Gesundheit im Fokus

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Binnenvertriebenen, Flüchtlingen und der lokalen Bevölkerung in der Provinz Dohuk im Nord-Irak
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Irak
Politischer Träger: Ministerium für Planung der autonomen kurdischen Regierung
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

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Ausgangssituation

Seit dem Ausbruch der Syrienkrise und dem Vormarsch des sogenannten „Islamischen Staates“ haben rund eine Million Binnenvertriebene und 250.000 Syrer in der autonomen Region Kurdistan des Nordiraks Zuflucht gesucht. Die große Zahl an aufgenommenen Binnenvertriebenen und Flüchtlingen führte zu einer enormen Überlastung des Gesundheitssystems. Zudem sind viele Menschen durch ihre Fluchterfahrungen traumatisiert. Die kurdischen Behörden schaffen es nicht aus eigener Kraft, die medizinische und psychosoziale Versorgung der Betroffenen sicherzustellen.

Ziel

Binnenvertriebenen, Flüchtlingen und die Bevölkerung in den Aufnahmegemeinden in der Provinz Dohuk haben eine verbesserte medizinische und psychosoziale Versorgung.

Vorgehensweise

Gemeinsam mit den lokalen Behörden arbeitet das Projektteam daran, die Gesundheitsversorgung für Binnenvertriebene, Flüchtlinge und Bewohner in den aufnehmenden Gemeinden zu verbessern.

Im Vorgängerprojekt wurden im Jahr 2015 bereits sechs Basisgesundheitszentren in verschiedenen Camps errichtet und ausgestattet sowie zwei Krankenhäuser umfangreich renoviert. Jetztwird das Leistungsangebot durch bauliche Maßnahmen sowie die Bereitstellung von medizinischer Ausstattung weiter ausgebaut. Vier der Basisgesundheitszentren in den Camps werden von Nichtregierungsorganisationen betrieben, die eng mit der Gesundheitsbehörde zusammenarbeiten. Zahlreiche Mitarbeiter der Betreiber und des medizinischen Personals rekrutieren sich aus Binnenvertriebenen und Flüchtlingen in den Camps. Die Gesundheitszentren bieten sowohl den Bewohnern in den Camps als auch in den umliegenden Gemeinden unentgeltlich eine medizinische Grundversorgung.

Um für Notfälle besser vorbereitet zu sein, wird die Notfallversorgung des Azadi Lehrkrankenhauses in Dohuk ausgebaut. Durch die bauliche Erweiterung werden zusätzliche Versorgungskapazitäten geschaffen. Mit der Bereitstellung von medizinischen Geräten werden künftig Notfallpatienten besser versorgt. Der Schwerpunkt liegt bei der Behandlung von schweren Unfällen, Herzinfarkten und Schlaganfällen.

Anhand von Bedarfsanalysen werden Inhalte für Weiterbildungsmaßnahmen für das medizinische Personal definiert und entsprechende Schulungen angeboten. Zusätzliche Schwerpunkte sind Fortbildungen im Management von Krankenhäusern sowie die Ausbildung von Fachkräften im psychosozialen Bereich.

Dr. Amira Haussain mißt ihrer Parientin den Blutdruck im Kabarto Camp. Fotos: Fabian Schwan-Brandt

Wirkungen

Drei Basisgesundheitseinrichtungen in verschiedenen Camps werden derzeit finanziell unterstützt, indem die beiden Partnerorganisationen MEDAIR und International Medical Corps (IMC) mit der Leitung beauftragt sind. Damit ist die Grundversorgung von circa 50.000 Binnenvertriebenen temporär gesichert. Seit Januar 2017 wurde die kurdische Nichtregierungsorganisation Heevie mit dem Betrieb einer weiteren Basisgesundheitsstation beauftragt. Dadurch werden weitere 10.000 Binnenvertriebene und Flüchtlinge vorübergehend medizinisch grundversorgt. Im Kabarto Camp wurde eine Geburtsstation errichtet und im Sommer 2016 in Betrieb genommen.

22 Fachkräfte aus verschiedenen Ebenen der Gesundheitsbehörde sowie Mitarbeiter der Krankenhausverwaltung wurden im Gesundheitsmanagement über einen Zeitraum von vier Monaten fortgebildet. Weitere sechs Fachkräfte sind im Gesundheitsinformationssystem geschult.