Biodiversitätserhalt und nachhaltige Waldbewirtschaftung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Biodiversitätserhalt und nachhaltige Waldbewirtschaftung
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Demokratische Republik Kongo
Politischer Träger: Ministère de l'Environnement et Développement Durable
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

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Ausgangssituation

Mit rund 145 Millionen Hektar beherbergt die Demokratische Republik Kongo etwa 10 Prozent der globalen tropischen Waldfläche. Die Wälder sind Teil des Kongobecken-Regenwalds, des zweitgrößten zusammenhängenden Regenwaldgebiets der Welt. Sie weisen eine einzigartige Vielfalt an Flora und Fauna auf, darunter auch gefährdete Tierarten wie Elefanten, Okapis, Gorillas und Bonobos. Gleichzeitig tragen die Wälder entscheidend zur Stabilisierung des Weltklimas bei und sind die Lebensgrundlage für einen großen Teil der rund 80 Millionen Einwohner des Landes.

Die Waldressourcen sind durch fortschreitende Zerstörung und Degradierung bedroht, auch innerhalb geschützter Flächen wie den Schutzgebieten Kahuzi-Biega und Lomami im Ostkongo. Gründe sind hohes Bevölkerungswachstum, Armut und fehlende Einkommensalternativen. Die Hälfte der Bevölkerung lebt unterhalb der Armutsschwelle. Verursacht wird die Entwaldung vor allem durch die Gewinnung von Brennholz und Ackerland, insbesondere im Umfeld stetig wachsender Städte. Wilderei und illegaler Holzeinschlag sowie der Abbau von Rohstoffen bedrohen den Wald und seine Artenvielfalt zusätzlich.

Die zuständigen nationalen Behörden sind bislang nicht in der Lage, illegale Aktivitäten in Schutzgebieten zu kontrollieren und ihren Schutz sicherzustellen. Waldressourcen werden bislang kaum nachhaltig genutzt. Die Anrainerbevölkerung von Nationalparks und kleinbäuerliche Waldbesitzer haben oft keine legalen, nachhaltigen Einkommensmöglichkeiten.

Ziel

Verbesserungen im nachhaltigen Management natürlicher Ressourcen und beim Erhalt der Biodiversität in und im Umfeld von Schutzgebieten bieten der Anrainerbevölkerung und privaten kleinbäuerlichen Waldbesitzern vermehrten Nutzen.

Vorgehensweise

Das Vorhaben stärkt Kompetenzen und Leistungsfähigkeit der Anrainerbevölkerung und privater kleinbäuerlicher Waldbesitzer sowie von Fach- und Führungskräften der zuständigen Ministerien, Dienstleistern und dezentralen staatlichen Strukturen. Es legt damit die Grundlage für den Erhalt der Biodiversität und ein legales, nachhaltiges Management natürlicher Ressourcen. Die Beteiligung der Bevölkerung an einem ökologisch und wirtschaftlich nachhaltigen Ressourcenmanagement und die Entwicklung einer dialogfähigen, fachlich kompetenten und nachhaltig finanzierten Naturschutz- und Schutzgebietsverwaltung erhöhen die Akzeptanz von Schutzgebieten und verringern den Nutzungsdruck, der auf ihnen lastet. Gleichzeitig verbessern sich dadurch auch die Lebensgrundlagen der lokalen Bevölkerung.

Das Vorhaben baut auf Ergebnissen des Vorgängervorhabens auf. Dazu gehören vor allem die 2012 verabschiedete Nationale Strategie zum Erhalt der Biodiversität, das 2013 verabschiedete Nationale Programm für Umwelt, Wald, Wasser und Biodiversität sowie erste Wiederaufforstungsmaßnahmen in der Provinz Süd-Kivu. Es arbeitet in drei Handlungsfeldern:

  1. Verbesserung der Rahmenbedingungen für nachhaltiges Ressourcenmanagement
    Der politische, rechtliche, finanzielle und institutionelle Rahmen im Wald- und Naturschutzsektor sowie die erforderlichen Fachkompetenzen zum Schutz globaler Güter werden verbessert. Das Vorhaben berät das kongolesische Umweltministerium unter anderem bei der Überarbeitung des gesetzlichen Regelwerks für Waldbewirtschaftung und Schutzgebietsmanagement. Zudem wird die Verankerung universitärer Ausbildungsgänge zur Qualifizierung von Nachwuchsfachkräften unterstützt. Das Vorhaben wird außerdem den Aufbau eines nationalen Naturschutzfonds zur nachhaltigen Finanzierung von Schutzgebieten begleiten.

  2. Einführung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung
    Aufforstungsmaßnahmen werden gefördert und Mechanismen zur örtlichen Nutzung der Waldressourcen und einer gerechten Verteilung von Einkünften aus nachhaltiger Waldwirtschaft eingeführt. Eine Arbeitsgemeinschaft der Consultingfirmen Deutsche Forstservice GmbH (DFS) und GFA Consulting Group GmbH wurde mit der Durchführung beauftragt.

  3. Verbessertes Randzonenmanagement
    Die nachhaltige Bewirtschaftung der Randzonen der Schutzgebiete wird auf der Basis lokaler Entwicklungs- und Landnutzungsplanung verbessert.

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