Soziale Sicherung

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung bei sozialer Sicherung, einschließlich Absicherung im Krankheitsfall
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Pakistan
Politischer Träger: Economic Affairs Division (EAD), Ministry of Finance, Revenue, Economics Affairs, Statistics and Privatization
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2020

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Ausgangssituation

Die Mehrheit der Menschen in Pakistan muss ihr Leben nach wie vor ohne jeglichen Schutz vor Lebensrisiken wie Krankheit, Erwerbslosigkeit, Altersarmut oder Verlust von Eigentum bestreiten. Vor allem Beschäftigte im informellen Sektor unterliegen bei unvorhersehbaren Ausgaben und Einkommensausfällen aufgrund der fehlenden Absicherung einem erhöhten Risiko, in Armut zu geraten. Mehr als 70 Prozent der Bevölkerung sind im informellen Sektor beschäftigt und weniger als 15 Prozent sind in das soziale Sicherungssystem eingebunden.

Ziel

Informell Beschäftigte und ihre Familien, vor allem von Armut betroffene oder bedrohte, profitieren vom verbesserten Zugang zu sozialen Sicherungsprogrammen, einschließlich Absicherung im Krankheitsfall.

Pakistan. Schlange stehen vor einer Bank für die Auszahlung eines Grundsicherungstransfers.© GIZ

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die nationale Regierung in Islamabad sowie die Regierungen der Provinzen Khyber Pakhtunkhwa und Punjab sowie der Region Gilgit-Baltistan bei der Umsetzung von sozialen Krankenversicherungsmodellen und der Koordinierung bestehender Programme der Grundsicherung sowie beim Aufbau eines sicheren, effizienten Bluttransfusionswesens. Es arbeitet in drei Handlungsfeldern:

  1. Erhöhung der Funktionalität bestehender Programme zur sozialen Absicherung im Krankheitsfall.
    Die technische, administrative und institutionelle Professionalität der an der Einführung der Krankenversicherungsmodelle in den Provinzen sowie auf nationaler Ebene beteiligten Akteure wird gestärkt. Unter anderem werden Trainings zu Krankenversicherungsgestaltung und -management angeboten. In Khyber Pakhtunkhwa besteht eine enge Kooperation mit dem von der KfW Entwicklungsbank geförderten sozialen Krankenversicherungsmodell.
  2. Stärkung der Leistungsfähigkeit der Provinz- und Distriktverwaltungen bei der Gestaltung, Koordination und Kommunikation von Programmen der sozialen Sicherung.
    Die Provinz- und Distriktverwaltungen werden dabei beraten, bedarfsgerechte Strategien und Programme zur sozialen Absicherung, insbesondere der Grundsicherung, zu entwickeln. In ausgewählten Distrikten unterstützt das Vorhaben die Einrichtung von Koordinationsgremien und den Aufbau von Bürgerzentren, sogenannten Single Window Service Centres.
  3. Verbesserung der Kompetenzen der Provinzregierungen bei der Umsetzung von Programmen für die Versorgung mit sicherem Blut.
    Trainings für das Fachpersonal von Blutbanken, Blutzentren und Regulierungsbehörden werden durchgeführt und deren Verankerung in nationalen Trainingsinstituten wird sichergestellt. Die Entwicklung einer Toolbox mit Grundlageninstrumenten zur Umsetzung des National and Strategic Framework for Blood Transfusion Services wird unterstützt; die Partner werden bei der Einführung rechtlicher Grundlagen und Durchführungsbestimmungen beraten.

Wirkungen

Aufbauend auf den Erfolgen des Vorgängervorhabens zur Stärkung des Gesundheitswesens konnte das Vorhaben Wirkungen bei der sozialen Absicherung im Krankheitsfall und der sozialen Sicherung im Allgemeinen erzielen.

In den Provinzen Punjab und Khyber Pakhtunkhwa sowie in der Region Gilgit-Baltistan haben rund eine Millionen arme Familien durch eine Krankenversicherungskarte Zugang zu Krankenhausbehandlungen erhalten. Gemeinsam mit dem Prime Minister National Health Programme, der Punjab Health Initiative Management Company und der Social Health Protection Initiative Khyber Pakhtunkhwa wurden unter anderem Geschäftsprozesse, Versichertenregistrierung, Krankenhausstandardverträge und Compliance-Management erarbeitet und umgesetzt.

Gemeinsam mit der Internationalen Arbeitsorganisation wurde ein Arbeitsplan zur Umsetzung der Social Protection Strategy in Khyber Pakhtunkhwa erarbeitet. In zwei Distrikten der Provinz Khyber Pakhtunkhwa wurden Koordinierungsgremien zur sozialen Sicherung eingerichtet. Die Einführung integrierter Sozialberatungs- und Servicestellen wird in drei Distrikten in Khyber Pakhtunkhwa und Punjab erprobt.