Better Rice Initiative Asia – hochwertiger Reis für Asien

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Better Rice Initiative Asia (BRIA): Qualitativ hochwertiger Reis für Südostasien
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Thailand, Vietnam, Philippinen und Indonesien
Partner: BASF. Bayer, DSM, Yara, Olam, Deutsche Bank, John Deere, Crop Life International
Politischer Träger: Landwirtschaftsministerium Indonesien, Reisdepartment in Thailand unter der Führung des Landwirtschaftsministeriums; Staatliche landwirtschaftliches Trainingsinstitut (ATI) und das Reisforschungsinstitut (PhilRice) auf den Phillippinen unter Führung des Landwirtschaftsministeriums; Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung in Vietnam (MARD)
Gesamtlaufzeit: 2013 bis 2017

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Ausgangssituation
In den meisten Ländern Asiens ist Reis das traditionell wichtigste Grundnahrungsmittel. Meist bauen kleinbäuerliche Betriebe den Reis an, entweder für den Eigenbedarf oder für den lokalen Markt. Nur etwa fünf Prozent der erzeugten Menge gehen in den Export. Reis stellt für die Ernährung und die lokale Wertschöpfung die wichtigste Anbaukultur in Südostasien dar. Durch das rasante Bevölkerungswachstum steigt die Nachfrage nach Reis – in Indonesien allein um fast 40 Prozent in den nächsten 25 Jahren. Diese zukünftig zu bedienen stellt eine große Herausforderung dar. Grund dafür sind stagnierende Erträge, zurückgehende Anbauflächen sowie die Tatsache, dass immer weniger junge Leute als Bauern arbeiten wollen und letztlich auch durch die klimatischen Veränderungen.

Um die Ernährung langfristig zu sichern, bedarf es deshalb einer Modernisierung kleinbäuerlicher Agrarbetriebe. Dies ist nur realisierbar, wenn die Bauern Zugang zu landwirtschaftlicher Beratung, Finanzierung, Märkten und Betriebsmitteln haben. Den Regierungen stehen dafür häufig nicht die notwendigen Mittel zu Verfügung.

Ein weiteres Problem ist der sogenannte “Versteckte Hunger” – die Mangelernährung. Der Speiseplan zahlreicher Menschen ist zu einseitig. Dadurch fehlen ihnen wichtige Nahrungsbestandteile. Die Folgen: Kinder entwickeln ihre kognitiven Fähigkeiten nicht vollständig, bleiben zu klein, Erwachsene sind anfällig für Krankheiten. Um diese Herausforderungen zu meistern, müssen kleinbäuerliche Betriebe gestärkt werden und in alle Schritte der Nahrungsmittelerzeugung – vom Anbau über die Verarbeitung bis zur Vermarktung – eingebettet sein.

Ziel
Die Produktivität im Reisanbau und das Einkommen kleinbäuerlicher Familien ist gestiegen, die Ernährungslage in Thailand, Vietnam, Indonesien und den Philippinen hat sich verbessert.

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Vorgehensweise

Die GIZ kooperiert mit öffentlichen und privaten Partnern, um eine nachhaltige Entwicklung des Reissektors zu fördern und den Lebensstandard von Kleinbauern zu verbessern. Zu den Partnern gehören die Unternehmen, aber auch nationale Behörden wie das thailändische Rice Department, das philippinische Department of Agriculture, das indonesische Ministerium für Landwirtschaft und das vietnamesische Ministerium für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung.

Auf den Philippinen schult das Projektteam staatliche und private Agrarberater in den Bereichen allgemeiner Pflanzenbau, Betriebswirtschaft und spezieller Reisanbau. Die so ausgebildeten Agrarberater geben ihr Wissen an etwa 8.000 Bauern weiter. Das Projekt arbeitet eng mit staatlichen Einrichtungen, wie den landwirtschaftlichen Trainingszentren des philippinischen Agrarministeriums und den kommunalen Agrarberatungsbüros, zusammen.

In Thailand bildet das Projekt Bauern mit hohem Einfluss auf umliegende Bauern, sogenannte Lead Farmer, aus. Themen der Schulung sind: Bodenbearbeitung, Reisaussaat, Bewässerung, Düngung, integrierter Pflanzenschutz sowie Betriebs- und Marktwirtschaftslehre. Die Lead Farmer demonstrieren anschließend ihr erlerntes Wissen ihren Nachbarn. Fernsehkampagnen zu guten landwirtschaftlichen Praktiken vermitteln den Bauern darüber hinaus Know-how auf breiter Ebene.

Ferner unterstützt das Projekt das thailändische Reisministerium bei der Erarbeitung von Strategien zum Nachernteschutz. In Indonesien richten die Projektpartner 375 Zentren für nachhaltige Reisproduktion in Gemeinden in den drei Provinzen West Java, Central Java und North Sumatra ein. Das Projetteam bildet 125 Agrarberater in nachhaltiger Reisproduktion aus. Jeder von ihnen übernimmt schließlich die Verantwortung für drei Zentren. Dort bilden sie pro Zentrum sogenannte Lead Farmer aus, die ihrerseits weitere Reisbauern fortbilden.

