Unterstützung beim Aufbau eines Systems für Monitoring, Berichterstattung und Verifizierung (MRV) bei Treibhausgasemissionen

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Unterstützung beim Aufbau eines Systems für Monitoring, Berichterstattung und Verifizierung (MRV) bei Treibhausgasemissionen
Auftraggeber: Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB)
Land: Türkei
Politischer Träger: Ministerium für Umwelt und Stadtentwicklung der Republik Türkei
Gesamtlaufzeit: September 2013 bis Februar 2018

Ausgangssituation

Die Türkei hat die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen unterzeichnet. Das Land hat jedoch noch kein quantifiziertes Emissionsreduktionsziel. Wie andere Länder sieht auch die Türkei Technologietransfer, Hilfe beim Aufbau von Ressourcen und institutioneller Leitungsfähigkeit sowie finanzielle Unterstützung als Voraussetzungen für die Einführung großangelegter Klimaschutzmaßnahmen an. Die Türkei will die Kohlenstoffemissionen in mehreren Branchen in den Griff zu bekommen. In der Nationalen Klimawandelstrategie sind daher eine Reihe politischer Ziele und Maßnahmen festgelegt, die mit umfangreichen Konjunkturpakten verbunden sind und sich auf spezifische Emissionsbereiche konzentrieren. Dem Land fehlt jedoch noch ein effektives Monitoring-, Berichts- und Verifizierungssystem (MRV), mit dem die Emissionen bewertet und quantifiziert werden können.

Ziel

Die Türkei führt ein MRV-System ein, das eine verlässliche und robuste Datengrundlage zur Ermittlung von Treibhausgasemissionen und damit eine solide Basis für künftige Klimaschutzmaßnahmen liefert.

Vorgehensweise

Das Projekt ist Teil der Internationalen Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB). Es berät das türkische Ministerium für Umwelt und Stadtentwicklung und unterstützt den Aufbau der notwendigen Infrastruktur für ein MRV-System für Treibhausgasemissionen in der türkischen Industrie. Das MRV-System fügt sich in die bestehenden Rahmenregelungen ein, die großteils auf EU-Leitlinien aufbauen. Die vom System erhobenen Daten werden für zukünftige Klimaschutzmaßnahmen verwendet, etwa das geplante Emissionshandelssystem.

Im Rahmen des Projekts werden MRV-Seminare für Beschäftigte in öffentlichen Institutionen und verschiedenen Industriebranchen durchgeführt. Außerdem werden Handreichungen für die Betreiber von Industrieanalagen entwickelt, um von Anfang an sicherzustellen, dass mögliche Vorbehalte der Industrie gegen die Einführung eines MRV-Systems berücksichtigt werden. Die Ausbildungsmaßnahmen sollen im türkischen Carbon Management Training Center (KAREM) verankert werden. Die geplanten Aktionen beinhalten die Ausarbeitung von Trainingsmodulen, die Ausbildung von Trainern und das Angebot spezieller Kurse zum Emissionshandelssystem.

Das Projekt fördert den Wissensaustausch mit den Experten im türkischen Ministerium für Umwelt und Stadtentwicklung und verbessert so die Fähigkeit des Ministeriums, das MRV-System zu verwalten und weiterzuentwickeln. Das türkische MRV-System wird in der Region Vorbildcharakter haben. Um die weitere Verbreitung zu fördern, sind vor allem mit den Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) zusätzliche Wissenstransfermaßnahmen geplant.

Ergebnisse

Seit Beginn des Projekts wurden jedes Jahr Seminare für Unternehmen abgehalten, die Monitoringpläne und jährliche Emissionsberichte einreichen müssen. So konnten bisher rund 1.000 Teilnehmende notwendige Kenntnisse für die Erstellung dieser Pläne und Berichte erwerben. Des Weiteren wurde ein Online-Datenmanagementsystem entwickelt, mit dem Industrieunternehmen, in Übereinstimmung mit den Rahmenregelungen, ihre Monitoringpläne und geprüften, jährlichen Emissionsberichte übermitteln können.

Mehrere Dokumente und Handbücher wurden erstellt, die den Betreibern von Industrieanlagen als Orientierungshilfen dienen, etwa für Monitoringpläne, jährliche Emissionsberichte, sektorale Berechnungen und Prüfungen.

Mehrere Veranstaltungen zur Sensibilisierung von Interessenvertretern, öffentlichen Institutionen und Branchenvertreter wurden durchgeführt. Infolge des Pariser Klimaschutzabkommens wurde im Mai 2016 in Ankara eine internationale Diskussionsrunde mit hochrangigen Vertretern organisiert. Unter dem Titel „From Paris to Antalya – New Climate Change Regime“ bot die Veranstaltung eine Plattform für Diskussionen über das Pariser Klimaschutzabkommen und die notwendigen Maßnahmen für eine wirksame Umsetzung. Das Projektziel –Sensibilisierung der Akteure des öffentlichen Sektors, der Zivilgesellschaft und von Nichtregierungsorganisationen für das Klimaschutzabkommen und die Klimaschutzbeiträge der einzelnen Länder – wird durch die Einrichtung einer Website unterstützt. Sie macht Richtlinien und Informationen zu Projektmaßnahmen sowie Neuigkeiten und Meldungen leicht zugänglich.

Ende September 2016 wurde eine internationale Sommerakademie in Izmir organisiert, die sich mit der Umsetzung und der Verbesserung von MRV-Systemen befasste. Sie wurde von Experten aus Afghanistan, Aserbaidschan, Zypern, dem Iran, Marokko, Pakistan, Südafrika, Tadschikistan, Tunesien und der Ukraine besucht. Die Sommerakademie brachte MRV-Fachleute und internationale Experten zusammen und bot Vertretern aus Schwellen- und Entwicklungsländern Möglichkeiten zum Erfahrungsaustausch.

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