Anpassung an den Klimawandel in der Landwirtschaft im südlichen Afrika

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: SADC Anpassung an den Klimawandel im ländlichen Raum im südlichen Afrika
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: SADC-Mitgliedsstaaten
Politischer Träger: SADC-Sekretariat
Gesamtlaufzeit: 2016 bis 2018

SADC-Region. Klimaintelligente Landwirtschaft hilft Bauern die zukünftige Ernährung der SADC-Region sicherzustellen © iStock / GIZ

Ausgangssituation

Die Region der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrika (SADC) ist durch die Auswirkungen des Klimawandels besonders stark gefährdet. Extremwetterereignisse wie Dürren und Fluten sind zunehmend bedrohlich für die Bevölkerung und werden laut Klimaszenarien an Häufigkeit und Intensität noch zunehmen. Zusammen mit den prognostizierten sinkenden Niederschlägen und ansteigenden Temperaturen in weiten Teilen der Region werden signifikante Auswirkungen auf die Produktivität der Landwirtschaft erwartet. 70 Prozent der Bevölkerung sind mit Einkommen und Beschäftigung vom Agrarsektor abhängig. Der Klimawandel ist deshalb eine ernste Bedrohung für Ernährungssicherheit und Lebensgrundlagen, besonders der armen Bevölkerungsschichten in ländlichen Gebieten.

Der Bedarf, Prozesse und Rahmenbedingungen für eine klimarelevante Planung in Entwicklungsländern zu definieren, ist inzwischen erkannt. Er wird vor allem in den Verhandlungen der Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) behandelt. Schritte zur Bereitstellung finanzieller Mittel für die Umsetzung werden ebenfalls unternommen. Bislang ist es noch nicht gelungen, die Prozesse und Rahmenbedingungen systematisch in regionale und nationale landwirtschaftliche Programme und Investitionen in der SADC-Region zu übersetzen. Die SADC-Mitgliedsländer verfügen noch nicht über die notwendigen Ressourcen, Strukturen und Prozesse, um das Thema Anpassung an den Klimawandel angemessen in landwirtschaftliche Programme und Investitionen zu integrieren.

Das Centre for Coordination of Agricultural Research and Development for Southern Africa (CCARDESA) hat das Mandat, Agrarforschung und -entwicklung in der SADC-Region zu koordinieren. Es soll maßgeblich dazu beitragen, die Ressourcen und Strukturen in den SADC-Mitgliedsstaaten zu stärken, um das Thema Anpassung an den Klimawandel in landwirtschaftliche Programme und Investitionen zu integrieren.

Ziel

Das Centre for Coordination of Agricultural Research and Development for Southern Africa (CCARDESA) hat die Leistungsfähigkeit der SADC-Mitgliedsländer erhöht, das Thema Klimawandel in landwirtschaftliche Programme und Investitionen zu integrieren.

Vorgehensweise

Das Vorhaben unterstützt die Umsetzung der klimarelevanten Elemente der regionalen Landwirtschaftspolitik der SADC. Dazu stärkt es CCARDESA für seine Aufgaben als Wissensvermittler, Koordinator und Moderator für Agrarforschung und -entwicklung.

Die Kompetenzen von Fach- und Führungskräften unterschiedlicher regionaler, nationaler und dezentraler Organisationen werden verbessert. Die Kooperation zwischen regionalen und nationalen Institutionen wird intensiviert. Regional wird Wissen über Klimaanpassung und Landwirtschaft verbreitet, abgestimmt auf die unterschiedlichen Zielgruppen. National und lokal werden landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten ausgewählt, für die klimaintelligente Investitionen ermittelt werden.

Das Vorhaben arbeitet in zwei Handlungsfeldern:

  1. Regionale Wissensverbreitung für Klimaanpassung in der Landwirtschaft und klimaintelligente Landwirtschaft (Climate Smart Agriculture)
    SADC-Mitgliedsländer sollen Zugang zu verbesserten Wissensmanagementsystemen erhalten, um eine weiterreichende Verbreitung von Klimaanpassung in der Landwirtschaft und von klimaintelligenter Landwirtschaft zu fördern. Klimaintelligente Landwirtschaft stärkt die Resilienz von Kleinbauern, einerseits durch klimaangepasstere Produktion und indem sie, wo möglich, an sich schon klimafreundlicher ist. Dabei steigert sie nachhaltig Produktivität und Einkommen und verbessert die Ernährungssicherheit. Klimaintelligente Landwirtschaft nutzt verfügbare Ressourcen effizienter, indem sie Agrarforschung mit indigenem Wissen kombiniert sowie Praktiken und Technologien zur Klimaanpassung in der Landwirtschaft anwendet.
  2. Klimasicherung (Climate Proofing) landwirtschaftlicher Wertschöpfungsketten
    Das Vorhaben trägt dazu bei, die Leistungsfähigkeit der SADC-Mitgliedsländer zu verbessern, um klimaintelligente Praktiken in landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten zu verbreiten und zu finanzieren:
  • Das Vorhaben führt Vulnerabilitätsanalysen durch, um Klimarisiken zu ermitteln sowie Möglichkeiten der Risikominderung und Resilienzstärkung von vorrangigen landwirtschaftlichen Produkten.
  • Es priorisiert bewährte Praktiken zur Klimaanpassung in vorrangingen landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten.
  • Es führt Machbarkeitsstudien zu landwirtschaftlichen Praktiken und Technologien durch.
  • Zu einzelnen erfolgversprechenden landwirtschaftlichen Praktiken und Technologien führt das Vorhaben begrenzte Pilotvorhaben durch.
  • Es entwickelt Investitionsvorschläge, um vorbildliche Praktiken klimaintelligenter Landwirtschaft zu stärken und sie potenziellen Finanziers vorzulegen.

Alle Investitionsvorschläge enthalten Maßnahmen, die die Beteiligung von Frauen an der Wertschöpfung fördern.