Speiseölproduzenten und Reismüller schult das Projekt, Speiseöl mit Vitamine A und Reis mit verschiedenen Mikronährstoffen, Vitaminen, Eisen und Zink anzureichern. In Vietnam will das Projekt die Einkommenssituation der Reisbauern in den drei Provinzen Dong Thap, Hau Giang und Kien Giang durch ökologisch nachhaltige Steigerung der Reisproduktion und einer verbesserten Anknüpfung an Qualitätsmärkte verbessern. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Agrarpolitik, Strategie und ländliche Entwicklung hat das Projekt gemeinsam mit der Privatwirtschaft ein Modell für Reisanbau entwickelt, das die Partner in den drei Provinzen pilothaft erproben. Die regionalen Ministerien für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung haben die Erprobung auf großen Reisanbauflächen genehmigt.

Die Zielsetzungen sind: Verbesserung der Reisqualität, Erhöhung der Einkünfte der Reisbauern, Optimierung der Wertschöpfungsketten und Stärkung der Genossenschaften in den Gebieten. Die drei wichtigsten Interessensvertreter sind zum einen Vertreter der regionalen Ministerien für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung, lokaler Behörden und der staatlichen Beratungsdienste. Vertreter aus dem privaten Bereich sind Farmer-Genossenschaften, Farmergruppen, Reishändler, Reismüller und Vorstofflieferanten.

Wirkungen

  • Schulung zu nachhaltigen Reisanbaupraktiken sowie die Zusammenarbeit mit der Firma OLAM und dem thailändischen Reisdepartment haben die Marktchancen sowie Marktanbindung für die Bauern erheblich verbessert. Thailand hat Ende 2016 den weltweit ersten nachhaltigen Reis erzeugt, was anhand der Nachhaltigkeitsindikatoren des „SRP Sustainable Rice Cultivation Standards“ nachgewiesen werden konnte.   
  • Qualitätssaatgut ist in Nordsumatra in Indonesien sehr rar und teuer. Die Qualität des Saatguts ist entscheidend für die Qualität der Reispflanzen. Das Projekt hat Bauern zu Saatguterzeugern ausgebildet. In Nord-Sumatra haben bereits sechs Pioniere ihre Tätigkeit als Saatguthersteller erfolgreich aufgenommen. Derzeit befinden sich über 30 Bauern in einer entsprechenden Ausbildung.
  • Der Reisanbau in Vietnam stand aufgrund hoher chemischer Rückstände vor großen Problemen. Durch die Zusammenarbeit zwischen Regierung, Bauerngenossenschaften sowie Reisverarbeitern und -händlern ist es gelungen, Qualitätsreis herzustellen und einen guten Preis am Markt zu erzielen. Die Tests auf chemische Rückstände haben gezeigt, dass diese jetzt internationalen Standards entsprechen. Das ist eine Vorbedingung für den Export in die EU und die amerikanischen Märkte.    
  • Bei der Entwicklung von Trainingsmaterialien hat das Projekt das innovative Methodenkonzept zum Erwachsenenlernen adaptiert. Dies ist bei den philippinischen Regierungspartnern auf großes Interesse gestoßen. So wurden Schulungsmaterialien teilweise in die Lehrpläne des Landwirtschaftlichen Trainingsinstituts (ATI) und bei PhilRice, dem philippinischen Reisinstitut, integriert. Das staatliche Trainingsinstitut ATI beispielsweise nutzt die Materialien als Referenzvorlage, um Module für Schulungen von Landwirten zum Thema klimabewußtes Wirtschaften zu entwickeln.
  • Das Projekt ist aktiver Mitbegründer der Sustainable Rice Platform (SRP). Die Bauern orientieren sich an den Nachhaltigkeitskriterien und haben ihre Praktiken bezüglich Saatgutherstellung und Reisqualität an die Anforderungen des SRP Standards angepasst. Das bedeutet, sie produzieren Reis nicht nur mit dem Fokus auf wirtschaftlichen Gewinn, sondern berücksichtigen auch Umwelt- und soziale Standards.
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Insgesamt hat das Projekt seit 2013 über 16.000 Reisbauern in den vier Ländern direkt unterstützt. Bis Ende 2017 will BRIA 27.500 Farmer erreichen – davon 6.500 in Indonesien, 8.000 in den Philippinen, 10.000 in Thailand und 3.000 in Vietnam.

Es hat sich gezeigt, dass die vom Projekt empfohlenen Produktionspraktiken - unter anderem weniger Einsatz von chemischen Düngemitteln - die Kosten senken. Dadurch konnten die Reisbauern ihr Nettoeinkommen zwischen 10 bis 25 Prozent steigern.

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