Education; Irak: Ministry of Planning of the Kurdish Regional Government
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2021

Sport für Entwicklung: Jordanien und Nordirak. Fußballtraining im Zaatari-Flüchtlingscamp. © GIZ

Ausgangssituation

Durch den Krieg in Syrien und die Ausbreitung der Terrororganisation Islamischer Staat wurden seit 2011 mehrere Millionen Menschen aus ihrer Heimat vertrieben. In Jordanien wurden zum ersten Halbjahr 2016 offiziell 655.000 syrische Flüchtlinge registriert – die Dunkelziffer ist schätzungsweise doppelt so hoch. In den Irak sind 2016 etwa eine Viertelmillon Menschen geflohen. Dazu kommen 46.000 irakische Staatsbürger, die aus Syrien in ihre alte Heimat zurückkehren mussten. Zusätzlich sind mehr als drei Millionen Binnenvertriebene im Irak auf der Flucht.

In Jordanien und im Irak lebt die Mehrzahl der geflüchteten Menschen in Aufnahmegemeinden außerhalb der Flüchtlingslager. In manchen Städten, beispielsweise im nordirakischen Dohuk, hat sich die Einwohnerzahl seit 2011 daher verdoppelt. Dies bedeutet große Herausforderungen. Alle Bevölkerungsgruppen müssen Zugang zu medizinischer und allgemeiner Grundversorgung erhalten. Zum Abbau von Spannungen muss das Angebot an psychosozialer Unterstützung, Bildung und Freizeitaktivitäten ausgebaut werden. Traumatisierte Menschen, vor allem Kinder und Jugendliche, benötigen professionelle Beratung und Unterstützung. Vielfach haben lokale Behörden und Schulen die Grenzen ihrer Leitungsfähigkeit erreicht. So arbeiten viele Lehrer in doppelten Schichten und unterrichten jordanische und syrische Kinder vormittags und nachmittags.

Ziel

In irakischen und jordanischen Flüchtlingscamps und Aufnahmegemeinden treiben Binnenvertriebene, Flüchtlinge und Einheimische im Alter zwischen 8 und 24 Jahren in einer sicheren Umgebung gemeinsam Sport. Neben den sportlichen Fähigkeiten werden Respekt, Toleranz, Disziplin, Empathie, Fair Play und Selbstvertrauen gefördert.

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Vorgehensweise

Im Auftrag des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt die GIZ lokale Organisationen bei der Einführung von Sportangeboten in irakischen und jordanischen Flüchtlingscamps und Aufnahmegemeinden.

Das Projekt fördert mit fundierten pädagogischen Methoden die körperliche und mentale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Es wendet sich auch an benachteiligte und gehandicapte junge Menschen. Mädchen und junge Frauen sollen ebenfalls am Sportangebot teilhaben. Das Projekt arbeitet nach dem Do-No-Harm-Konzept, das heißt, alle Maßnahmen werden konfliktsensibel geplant und gestaltet. Einheimische Trainer, Sportlehrer und Sozialarbeiter werden geschult, um die vielfältigen Entwicklungspotenziale des Sports zu erkennen und sportliche Aktivitäten künftig zur gezielten Förderung von Werten und sozialen Kompetenzen einzusetzen.

Freier Zugang zu Sportaktivitäten ist in der Region nicht selbstverständlich. Die Teilnahme trägt auch zu einem selbstbestimmteren Leben bei. Teamsport eröffnet neue Wege: Soziale Treffpunkte entstehen und junge Menschen unterschiedlicher Herkunft lernen sich kennen – Konfliktprävention und Hoffnung für eine friedliche Zukunft.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) GmbH arbeitet eng mit der Jordan Football Association (JFA), dem Jordan Olympic Committee (JOC), dem Asian Football Development Project (AFDP), Generations for Peace, PACES, Madrasati, Right to Play, der Universität von Jordanien und der Universität in Mafraq zusammen, um ein Trainingskonzept zur Unterstützung der körperlichen und geistigen Entwicklung von syrischen Flüchtlingen und jordanischen Jugendlichen zu entwickeln und umzusetzen. Das Projekt stützt sich auf Erfahrungen aus Projekten in Südafrika, Kolumbien und Brasilien.

Wirkungen

Eine sehr große Zahl an Flüchtlingen lebt in aufnehmenden Gemeinden in den jordanischen Provinzen Amman, Irbid, Mafraq und Zarqa. Mit Unterstützung der GIZ erhalten diese Menschen an mehr als 150 Schulen und in über 100 Gemeindezentren Zugang zu gendersensiblen Sportaktivitäten. Das Projekt „Sport für Entwicklung“ erreicht mehr als 60.000 Kinder und Jugendliche. Auch in den nordirakischen Bezirken Dohuk, Saxo, Sumel und Erbil können Kinder und Jugendliche in 6 Flüchtlingslagern und 10 Jugendzentren Sportangebote nutzen. 500 Lehrer und Trainer werden im Rahmen des Projekts in verschiedenen Sportarten sowie in geeigneten Trainingsmethoden geschult. Auf diese Weise soll erreicht werden, dass die psychosoziale Betreuung von Kindern und Jugendlichen, Gewaltprävention und Konflikttransformation durch „Sport für Entwicklung“ nachhaltig gefördert werden. Die Hälfte der Teilnehmenden sind Frauen.

Sport für Entwicklung: Jordanien und Nordirak. Die Trainerin Maryana bei einem Fußballtraining. © GIZ

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