Wasser und Abwasser im Griff

Programmkurzbeschreibung

Bezeichnung: Stabilisierung der Trinkwasser- und Sanitärversorgung für Flüchtlinge, Binnenvertriebene und aufnehmende Gemeinden im Gouvernorat Dohuk, Nord-Irak
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Irak
Politischer Träger: Ministerium für Planung der autonomen kurdischen Regierung
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2019

Foto: GIZ/Fabian Schwan-Brandt

Ausgangssituation

In der Provinz Dohuk in der autonomen Region Kurdistan leben rund 1,3 Millionen Menschen. Seit dem Ausbruch der Syrienkrise und dem Vormarsch des sogenannten „Islamischen Staates“ im Jahr 2014 haben mehr als eine Millionen Binnenflüchtlinge und rund 250.000 syrische Flüchtlinge in der autonomen Region Kurdistan Zuflucht gesucht, knapp die Hälfte von Ihnen in der Provinz Dohuk. Durch den Zuzug der vielen Menschen hat sich die Trinkwasser- und Sanitärversorgung dramatisch verschlechtert.

Die Behörden der Provinz Dohuk schaffen es nicht aus eigener Kraft, die erforderliche Infrastruktur aufzubauen. Zudem fehlt der Regierung aufgrund der anhaltenden Wirtschaftskrise das Geld, um Ersatzteile oder Chemikalien zur Wasserbehandlung zu kaufen.

Ziel

In der Provinz Dohuk ist die Trinkwasserversorgung stabilisiert und Flüchtlinge, Binnenvertriebene und die Bevölkerung in den aufnehmenden Gemeinden haben Zugang zu sauberem Trinkwasser.

Vorgehensweise

Um kurzfristig die Trinkwasser- und Sanitärversorgung für Flüchtlinge und Binnenvertriebene in den Camps sowie in den aufnehmenden Gemeinden zu verbessern, werden vom Projektteam gemeinsam mit der Wasserbehörde besonders dringliche Maßnahmen definiert. Diese umfassen die Rehabilitierung und den Bau von Brunnen, die Reparatur von Wasserpumpen, die Errichtung und Rehabilitierung von Wasserhochtanks sowie die Bereitstellung von Ersatzteilen und Chemikalien zur Verbesserung der Wasserqualität. Die prioritären Maßnahmen werden in Kooperation mit den Partnern Danish Refugee Council (DRC) und World Vision International (WVI) durchgeführt.

Um die Trinkwasserversorgung mittel- und langfristig zu sichern, wird ein Trinkwasserversorgungssystem im Subdistrikt Faida neu errichtet. Auf Grundlage einer Machbarkeitsstudie entscheidet das Team gemeinsam mit den kurdischen Partnern, wie die beste Lösung aussieht. Ist die neue Anlage in Betrieb, werden damit rund 200.000 Personen mit sauberem Trinkwasser versorgt.

Bei den Bauarbeiten werden besonders bedürftige Flüchtlinge und Binnenvertriebene beschäftig. Sie erhalten durch diese „Cash for Work“-Maßnahmen temporäre Einkommen.

Um die nachhaltige Nutzung des neuen Trinkwassersystems sicherzustellen, wird der gesamte Prozess gemeinsam mit der kurdischen Wasserbehörde geplant. Sie wird in Zukunft für die Wartung und den Betrieb der Anlage verantwortlich sein. Techniker, Betriebspersonal und Management werden entsprechend geschult. Dadurch wird die ordnungsgemäße Handhabung und Instandhaltung der Anlage sichergestellt.

Zusätzlich erarbeitet die kurdische Wasserbehörde gemeinsam mit dem Projektteam eine Wasserstrategie, die auf positiven Erfahrungen anderer Länder der Region aufbaut. Diese soll langfristig den bisher ineffizienten und unstrukturierten Wassersektor reformieren.

Um die Menschen auf die drastische Wasserverknappung aufmerksam zu machen, werden Informationskampagnen organisiert, die zum Thema Wasser informieren und Tipps zum sparsamen Gebrauch vermitteln.

Wirkungen

Durch die prioritären Maßnahmen haben mehr als 170.000 Personen in Camps und in den aufnehmenden Gemeinden im Distrikt Faida Zugang zu sauberem Trinkwasser. Von der Rehabilitierung der Trinkwasseraufbereitungsanlage in Zakho profitieren 300.000 Bewohner.

Zudem wurden Chemikalien und Ersatzteile für die zentrale Anlage zur Trinkwasserversorgung in Kharabdeem bereitgestellt, durch die die Bewohner der Stadt Dohuk mit Trinkwasser versorgt werden.

© GIZ