Life Skills und Training für Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden

Projektkurzbeschreibung

Bezeichnung: Grundkompetenzen (Life Skills) und Training für Flüchtlinge und aufnehmende Gemeinden in Kenia
Auftraggeber: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Land: Kenia
Politischer Träger: Refugee Affairs Secretariat 
Gesamtlaufzeit: 2017 bis 2021

Ausgangssituation

In Kakuma, im Norden Kenias, liegt das zweitgrößte Flüchtlingslager des Landes mit etwa 147.500 Flüchtlingen, vor allem aus dem Südsudan und Somalia. Es besteht bereits seit 25 Jahren, viele der Kinder und Jugendlichen im Lager sind hier aufgewachsen. Nahrungsmittel- und Wasserknappheit, Unterernährung sowie eine schlechte Gesundheits- und Bildungsversorgung prägen das Leben im Lager sowie in der aufnehmenden Gemeinde. Die Bevölkerung dort lebt zu mehr als 90 Prozent unterhalb der Armutsgrenze und empfindet die Flüchtlingshilfe oft als ungerecht. Angesichts knapper Ressourcen und Perspektivlosigkeit kommt es häufig zu Spannungen unter den Flüchtlingen und mit der lokalen Bevölkerung.

Im Unterbezirk Turkana West und im Flüchtlingslager Kakuma ist ein Großteil der Kinder und Jugendlichen im schulfähigen Alter nicht eingeschult, viele Jugendliche haben niemals eine Schule besucht. Ohne Schulabschluss haben Jugendliche keinen Zugang zu Bildungs- oder Qualifizierungsangeboten, die ihnen Chancen für den Erwerb des Lebensunterhaltes bieten würden. Dies gilt sowohl für die Jugendlichen in Turkana West als auch für die jugendlichen Flüchtlinge, die in ihre Herkunftsländer zurückkehren möchten. Die Möglichkeiten geflüchteter und einheimischer Jugendlicher, Fähigkeiten zu entwickeln, durch die sie Zukunftschancen ergreifen können, sind sehr begrenzt.

Ziel

Die Fähigkeiten geflüchteter und einheimischer Jugendlicher in Kakuma, Zukunftschancen zu ergreifen, sind gestärkt.

Vorgehensweise

Um die Möglichkeiten jugendlicher Flüchtlinge und einheimischer Jugendlicher zum Kompetenzerwerb zu verbessern, entwickelt das Vorhaben auf Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) gestützte Ansätze, über die formale und vor allem nonformale Bildung angeboten werden kann. Das Vorhaben konzentriert sich auf die Entwicklung von Grundkompetenzen, sogenannten Life Skills, und IKT-Kompetenzen, als Basis für weitere Lebensperspektiven.

Das Vorhaben wendet sich an ältere Kinder und Jugendliche zwischen 13 und 24 Jahren in Turkana West und im Flüchtlingslager Kakuma. Vulnerable Jugendliche ohne Bildungszugang, junge Mütter und Jugendliche mit Behinderungen werden besonders berücksichtigt. Um Diskriminierungen und Konflikten vorzubeugen, werden im Sinne des Do-No-Harm-Ansatzes, das heißt, alle Maßnahmen werden konfliktsensibel geplant und gestaltet, sowohl jugendliche Flüchtlinge als auch einheimische Jugendliche einbezogen.

Das Vorhaben arbeitet in drei Handlungsfeldern:

  1. Mithilfe von IKT-Anwendungen werden die Grundkompetenzen jugendlicher Flüchtlingen und einheimischer Jugendlicher ohne Bildungszugang gestärkt.
  2. Neben der Vermittlung von IKT-Grundwissen können besonders begabte Jugendliche IKT-Spezialkompetenzen erwerben.
  3. Über interaktive Audioprogramme werden jugendliche Flüchtlinge informiert und befähigt, ihre Zukunftschancen sowie die Optionen für eine freiwillige Rückkehr adäquat einzuschätzen und auf dieser Grundlage Entscheidungen zu treffen.